EinBlick in die Geschichte, 05/2005

Kinoträume werden wahr - Mit Filmprojektoren erlangt Eugen Bauer Weltruhm
1907 konstruierte Bauer seinen ersten Film-Projektor. Die Bauer- Projektoren überzeugten nicht nur durch ihre Zuverlässigkeit, sondern besaßen zudem eine entscheidende Verbesserung: lief bei bisherigen Projektoren der abgedrehte Film noch in einen unter dem Projektor stehenden Wäschekorb, so wurde nun der Film auf eine Spule gewickelt.
Weitere Verbesserungen folgten: 1910 besaßen Bauer-Projektoren feuerfest verkleidete Filmtrommeln, der Handbetrieb wurde durch den elektrischen Antrieb ersetzt und die Kalklichtlampe wich einer Kohlenbogenlampe.

1914 brachte Bauer sein drittes Modell auf den Markt, das sich durch die Verkapselung der empfindlichen Getriebeteile und ein angebautes Diagerät auszeichnete.

1925 gelang ihm mit dem Linksprojektor abermals ein großer Wurf: die Maschine erlaubte weltweit erstmalig die pausenlose Vorführung eines Films über zwei Projektoren! Bauer baute sein Vertriebsnetz nun aus und lieferte in alle europäischen Länder.

1928 war das Jahr, in dem der Tonfilm den Stummfilm ablöste. Statt wie bisher über Klavier-, wurden nun die Filme über Schallplatte begleitet. Dies brachte jedoch enorme Synchronisationsprobleme von Bild und Ton mit sich. Eugen Bauer entwickelte das „Nadeltongerät“, dass die synchrone Abspielung von Filmprojektor und Plattenteller erlaubte. Mit dem weiteren Vorantrieb der Entwicklung des Lichttonfilms gelang es schließlich, den Ton direkt auf dem Film aufzuzeichnen.

Mittlerweile war Bauer zum Marktführer im Bereich Kino-Filmprojektoren angewachsen und exportierte ca. 75% der Erzeugnisse ins Ausland. Für die Robert Bosch AG attraktiv genug, im Zuge seiner Diversifizierungsbestrebungen die zukunftsorientierte Firma von 1932 ab nach und nach zu erwerben. Als Tochter der Robert Bosch AG war sie nun unter dem Namen „Kinobauer“ bekannt.

Immer neue Weiterentwicklungen und neue Generationen von Filmprojektoren und deren Zuverlässigkeit verhalfen Kinobauer schließlich zu Weltgeltung.

Die große Zeit des deutschen Kinos und die Erfindung des Freilichtkinos in den 1950er Jahren brachte für Bauer den Durchbruch. Die unvergessenen Kino-Traumwelten ließen Bauer-Filmprojektoren über die Leinwände tanzen.

Durch die Kooperation von Bauer-Projektionstechnik mit Klangfilm-Tonanlagen der Firma Siemens Anfang der 1950er Jahre konnten unter dem Namen „Bauer-Klangfilm“ hunderte von Lichtspieltheatern ausgerüstet werden und entstand ein weltweites Vertriebsnetz.

Neben dem Bereich der Profiausstattung hatte sich Bauer bereits 1937 auf dem Amateurbereich ein zweites Standbein geschaffen. 1953 brachte Bauer die Doppelachtkamera auf den Markt, die der Beginn einer Entwicklung war, die die Firma zum weltweit umsatzstärksten Hersteller auf dem Gebiet der Amateur-Filmkameras machen sollte.

Seit 1969 expandierte Bauer durch die Gründung von Fabriken bzw. Gesellschaften zur Herstellung und dem Vertrieb seiner Erzeugnisse im Ausland auch räumlich.

Das Ende der Erfolgsgeschichte von Bosch-Photokino kam jäh . Mit dem massenhaften Einzug des Fernsehapparats in die privaten Stuben in den Siebziger Jahren blieben auch die potentiellen Kinobesucher lieber daheim. Ein Massensterben der Großkinos setzte ein, das den Markt für große Kinomaschinen dramatisch schrumpfen ließ.
Ebenso brach der Absatzmarkt für Bauer im Amateurfilmbereich seit Ende der Siebziger Jahre ein, als billigere Konkurrenzprodukte aus dem asiatischen Raum den Markt überschwemmten und damit Bauer den Garaus bereiteten.

Siebzig Jahre Erfolgsgeschichte hatte somit ihr abruptes Ende gefunden.

1937 startete die Produktion von 8-mm-Kameras für Amateure
Der erste Spulen Projektor
Der erste Bauer Projektor überhaupt (1907)