Hand aufs Herz: Wer fragt sich beim Blinker schon, warum er stets im gleichen Takt aufleuchtet? „Das sind Selbstverständlichkeiten. Die nötige Software ist eben nicht sichtbar und ihre Bedeutung wird oft unterbewertet“, sagt Jens Liebehenschel. Der 37-Jährige entwickelt mit dem Bosch-Geschäftsbereich Automotive Electronics Programme für Steuergeräte in Fahrzeugen – der Blinker ist nur ein Beispiel.
Auf Liebehenschels Schreibtisch in seinem Büro in Frankfurt steht ein unscheinbares, 20 mal 20 Zentimeter kleines Kästchen – ein so genannter Bodycomputer: Rund 50 Funktionen werden hier gemanagt, vom Licht über Fensterheber bis zur Klimasteuerung. Diese Datenflut will reibungslos organisiert sein. Die Software macht’s möglich. „Unser wichtigstes Kriterium ist die Zuverlässigkeit der Funktionen“, sagt Liebehenschel. Ein Erfolg dieser Bemühungen verschaffte Bosch einen buchstäblich spannungsreichen Technologievorsprung: Denn die Speichereinheiten EEPROM und Flash-Bausteine helfen, Daten zu sichern, auch wenn die Stromversorgung ausfällt. Hieraus ergaben sich die meisten der bisher 17 Erfindungsmeldungen unter Mitwirkung Liebehenschels.
Vor fünf Jahren kam der promovierte Informatiker zu Bosch. „Ich finde es unglaublich befriedigend, wenn Lösungen im Auto funktionieren.“ Es spricht für seinen Respekt vor der Materie, dass der Experte überspitzt formuliert: „Eigentlich weiß niemand genau, wie Software-Entwicklung funktioniert. Es ist keine klassische Ingenieurdisziplin, bei der die Gesetzmäßigkeiten der Natur gelten.“ Zu komplex sei die Aufgabe. Kein Wunder, dass für den Laien der Einblick in die Welt des Codes erst recht verschlüsselt bleibt. Als „Kommunikation und Kopfarbeit“ beschreibt Liebehenschel seine Arbeit. Die offene Diskussion mit Kunden schärfe den Blick, ehe im Team Lösungsansätze geboren werden. Weil erst der Blick auf Trends den Vorsprung sichert, heißt die Gruppe „Future Software Technologies“. Hier bekommt die Zukunft ein Programm. Liebehenschel: „Ob Autos oder Projekte – ich möchte etwas bewegen.“
Erfinder bei Bosch – Jens Liebehenschel

„Ich will was bewegen“
Nachgefragt
Was ist Ihr Erfolgsrezept? Warum sind Sie erfinderisch?
Wichtig ist die Diskussion über Problemstellungen und Lösungen mit den Experten. Und es ist wichtig, Spaß an der Arbeit zu haben. Außerdem ist es eine Bestätigung, wenn die gefundenen Lösungen im Auto auch funktionieren.
Was zeichnet die Forschungsarbeit bei Bosch aus?
Einerseits die Möglichkeit, sehr eng mit den Geschäftsbereichen zusammenarbeiten zu können. Andererseits die Freiräume, um über konkrete Probleme, aber auch die Softwareentwicklung im Allgemeinen nachdenken zu können.
Wobei haben Sie die besten Ideen?
Die Ideen entstehen meistens in Diskussionen und bei der Erstellung von Software-Prototypen, aber auch in der Freizeit.
Wer ist ihr Vorbild und warum?
Auf Grund verschiedenster positiver Eigenschaften schätze ich viele Personen. Dennoch möchte ich niemanden nachahmen.
Wichtig ist die Diskussion über Problemstellungen und Lösungen mit den Experten. Und es ist wichtig, Spaß an der Arbeit zu haben. Außerdem ist es eine Bestätigung, wenn die gefundenen Lösungen im Auto auch funktionieren.
Was zeichnet die Forschungsarbeit bei Bosch aus?
Einerseits die Möglichkeit, sehr eng mit den Geschäftsbereichen zusammenarbeiten zu können. Andererseits die Freiräume, um über konkrete Probleme, aber auch die Softwareentwicklung im Allgemeinen nachdenken zu können.
Wobei haben Sie die besten Ideen?
Die Ideen entstehen meistens in Diskussionen und bei der Erstellung von Software-Prototypen, aber auch in der Freizeit.
Wer ist ihr Vorbild und warum?
Auf Grund verschiedenster positiver Eigenschaften schätze ich viele Personen. Dennoch möchte ich niemanden nachahmen.