EinBlick in die Geschichte, 05/2002

Die Werkstatt im Kleinen – Bosch bringt das Combi-Elektrowerkzeug auf den Markt
Heutzutage hat fast jeder Mann (und immer mehr Frauen auch) zumindest eine elektrische Bohrmaschine daheim. Bei so manchem Heimwerker kommt dazu noch eine Stichsäge und meist auch noch ein Akku-Bohrschrauber. Der Grund für diese technische Heim-Ausstattung liegt wohl in dem zu Beginn der fünfziger Jahre einsetzenden Heimwerkerboom. Der „Bosch-Zünder“ philosophierte damals: „Zunächst steckt in jedem Menschen der natürliche Drang, mit eigenen Händen etwas Fertiges zu schaffen. Die Arbeitsteilung in der Industrie nimmt dem einzelnen diese Möglichkeit; an seinem Arbeitsplatz im Werk kann jeder nur ein kleines Stückchen Teilarbeit leisten. Ein weiterer Grund: am Feierabend und am Wochenende hat man Zeit zum Basteln. Neben Dingen, die man im Haushalt nützlich verwenden kann, entstehen da auch Segelflugmodelle, Schiffsmodelle, womöglich auch ein großes Segelflugzeug. Unter bastelnden Kollegen kann sogar ein Wettbewerb ausgetragen werden um das schönste Modell; Sieger wird da nicht der Mann mit der reichsten Phantasie, sondern der Mann mit dem zweckmäßigsten Werkzeug.“

Sicherheit über alles!

Eben dieses zweckmäßige Werkzeug erhielt der Heimwerker im Jahre 1952 von Bosch an die Hand. Das „Bosch-Combi“ genannte Gerät war aus dem Handmotor, einem universell einsetzbaren Elektrowerkzeug von Bosch für den professionellen Einsatz, entwickelt worden. Den Antrieb besorgte hier ein kleiner Elektromotor im Handgriff, eine bahnbrechende Idee. Bereits seit Ende der zwanziger Jahre kann die Firma Bosch auf Erfahrungen im Elektrowerkzeugbau verweisen. Ein Werkzeug für technische Laien musste jedoch besonderen Anforderungen genügen. Größter Wert wurde in erster Linie auf die absolute Betriebssicherheit gelegt. Zu diesem Zweck erhielt das neue Gerät eine doppelte Isolation, das heißt, der Motor war nicht nur von einer unzerbrechlichen Schutzkapsel aus Isolierstoff umgeben, sondern alle spannungsführenden Teile waren zusätzlich durch isolierte Zwischenlagen so voneinander getrennt, dass keine durch Schleifstaub oder Feuchtigkeit erzeugten Kriechströme auftreten konnten. Selbst bei Wicklungsschäden am Motor schützte diese Isolierung vollkommen gegen jeden Stromübergang. Das Gerät konnte sogar ohne Gefahr an nicht geerdete Steckdosen angeschlossen werden. Jeder Laie, ja selbst Schüler, konnte nunmehr ein wirksames Werkzeug, das bis dahin nur dem Profi vorbehalten war, benutzen. In den letzten fünfzig Jahren hat sich die Palette der nützlichen elektrischen Helfer für den Heimwerker unendlich erweitert. Aber die Zusatzgeräte, mit denen bereits die Bosch-Combi von 1952 ausgestattet werden konnten, lassen heute noch so manchen Hobbybastler vor Neid erblassen.

Der praktische Wandschrank für die Bosch-Combi samt Zusatzgeräten und Werkzeug war zunächst zum Selbstbau gedacht, war später aber auch fertig montiert im Laden zu kaufen.
Mit der Bosch-Combi ist die Wagenpolitur am Samstagnachmittag ein Kinderspiel