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RückBlick in die Geschichte, 03/2002
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Vor 70 Jahren: Bosch erwirbt die Firmen Junkers und Bauer
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Von 1927 an stiegen die Arbeitslosenzahlen in Deutschland stetig. Die Krise, die in der Automobilindustrie begonnen hatte, wuchs sich zu einer allgemeinen, weltweiten Wirtschaftskrise aus und kulminierte schließlich am 25. Oktober 1929, dem sogenannten „Schwarzen Freitag“. Auch bei Bosch brachen Aufträge in zunehmendem Maße weg, man versuchte jedoch durch Kurzarbeit Entlassungen weitgehend zu vermeiden, was nicht immer gelang.
Ausweg aus der Wirtschaftskrise: Diversifikation Noch 1926 waren unter der Leitung der Direktoren Hans Walz, Karl Martell Wild und Hermann Fellmeth sämtliche Möglichkeiten der Diversifikation ernsthaft geprüft worden. Ziel war, das Unternehmen vom „Krisenbarometer“ Automobilindustrie unabhängiger zu machen. Auf diesem Hintergrund ist der Einstieg von Bosch in die Produktion von Elektrowerkzeugen, von Plattenspielern und Radios (Blaupunkt), die Entwicklung von Kühlschränken und die Forschung im Fernsehbereich (Fernseh GmbH) zu sehen. Auch der Erwerb der Eugen Bauer GmbH aus Stuttgart-Untertürkheim, der sich damals sehr erfolgreich mit der Produktion von Tonfilm- und Schmalfilmprojektoren beschäftigte, im Jahre 1932 steht in diesem Zusammenhang. Dieses Geschäftsfeld musste zu Beginn der achtziger Jahre aufgegeben werden, weil es nicht mehr rentabel war. Junkers-Gasgeräte – Bei Bosch ein Renner Von 1929 an hatte man bei Bosch auch mit einem zündsicheren Gasschalter experimentiert, musste aber bald feststellen, dass weitergehende, übergeordnete Patente der Firma Junkers & Co in Dessau, einem Unternehmen, das sich neben der Flugzeugproduktion mit der Herstellung von Gasbadeöfen beschäftigte, den Erfolg in Frage stellten. Ein „glücklicher“ Umstand kam Bosch zu Hilfe. Hugo Junkers steckte in großen finanziellen Schwierigkeiten, die in der schweren Depression des Jahres 1931 zu eskalieren drohten. Entlassungen in Dessau waren die Folge. Junkers musste sich entweder von den Gasgeräten oder den Flugzeugen trennen und entschied sich dafür, weiterhin Flugzeuge zu konstruieren und zu bauen. So bot sich für Bosch unerwartet die Gelegenheit, die Gasgeräteproduktion von Junkers zu erwerben. Im November 1932 wurden die Verträge unterzeichnet. Nach der konjunkturellen Erholung ab 1933, die durch eine kräftige Finanzspritze aus Stuttgart verstärkt wurde, ging es in Dessau rasch wieder aufwärts. Nach dem Krieg wurde der Firmensitz aus der sowjetisch besetzten Zone nach Wernau verlegt. Im Jahr 2000 gehörte der Geschäftsbereich Thermotechnik von Bosch weltweit zu den führenden Herstellern von Gas-Heizthermen und in Europa zu den wichtigsten Herstellern von Gas-Warm-Wasserthermen. Produziert wird heute unter den Marken Bosch, Junkers, Vulcano, Worcester, Radson, e.l.m. Leblanc und Geminox. |
Junkers Werbung
![]() Werbeplakat für Junkers Thermen von Harry Maier, 1960
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