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Blick in die Geschichte, 03/2003
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Bosch in den Niederlanden: "Mistlampen" für Amsterdam
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Die Präsenz von Bosch in der Niederlanden reicht bis 1903 zurück. Damals übernahm die Firma Willem van Rijn in Amsterdam die Vertretung für Bosch. Sie war damit die erste selbständige Vertretung im Ausland. Ihre Geschäftsräume hatte die Gesellschaft in einem Kaufmannshaus an einer Gracht in Amsterdam. Der erste Weltkrieg unterbrach jäh die guten geschäftlichen Beziehungen nach Stuttgart.
Der Weg nach Übersee In Niederländisch-Ostindien übernahm die Firma Willem van Rijn 1919 die Alleinvertretung von Bosch, um auch dort Bosch- Erzeugnisse einzuführen. 1922 wurde eine Zweigstelle von Willem van Rijn in Soerabaia auf Java eröffnet. 1928 verlegte man sich bei Willem van Rijn ausschließlich auf Bosch- Erzeugnisse. Die Zuverlässigkeit des Bosch-Radlichts, den sogenannten "fietslampen", hatte in der Fahrradfahrer- Nation zu der sprichwörtlich guten Qualität, den man mit dem Namen Bosch verband, beigetragen. Die Zeit zwischen den beiden Weltkriegen verlief für die Firma sehr erfolgreich, so dass die Geschäftsräume zu eng wurden. 1939 zog man in ein neues Gebäude am Haarlemmer Weg. Ein Wasserlauf befand sich hinter dem Haus mit Kähnen. Eine Windmühle rundete das typische Bild, das man von den Niederlanden hat, ab. Äußerst schwierige Jahre kamen für die Bosch-Vertretung in den Niederlanden mit dem Zweiten Weltkrieg, in dem es nicht leicht fiel, dem deutschen Unternehmen die Treue zu halten. Erster "Export" nach dem Krieg Bereits im Oktober 1945 ging wieder die erste Lieferung aus Stuttgart nach Amsterdam – ein Lastwagen voller Bosch-Erzeugnisse. Das fünfzigjährige Jubiläum 1953 wurde groß gefeiert. Herr Bouwer und sein Prokurist Herr Gunters konnten selber auch ihr persönliches Jubiläum, je 50 bzw. je 25 Jahre feiern. In den achtziger Jahren betreute van Rijn im ganzen Land 56 Bosch-Dienste. Hausgeräte waren damals der stärkste Umsatzträger, dicht gefolgt von der Kraftfahrzeugausrüstung. Verkauf an Bosch 1992 wurde der Vertrag für die Neuordnung der Bosch-Vertriebsaktivitäten in den Niederlanden geschlossen. Bosch übernahm von der Willem van Rijn B.V. das Handelsgeschäft mit Kraftfahrzeugausrüstung, Kommunikationstechnik und Produktionsgütern. Bosch bündelte die Bereiche im Juni 1992 in einer eigenen Vertriebsgesellschaft, der Robert Bosch B.V. (RBNL). Sämtliche Aktivitäten der Robert Bosch B.V. wurden 1996 in Hoofdorpp bei Amsterdam unter einem Dach zusammengefasst. Die Niederlande und Belgien als wichtiger Auslandsmarkt Vier Jahre später wurden die Gesellschaften in den Beneluxstaaten zu RBBN zusammengefasst wurden. Für den Verkauf von Erzeugnissen der Bosch-Gruppe in den Niederlanden ist weiter die Robert Bosch B.V. zuständig. Der Sitz blieb in Hoofddorp, während die Robert Bosch S.A. in Belgien ihren Sitz in Brüssel hat. Im Jahr 2001 lag der Umsatz bei ca. 489 Millionen Euro. Produziert wird in den Niederlanden an drei Standorten: In Breda fertigt die Skil Europe B.V. Elektrowerkzeuge. Die Robert Bosch Verpakkings- machines B.V. stellt in Weert Verpackungsmaschinen für die Nahrungsmittel- und Süßwarenindustrie her. In Tilburg entwickelt Van Doorne´s Transmissie B.V. stufenlose automatische Getriebe. 1995 gründeten Bosch und Janivo Holding B.V., Breda, das Gemeinschaftsunternehmen Tele Atlas. Die Gesellschaft stellt in ´s-Hertogenbosch digitalisierte Straßenkarten für Fahrzeug- Navigationssysteme her. ![]() Einbauanleitung für "Mistlampen", zu Deutsch Nebelscheinwerfer, aus einem Katalog von 1933/34
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Geschäftsräume von Bosch
![]() Geschäftsräume von Willem van Rijn in der Keizersgracht in Amsterdam
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