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RückBlick in die Geschichte, 07/2002
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Bosch in Japan – In einer kleinen Werkstatt begann alles
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Im Jahr 1912 wurde Friedrich Reiser als erster Bosch-Mitarbeiter nach Japan entsandt, um eine Reparaturwerkstatt in Yokohama einzurichten. Im Bosch-Zünder berichtete er über seine Eindrücke. Er war von den landschaftlichen Schönheiten des Landes begeistert, aber enttäuscht, dass es keine großen Landstraßen und keine Autos gab. Anfangs baute er hauptsächlich Wagen aus Amerika zusammen, die er dann den Käufern bei einer Fahrt durch die engen, von Menschen wimmelnden Straßen vorführte. Mit Bosch-Werbebildern zog er von Wagenhalle zu Wagenhalle und konnte so die Nachfrage nach Bosch-Erzeugnissen steigern. Der Beginn des Ersten Weltkriegs beendete 1914 erst einmal die Kundendienstarbeit, Herr Reiser wurde zum Kriegsdienst eingezogen. 1920 wurde Bosch in Japan wieder aktiv. Trotz mehrjähriger japanischer Kriegsgefangenschaft hatte Friedrich Reiser seine Zeit in Japan nicht bereut und kehrte zurück. Er und weitere deutsche Mitarbeiter wurden für die Bosch-Partnerfirma Illies & Co. tätig.
Das Kundendienstnetz wurde in den zwanziger Jahren erheblich ausgebaut, vor allem um die Ersatzteilversorgung für Bosch-Erzeugnisse in Importfahrzeugen aus Deutschland und anderen europäischen Ländern zu sichern. Der Schwerpunkt des Vertriebs lag auf elektrischer Kraftfahrzeugausrüstung. In den dreißiger Jahren rundeten neue Produkte, wie Kühlschränke, Elektrowerkzeuge, Luftbefeuchter sowie Hochfrequenzwerkzeuge für die Automobilindustrie das Angebot auf dem japanischen Markt ab. Ein erstes Lizenzabkommen wurde 1939 mit Diesel Kiki abgeschlossen, das 1955 erneuert und erweitert wurde. Im Zweiten Weltkrieg verkaufte Blaupunkt Radios nach Japan. Seinen gesamten Besitz verlor Bosch bei Kriegsende – ein weiterer herber Rückschlag für Bosch in Japan. 1950 startete man erneut, wieder gingen Mitarbeiter nach Fernost. In den fünfziger und sechziger Jahren baute Bosch Kundendienst und Vertrieb weiter aus, speziell auf dem Gebiet Kraftfahrzeugausrüstung und Elektrowerkzeuge. Mit dem japanischen Kraftfahrzeugausrüster Nippondenso wurde 1953 ein Abkommen über Lizenzen geschlossen. Dieses Unternehmen stellte u.a. Antiblockiersysteme, Dieseleinspritzausrüstung und elektronische Benzineinspritzsysteme in Bosch-Lizenz her. In Tokio unterhielt Bosch seit 1972 eine Vertriebsgesellschaft, die Bosch K.K. Sie ist auch Verbindungsstelle für den Einkauf in Fernost, die Lizenznehmer und die Gemeinschaftsunternehmen. Die Aktivitäten auf den Gebieten Verpackungsmaschinen, Industrieausrüstung und Hausgeräte wurden insbesondere in den siebziger Jahren verstärkt. 1992 eröffnete Bosch K.K. in Yokohama das Technische Zentrum als Schnittstelle zur Automobilindustrie, das mit umfangreichen Prüf- und Messeinrichtungen die Applikation von Bosch-Erzeugnissen für den japanischen Markt durchführt. An Zexel Corporation war Bosch seit 1999 mit mehr als 50% beteiligt. Die Gesellschaft fertigte in Bosch-Lizenz Diesel-Einspritzausrüstung, Flügelzellen, Kompressoren für Fahrzeugklimaanlagen und Hydraulikerzeugnisse. Am 1. Juli 2000 hatte Zexel von Bosch K.K. die Erstausrüstungs-Aktivitäten übernommen und sich gleichzeitig in Bosch Automotive Systems Corporation (RBAJ) umbenannt. Japan ist für Bosch der drittwichtigste Markt nach Europa und den USA. Mit ungefähr 11.400 Mitarbeitern betrug der Umsatz 2001 2,2 Milliarden Euro. Damit ist Bosch unter den ersten zehn Produzenten von Kraftfahrzeugtechnik in Japan. Vor kurzem, am 1. Juli 2002, haben RBAJ mit Bosch Braking Systems Co., Ltd. (BSJP) zur Bosch Automotive Systems Corporation fusioniert. |
Bosch in Japan
![]() Sachverständige Japanerin mit einem 8-Zylinder-Ford in der Bosch Service Station in Tokio, 1934
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