Erfinder bei Bosch – Lars Thüner
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Durchweg saubere Lösungen
Dies ist der Ort, an dem die Wahrheit über einen Partikelfilter ans Licht kommt. Hier wird seine Leistungsfähigkeit zweifelsfrei messbar. Werk Feuerbach, Bau 785, Erdgeschoss, Strömungsprüfstand: Wie viel Ruß bleibt im Filter? Wie hoch ist der von ihm verursachte Druckverlust? Ein langes Rohr fällt auf, Verkabelungen und Monitore. „Der Test funktioniert eigentlich wie bei einer großen Luftpumpe“, sagt Lars Thüner, zeigt einen Bosch-Filter, der eingespannt war, und beschreibt dessen Vorzüge: „Er ist effizienter als andere und kostengünstiger in der Herstellung.“ Vorteil Bosch.

Der Clou ist die Verwendung eines neuen Materials. Statt des Sintermetalls haben Thüner und dessen Team Cordierit eingeführt. Das Mineral ermöglicht dünnere Wände und eine feinere Wabenstruktur, wodurch sich die Filterfläche auf insgesamt rund einen Quadratmeter erhöht. Je größer die Fläche, desto mehr Ruß setzt sich ab und gelangt nicht in die Luft. Saubere Lösungen sind Thüners Anliegen. Die Möglichkeit, „konkret etwas für die Verbesserung der Luft zu tun“, veranlasste den 37-jährigen Chemiker 2001, die Stelle bei Bosch anzutreten.

Beim Partikelfilter sei eins zum anderen gekommen. Von „Abfallprodukten“ spricht Thüner bescheiden, eigentlich seien erfolgversprechende Entwicklungsschritte patentrechtlich abgesichert worden. Jedenfalls gingen 20 Patentanmeldungen aus dem Projekt hervor. Seit November 2006 hat er ein neues Aufgabengebiet. Der Chemiker wechselte in die technische Kundenbetreuung, „weil mich auch die Realisierung unserer Entwicklung beim Kunden interessiert“. Allerdings kommt aufgrund anderer Anforderungen der Forscherdrang etwas zu kurz und Thüner ist „gespannt, ob mir etwas fehlen wird“.

Nachgefragt
Was ist Ihr Erfolgsrezept? Warum sind Sie erfinderisch? 
Hinterfragen und dann Lösungen finden – manchmal ungezielt, manchmal systematisch.

Was zeichnet die Forschungsarbeit bei Bosch aus? 
Bosch besitzt umfangreiche technische Möglichkeiten, aus denen Innovationen entstehen können und unterstützt die „Erfindertätigkeit“ der Mitarbeiter.

Wobei haben Sie die besten Ideen?
Wenn ich mir – leider zu selten! – im Büro den Luxus erlauben kann, über ein Problem intensiv nachzudenken. Und beim Zug fahren.

Wer ist ihr Vorbild und warum?
Mich beeindrucken Menschen, die gleichzeitig komplexe Details durchdringen und den Gesamtüberblick behalten können.