EinBlick in die Geschichte, 01/2004

Startschuss Down Under: Bosch produziert in Australien
Als das neue Bosch-Werk 1954 in Clayton in Betrieb ging, war der Name "Bosch" für Australier längst kein Fremdwort mehr. Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts hatte das junge Stuttgarter Unternehmen durch die Firma A.E. Kemsley & Co. Pty. Ltd. Vertretungen in Melbourne und Sydney. Im Jahr 1922 gründete dann August Hoette die Robert Bosch Supply & Service Co. Pty. Ltd. in Melbourne. Bis zum Zweiten Weltkrieg florierte das Geschäft mit den Bosch-Produkten und auch in Sydney wurde eine Niederlassung eröffnet.
Lizenzen und Kooperation

Hoettes eigene Firma Pyrox spielte eine wichtige Rolle für die Geschäftsbestrebungen von Bosch in Australien. Dort, wo Distanzen eine andere Dimension als in Europa besitzen, boomte der Automobilmarkt. An die in den 1930er Jahren getroffenen Lizenzvereinbarungen zwischen Bosch und Pyrox wurde nach dem Krieg fast nahtlos angeknüpft. War 1930 noch der Nachbau von Bosch-Zündkerzen unter dem Namen Pyrox Licence Bosch genehmigt worden, so schloss Bosch 1949 mit Pyrox ein Abkommen über den Nachbau von Dieseleinspritzsystemen ab.

Die Produktion beginnt

Am 28. Januar 1954 fand diese Entwicklung schließlich ihren Höhepunkt. Die beiden Firmen gründeten das Gemeinschaftsunternehmen Pyrox Industries Pty. Ltd. und begannen mit dem Bau eines Fabrikgeländes in Clayton bei Melbourne. Zwei Jahre später übernahm Bosch die Mehrheit der Anteile an der Pyrox Industries und benannte das Unternehmen in Robert Bosch (Australia) Pty. Ltd. um. Die stetig wachsende Produktpalette konnte nun unter dem Namen Bosch vertrieben werden.

Innovationen und Premieren

Die australische Regionalgesellschaft weitete in den 1980er Jahren Vertrieb und Produktion aus. Auch im Bereich Forschung und Entwicklung wurde Pionierarbeit geleistet, wie man am Beispiel der elektronischen Fahrzeugsicherungssysteme sehen kann. Auf diesem Gebiet übernahm die Robert Bosch (Australia) Pty. Ltd. als erste Regionalgesellschaft der gesamten Bosch-Gruppe 1993 die weltweite Verantwortung für ein Produkt. Diese umfasste Entwicklung, Fertigung und Vertrieb. Nur drei Jahre später entstand der neue Produktbereich Karosserie-Elektronik in Clayton, der ebenfalls die weltweite Verantwortung innerhalb der Bosch-Gruppe übernahm.