| Aus der Kraft der Natur | |
Wenn aus Wind Strom entsteht
Die Nutzung der Kraft von Wind, Wasser und Sonne als Energieträger ist so alt wie die menschliche Zivilisation. Im 21. Jahrhundert, in dem Klimaschutz und Ressourcenknappheit eine immer bestimmendere Rolle spielen, steigt die Nachfrage nach einer umweltgerechten Stromerzeugung. Dabei verzeichnet die Windenergie inzwischen Zuwachsraten von 20 bis 30 Prozent. Sowohl in der Entwicklung von Windkraftanlagen, als auch in der Produktion von Kilowattstunden durch Windkraft ist Europa führend. Über zwei Drittel einer weltweiten Gesamtleistung von 25 000 Megawatt Wind-Strom wurden hier installiert. Zum Vergleich: Mit 6 800 Megawatt, das entspricht der Leistung von fünf Atomkraftwerken, lässt sich eine Stadt in der Größenordung von Berlin versorgen. Um den Anteil an umweltfreundlichem Ökostrom weiter zu erhöhen, sind leistungsstarke und effiziente Technologien erforderlich, die Stromerzeugung aus Windkraft noch wettbewerbsfähiger machen. Die Bosch Rexroth AG, eine hundertprozentige Tochter der Robert Bosch GmbH, liefert Getriebe und Antriebsysteme für Windanlagen, die ein Maximum an Wind einfangen und dessen natürliche Kraft äußerst effizient in Strom umwandeln.
So funktioniert eine Windanlage
Das Grundprinzip der Energieerzeugung durch Windkraft ist denkbar einfach. Eine moderne Windkraftanlage besteht in der Regel aus einem bis zu 100 Meter hohen Turm, an dessen Spitze sich eine Maschinengondel befindet. Hier verbirgt sich der Großteil der Technik. Diese Gondel kann sich, je nach Wetterlage, um 360 Grad drehen und stellt dabei das Windrad, den Rotor, optimal zur Windrichtung. Der Wind treibt den üblicherweise mit drei Rotorblättern ausgestatteten Rotor an. Ein Getriebe überträgt die Rotordrehung auf eine Achse, die wiederum einen Generator antreibt. Dieser erzeugt den Strom. Dabei gilt natürlich: Je kontinuierlicher der Wind weht, desto größer ist die Ausbeute. Doch selbst bei schwachem Wind wird Energie umgewandelt. Dank ihrer Effektivität können Anlagen heute im Schnitt an 300 Tagen im Jahr mit Windkraft Strom erzeugen. Moderne Antriebssysteme richten dabei nicht nur den Rotor selbst, sondern auch jedes einzelne Rotorblatt jeweils nach Windrichtung und -stärke aus und fangen so ein Maximum an Antriebsenergie, also Wind, ein. So erreicht eine einzelne Windanlage bei einem Rotordurchmesser von 70 Metern eine Leistung von 1,5 Megawatt. Sie produziert genügend Strom um 1 000 bis 2 000 Haushalte zu versorgen. In einem Windpark addiert sich die Leistung entsprechend der Menge der eingesetzten Anlagen.
Wo der Wind Strom erzeugt
Die Zukunft der Windenergie liegt vor der Küste. Mit modernen Windturbinen, die in der Offshore-Nutzung, also vor der Küste, zum Einsatz kommen, werden Superlative erreicht. Eine Fünf-Megawatt-Anlage kann dank der Windkraft auf hoher See im Jahr rund 17,5 Millionen Kilowattstunden Ökostrom produzieren. Genug Energie für rund 5 000 Vier-Personen-Haushalte. Kein Wunder, dass die Küstennationen bei der Nutzung von Windenergie auf dem Vormarsch sind. So bezieht Dänemark bereits heute 17 Prozent seines Stroms aus Windenergie. Doch die Energiegewinnung aus Naturkraft lohnt sich auch in strukturschwachen Gebieten. Während die Industrienationen den in Windparks erzeugten Strom meist direkt in das Netz einspeisen, ermöglichen einzelne Windanlagen in abgelegenen Regionen eine autarke Stromversorgung. Der Wind bietet eine regenerative Energiequelle, die dank moderner Technik besonders effizient genutzt werden kann und vielseitig einsetzbar ist. Experten gehen davon aus, dass sich die installierte Windkraft-Leistung weltweit in den nächsten fünf Jahren auf 75 000 Megawatt verdreifachen wird. |
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