EinBlick in die Geschichte, 01/2005

"Stammkundschaft gewinnen!"
Elektrotester für Werkstätten auf dem Markt
Werkstattausrüstungen zur Instandsetzung von Bosch Produkten sind uns schon seit 1918 bekannt. 1927 bot Bosch das erste Zündkerzenprüfgerät an. Weitere Produkte folgten rasch nach Einführung der Produkte, die geprüft oder auch instandgesetzt werden mussten. So lieferte Bosch bereits 1938 den ersten Prüfstand für Dieseleinspritzpumpen aus, zwei Jahre, nachdem der erste serienmäßige Diesel-Pkw der Welt dem Publikum vorgestellt worden war. Die Produktpalette war weitgehend von Produkten für die Prüfung einzelner Komponenten geprägt. Infolge der Spezialisierung des Unternehmens mit zahlreichen elektrischen Komponenten und Einspritzanlagen bot Bosch den Werkstätten, den Einbauhallen der Bosch-Verkaufshäuser und den Bosch-Diensten zahlreiche Einrichtungen für die verschiedensten elektrischen Ausrüstungen an.

Mit dem Werbeslogan „Stammkundschaft gewinnen“ bewarb Bosch bei Werkstätten das neue Testgerät „EFAW 15“. Es war ein kleiner grüner Metallkoffer, erhältlich für 540.- . Seine Ausstattung erlaubte die Prüfung gängiger elektrischer Komponenten wie etwa Zündkerze, Zündanlage, Lichtmaschine, Lichtmaschinenregler und Anlasser. Dies war eine entscheidende Neuerung, die es Werkstattbesitzern ermöglichte, mit einem Gerät alle wesentlichen elektrischen Funktionen überprüfen zu können.

Bosch warb aber mit dieser neuen Gerätegeneration nicht nur für maßgeschneiderte Technik für Werkstätten, sondern auch für Imageförderung der Werkstätten durch die neuen Geräte: „Der Kunde legt heut Wert auf eine moderne und leistungsfähige Einrichtung der Werkstatt. Im Vorteil wird deshalb immer die Werkstatt sein, die mit Hilfe übersichtlicher, repräsentativer Testgeräte den Kunden schnell und zuverlässig vom Zustand seines Wagen überzeugen kann.“

Dieser Werbetext von1955 empfiehlt, das Vertrauen des Kunden durch drei Faktoren dauerhaft zu gewinnen: professionelle modernste Ausstattung; repräsentativ und hochwertig anmutende Diagnosegeräte; sowie übersichtliche Technik, deren Funktionsweise dem Kunden vom Fachmann erläutert werden kann, auch, um ihn gegebenenfalls zu überzeugen, warum ein bestimmtes Teil am Auto des Kunden ausgetauscht werden muss. Hier kommt - erstaunlich für die Zeit und das Metier – viel Psychologie ins Spiel. „Weg vom Schmuddelimage!“ könnte die Losung gelautet haben. Nicht ölige Lappen neben vollen Aschenbechern, sondern Krawatten tragende Mechaniker mit exakter und geräuschloser Technik und für den Laien nachvollziehbare Diagnoseprozesse sollten das Kundenbild von einer typischen Autowerkstatt prägen.

Ab 1963 bot Bosch den „Motortester“ an, der zusätzlich die Diagnose von Vergaserfunktionen, später auch die Prüfung von Einspritzanlagen ermöglichte. Und stets musste die Diagnosetechnik parallel zu der immer anspruchsvolleren Bosch-Technik in Automobilen weiterentwickelt werden. Denn auch heute gilt, dass Bosch stets die Prüfbarkeit auch seiner neuesten Produkte gewährleistet.

Werkstattarbeiten
Prüfung der Zündung eines Volkswagen Typ 1 (VW Käfer) mit dem Testgerät EFAW 41, 1955