EinBlick in die Geschichte, 03/2004

Bosch in Skandinavien - Erste Vertretung in Stockholm
Die Beziehungen nach Skandinavien reichen bis in die Anfänge des vorigen Jahrhunderts zurück: 1904 hatte Fritz Egnell in Schweden die Vertretung von Bosch-Zündappraten für ganz Skandinavien übernommen. Seine Firma stellte für Schweden, Dänemark, Norwegen und Finnland Untervertreter ein. In Norwegen war dies die Firma Kolberg, Caspary & Co. 1921 wurde in Schweden eine eigene Auslandsgesellschaft gegründet: die Aktiebolaget ROBO. Der Name setzte sich aus den Anfangsbuchstaben von Robert Bosch zusammen. Als die Lieferungen aus Deutschland durch den Zweiten Weltkrieg abgeschnitten waren, baute Schweden 1942 eine eigene Fertigung von Bosch-Erzeugnissen auf. In Helsinki gründeten W. Alftan, A. Röneholm, K. Taxell und W. von Bonsdorff 1911 die Firma Oy Alftan AB. Sie handelte mit Maschinen und Maschinenteilen, darunter Kraftfahrzeugausrüstung von Bosch. Seit 1935 war die finnische Gesellschaft der offizielle Vertreter für Bosch-Produkte.

Der Dynamo auf dem Vormarsch
In Kopenhagen entstand 1918 die erste eigenständige dänische Vertretung, die A/S Magneto. Die ersten Jahre waren durch den Siegeszug des Automobils auf den dänischen Straßen gekennzeichnet. Bis 1929 verkaufte Bosch in Dänemark vor allem Zündteile, Generatoren und elektrische Lichtanlagen für Autos.

Im Land der Fjorde
In Norwegen gründeten Egnell und Kolberg 1920 die A/S Automagnet. Sie übernahm den Vertrieb von Bosch- Erzeugnissen. Der Zweite Weltkrieg beendete - wie auch in den anderen skandinavischen Ländern - die Zusammenarbeit. In den Aufbaujahren nach 1945 nahm Bosch die Handelsbeziehungen in die skandinavischen Länder wieder auf. Ab 1962 nannte sich die dänische Gesellschaft Robert Bosch A/S, Kopenhagen. Um die schnelle Belieferung von Waren sicher zu stellen und um einen effektiven Kundendienst für die vielen Erzeugnisse zu gewährleisten, schuf Bosch ein Netz von Bosch-Diensten und Spezialwerkstätten im ganzen Land - sogar in Godthab auf Grönland. Im Sommer 1970 verlegte die Gesellschaft ihren Sitz in ein neu errichtetes Gebäude nach Ballerup. 1962 entstand die Regionalgesellschaft Robert Bosch Norge A/S (RBNO), die 1984 in ein neues Gebäude mit Vertriebs- und Kundeneinrichtungen in Mastemyr, außerhalb von Oslo, einzog. Auch die Robert Bosch AB, Stockhholm (RBSW) bekam 1983 eine neue Zentrale in Kista bei Stockholm.

Das neue Nordeuropa
Im Juli 1991 übernahm Bosch das Geschäft des finnischen Partners in eigene Regie. Im gleichen Jahr bekam diese Gesellschaft die Verantwortung für den estnischen Markt übertragen; 1994 folgten Lettland und Litauen. Von Helsinki aus betreut man auch das russische Kaliningrad, das frühere Königsberg. Finnland wurde so zum Tor in das neue Nordeuropa. Die rechtlich selbständigen Vertriebsgesellschaften Robert Bosch A/S, Ballerup/Dänemark (RBDK), Robert Bosch A/S, Tollaasen/Norwegen (RBNO) sowie Robert Bosch AB, Kista/Schweden (RBSW) schlossen sich im Januar 1997 zu einer Regionalgesellschaft, der RBSN, zusammen. Heute sind in ganz Skandinavien rund 1660 Mitarbeiter für den Vertrieb und Kundendienst zuständig.

Die ROBO in Stockholm
Schaufensterdekoration mit Bosch- Erzeugnissen bei der Aktiebolaget ROBO in Stockholm, 1924