Einblick in die Geschichte, 11/2006

Am anderen Ende der Welt
Erste Bosch-Vertretung in Südafrika
Im Jahr 1906 hatte die Firma Bosch rund 600 Mitarbeiter am Stuttgarter Stammsitz. Das Unternehmen expandierte seit 1898 in Europa, doch in diesem Jahr gelang mit der Präsenz in Südafrika ein Schritt auf einen anderen Kontinent, übrigens fast zeitgleich mit der ersten Bosch-Präsenz in den USA. Die Hamburger Firma Friedrich Hoppert & Co., die eine Niederlassung in Johannesburg unterhielt und in der Folge rund 40 Jahre für Bosch tätig sein sollte, wurde mit dem Vertrieb der Produkte aus Stuttgart beauftragt. Die beiden Weltkriege hinterließen starke Einschnitte in die Geschäfte in Südafrika, gerade der Zweite Weltkrieg durch die Zerstörung der Fertigungsanlagen in Deutschland. Bis 1950 lagen die Umsatz- und Mitarbeiterzahlen bei Bosch zwar über Vorkriegsniveau, aber der Auslandsanteil lag bei nur zehn Prozent. Bosch antwortete mit dem Neuaufbau internationaler Präsenz: In Südafrika erhielt 1950 die Technical Supplies Company (Pty.) Ltd. in Johannesburg exklusiv den Vertrieb.


Bosch-Vertretung in Johannesburg, 1929.

Diesel-Electric und Auto Electrical Engineering

Ein weiterer Meilenstein war 1951 die Gründung der Diesel-Electric, einer Tochter der Technical Supplies, mit Sitz in
Kapstadt, die für den Vertrieb von Dieselerzeugnissen von Bosch zuständig war. Auch 1956 war im Rückblick ein wichtiges Jahr für Bosch in Südafrika. Die Auto Electrical & Engineering Co (Pty.) Ltd. (AESA) mit Sitz in Johannesburg wurde gegründet. Dieser südafrikanische Autoausrüster, ab 1971 in Brits bei Johannesburg ansässig, wurde ab 1976 Tochtergesellschaft und Fertigungsstandort von Bosch.


Robert Bosch South Africa

Am 6. August 1965 gründete Bosch die Robert Bosch South Africa (Pty.) Ltd. in Johannesburg, um den Vertrieb in die Hand zu nehmen und Fertigungskapazitäten vor Ort aufzubauen. Es folgte 1973 eine 30-prozentige Beteiligung der Robert Bosch GmbH an der Diesel-Electric Holdings (Pty.) Ltd. (DEH) mit Sitz in Johannesburg, die bislang Bosch-Dieselprodukte vertrieben hatte. 1977 verschmolzen mit ihrer Schwestergesellschaft Robosa Distributors (Pty.) Ltd., die zuständig für Marketing und Werbung für Bosch-Produkte war, wurde aus beiden Firmen nunmehr die Diesel-Electric-South-Africa (Pty.) Ltd. kurz „DESA“ genannt. Ab 1983 war sie 100-prozentige Tochter von Bosch.

Übernahme und Neuordnung

Auch 1985 stand im Zeichen der Neuordnung, nunmehr durch die Verschmelzung der Diesel-Electric-South-Africa und der Auto Electrical & Engineering Co (Pty.) Ltd. zur Robert Bosch (South Africa) (Pty.) Ltd., einer 100-prozentigen Tochter der Robert Bosch GmbH. Diese Gesellschaft koordinierte alle Aktivitäten von der Produktion bis zum Vertrieb. Mit der Eröffnung des neuen Verkaufshauses in Midrand, 70 Kilometer entfernt von Brits, war ab 1998 auch der Vertrieb den Markterfordernissen in Südafrika angepasst. Heute arbeiten hier und im Werk Brits rund 1 100 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.