Bosch in China:
1909: Gründungsjahr der ersten Bosch-Vertretung
23.000: Zahl der Mitarbeiter (Anfang 2009)
3.480: Anzahl der neuen Mitarbeiter im Jahr 2007
1,8 Mrd. Euro: Umsatz im Jahr 2007
35 Prozent: Umsatzwachstum im Jahr 2007
850 Mio. Euro: Geplante Investitionen für 2008 - 2010
21: Anzahl der Produktions-
standorte
Bosch punktet in China
Olympische Spiele in Peking: Die Welt blickt nach China. Höchstleistungen kommen aber nicht nur von Sportlern – auch das Land befindet sich in einem beispiellosen Wirtschaftsaufschwung. Bosch ist mit dabei: Eine Mannschaft von mehr als 20.000 Mitarbeitern aus allen Bereichen baut die Präsenz im Reich der Mitte immer weiter aus. Dass es dabei viele medaillenreife Erfolgsgeschichten gibt, zeigen unsere fünf Beispiele.
Kühlschränke im Crashtest
Weizhong Zhu ist ein freundlicher, höflicher Mann. Und doch möchte man ihm lieber nicht begegnen – wenn man denn ein Kühlschrank wäre. Rund 200 Geräte trifft es jedes Jahr: sie werden von Zhu erst auf 60 Grad erhitzt und dann schlagartig auf -20 Grad abgekühlt. Sie werden hemmungslos überladen und extrem hoher Luftfeuchtigkeit ausgesetzt, auf Schlitten gespannt und gegen die Wand gefahren. Spezialmaschinen rütteln an den Türen, öffnen sie 830 Mal in der Stunde, 20.000 Mal am Tag. Ort des Geschehens: das Testzentrum für Kühlgeräte im Werk der BSH Bosch und Siemens Hausgeräte GmbH in Chuzhou, gut eine Autostunde westlich von Nanjing.
Hier produziert die BSH seit 1996 Kühlgeräte – mit zweistelligen Wachstumsraten und nahezu ausschließlich für den chinesischen Markt. Jeden Tag rollen gut 6.500 Kühlschränke aus den Hallen, insgesamt sollen es 2008 knapp 1,6 Millionen sein. Das entspricht wertmäßig einem Marktanteil von rund 17 Prozent. Und Weizhong Zhu sorgt als Leiter des modernsten Testzentrums in China dafür, dass die hohen Ansprüche der Käufer erfüllt werden. „Qualität ist die Säule unseres Erfolgs“, sagt Michael Neumann, der Werkleiter in Chuzhou: „Mit den Tests können wir Energieeffizienz, Langlebigkeit und Geräuschentwicklung immer weiter optimieren. Das ist für die Kaufentscheidung wesentlich.“ Also wird Zhu den Lebenszyklus der Kühlgeräte auch weiterhin unter Extrembedingungen simulieren – damit die Kunden die Qualität bekommen, die sie erwarten.
Hier produziert die BSH seit 1996 Kühlgeräte – mit zweistelligen Wachstumsraten und nahezu ausschließlich für den chinesischen Markt. Jeden Tag rollen gut 6.500 Kühlschränke aus den Hallen, insgesamt sollen es 2008 knapp 1,6 Millionen sein. Das entspricht wertmäßig einem Marktanteil von rund 17 Prozent. Und Weizhong Zhu sorgt als Leiter des modernsten Testzentrums in China dafür, dass die hohen Ansprüche der Käufer erfüllt werden. „Qualität ist die Säule unseres Erfolgs“, sagt Michael Neumann, der Werkleiter in Chuzhou: „Mit den Tests können wir Energieeffizienz, Langlebigkeit und Geräuschentwicklung immer weiter optimieren. Das ist für die Kaufentscheidung wesentlich.“ Also wird Zhu den Lebenszyklus der Kühlgeräte auch weiterhin unter Extrembedingungen simulieren – damit die Kunden die Qualität bekommen, die sie erwarten.
Hier feilen Profihändler an ihrem Technik-Know-how
Bei Elektrowerkzeugen macht ihm so schnell keiner was vor: Xianqing Chen aus der Millionenmetropole Hefei handelt seit mehr als 20 Jahren mit Bohrern, Sägen, Zubehör. Und doch ist der Profi gerne zum Händlertraining von Bosch Power Tools nach Hangzhou gekommen: „Technisch kenne ich mich zwar gut aus. Aber hier lerne ich die neuesten Verkaufstechniken.“
Seit Eröffnung des Training Centers im März 2007 sind mehr als 1.500 Fachhändler an den Bosch-Standort in der Nähe von Shanghai gereist. „Das Training Center wird äußerst gut angenommen“, sagt Vinzenz Haerle, Power Tools-Chef in China, „und als Ausbildungseinrichtung auch von den lokalen Behörden hoch geschätzt“.
In mehrtägigen Seminaren erklären erfahrene Trainer den Teilnehmern alle Funktionen der Bosch-Geräte im Detail, zeigen ihnen die fünf Produktionshallen des Standorts und schulen das Verkaufsgeschick der Händler. Informationen fließen aber nicht nur in eine Richtung: „Wir hören den Händlern natürlich ganz genau zu“, erklärt Hong Li, der Leiter der Einrichtung, „denn ihre Erfahrungen helfen uns bei der Qualitätsüberwachung und Ideenfindung.“
Besonders interessiert seien die Teilnehmer an der Unternehmenskultur von Bosch, so Hong Li, der die Händler ermutigt, auch ihren Kunden Bosch-Geschichte und Bosch-Werte zu vermitteln. Bei Xianqing Chen kommt das gut an: „Was Ausstrahlung und Kommunikation angeht, kann keine andere Marke mit Bosch mithalten.“
Seit Eröffnung des Training Centers im März 2007 sind mehr als 1.500 Fachhändler an den Bosch-Standort in der Nähe von Shanghai gereist. „Das Training Center wird äußerst gut angenommen“, sagt Vinzenz Haerle, Power Tools-Chef in China, „und als Ausbildungseinrichtung auch von den lokalen Behörden hoch geschätzt“.
In mehrtägigen Seminaren erklären erfahrene Trainer den Teilnehmern alle Funktionen der Bosch-Geräte im Detail, zeigen ihnen die fünf Produktionshallen des Standorts und schulen das Verkaufsgeschick der Händler. Informationen fließen aber nicht nur in eine Richtung: „Wir hören den Händlern natürlich ganz genau zu“, erklärt Hong Li, der Leiter der Einrichtung, „denn ihre Erfahrungen helfen uns bei der Qualitätsüberwachung und Ideenfindung.“
Besonders interessiert seien die Teilnehmer an der Unternehmenskultur von Bosch, so Hong Li, der die Händler ermutigt, auch ihren Kunden Bosch-Geschichte und Bosch-Werte zu vermitteln. Bei Xianqing Chen kommt das gut an: „Was Ausstrahlung und Kommunikation angeht, kann keine andere Marke mit Bosch mithalten.“
Junge Talente sichern den Erfolg in China
„Langfristiges Denken ist in China nicht immer üblich. Bei Bosch schon. Und das finde ich wichtig“: Ming Han (28) arbeitet seit 3 Jahren beim Motorsteuerungsspezialisten UAES, an dem Bosch mit 50 Prozent beteiligt ist. Dem Ingenieur gefällt vor allem, „wie systematisch und konzentriert technische Entwicklungen vorangetrieben werden“. Eric Wang von Bosch Rexroth sieht das ähnlich: „Entscheidungen werden nicht überstürzt getroffen, sondern sorgfältig abgewogen“, sagt der 29-jährige Sales Manager aus Shanghai. Und Personalmanagerin Chris Chen (26) schätzt vor allem das werteorientierte Arbeiten bei Bosch: „Dazu gehört auch die vertrauensvolle Atmosphäre zwischen Vorgesetzten und Mitarbeitern, die ich hier immer wieder spüre.“
Han, Chen und Wang haben sich bewusst für Bosch entschieden – keine Selbstverständlichkeit in einem boomenden Land mit vielen Möglichkeiten und einer hohen Mitarbeiterfluktuation. Dass diese bei Bosch relativ niedrig ist, unterstreicht die herausragende Bedeutung einer überzeugenden Unternehmenskultur. Denn Bosch ist auch in China auf qualifizierten Nachwuchs angewiesen: Rund 23.000 Mitarbeiter sollen es Ende des Jahres sein – das sind, sieht man von Deutschland einmal ab, mehr als in jedem anderen Land. In den nächsten Jahren werden wohl nochmals mehrere Tausend dazukommen – und sicherlich ähnlich gute Erfahrungen machen wie die drei jungen Talente...
Han, Chen und Wang haben sich bewusst für Bosch entschieden – keine Selbstverständlichkeit in einem boomenden Land mit vielen Möglichkeiten und einer hohen Mitarbeiterfluktuation. Dass diese bei Bosch relativ niedrig ist, unterstreicht die herausragende Bedeutung einer überzeugenden Unternehmenskultur. Denn Bosch ist auch in China auf qualifizierten Nachwuchs angewiesen: Rund 23.000 Mitarbeiter sollen es Ende des Jahres sein – das sind, sieht man von Deutschland einmal ab, mehr als in jedem anderen Land. In den nächsten Jahren werden wohl nochmals mehrere Tausend dazukommen – und sicherlich ähnlich gute Erfahrungen machen wie die drei jungen Talente...
Starkes Wachstum – mit Tradition
Rund 50 Millionen Fahrzeuge fahren derzeit über chinesische Straßen, gut 500.000 Pkw kommen jeden Monat hinzu. Und die Bosch Service-Betriebe wachsen mit. „Ende dieses Jahres werden es mehr als 600 Werkstätten in China sein“, erklärt Dandan Luo, die das Marketing für den Bosch Car Service (BCS) im Land vorantreibt. Für 2015 sind sogar mehr als 2.000 Filialen geplant. „Dabei wird uns die lange Bosch-Tradition in China helfen“, ist Luo überzeugt. Immerhin öffnete die erste Bosch Service-Station in Shanghai schon 1926.
Heute hat das größte unabhängige Werkstattnetz Chinas 25 Betriebe allein in der Millionenstadt. Jiong Zhao ist BCS-Cheftechniker in einer davon: „Wir haben hier jeden Tag gut 25 Autos in der Werkstatt, und es werden immer mehr.“ Oft sind es Firmenfahrzeuge, doch auch die schnell wachsende Mittelschicht lässt ihre meist 3 bis 4 Jahre alten Autos zunehmend von den BCS-Profis im Vorort Huayu pflegen oder reparieren: „Die Kunden interessieren sich viel mehr als früher für das technische Innenleben ihrer Autos“, sagt Zhao: „Und dadurch steigt natürlich auch der Bekanntheitsgrad von Bosch-Produkten und -Technologien“.
Heute hat das größte unabhängige Werkstattnetz Chinas 25 Betriebe allein in der Millionenstadt. Jiong Zhao ist BCS-Cheftechniker in einer davon: „Wir haben hier jeden Tag gut 25 Autos in der Werkstatt, und es werden immer mehr.“ Oft sind es Firmenfahrzeuge, doch auch die schnell wachsende Mittelschicht lässt ihre meist 3 bis 4 Jahre alten Autos zunehmend von den BCS-Profis im Vorort Huayu pflegen oder reparieren: „Die Kunden interessieren sich viel mehr als früher für das technische Innenleben ihrer Autos“, sagt Zhao: „Und dadurch steigt natürlich auch der Bekanntheitsgrad von Bosch-Produkten und -Technologien“.
Sicher einschlafen. Im 93. Stock
Knapp 500 Meter unter dem Dach – und doch im Erdgeschoss: Im Kontrollraum des Shanghai World Financial Center bedienen Techniker Unmengen von Schaltern und Knöpfen, Monitore flackern, Lämpchen blinken, die perfekte Kulisse für den neuesten James-Bond-Film. Dabei ist es handfeste, hochmoderne Technik, die für die Sicherheit im höchsten Gebäude der Volksrepublik China sorgt. Wie etwa die digitale Beschallungs- und Evakuierungsanlage Praesideo von Bosch.
„Wir haben 26 Sprechstellen, mehr als 200 Verstärker und 2.400 Lautsprecher geliefert“, sagt Steven Zhang, Produktmanager bei Bosch Security Systems in Shanghai: „Die Anlage gehört zu den größten und komplexesten ihrer Art weltweit“. Gut 40 Leute brauchten 3 Jahre, um das System in den 492 Meter hohen Wolkenkratzer einzubauen. „Wir mussten extrem sorgfältig und gewissenhaft arbeiten“, erklärt Shi Jian Dong von der Installationsfirma Saga. Denn im Notfall müssen Durchsagen die 320 Beschallungszonen des Gebäudes in beliebiger Kombination erreichen können – und zwar störungsfrei. „Also wird nahezu jede Lautsprecherleitung ständig überwacht“, so Zhang.
Wenn der Gebäudegigant, der übrigens nur ein paar Meter von der chinesischen Bosch-Hauptverwaltung entfernt liegt, demnächst eröffnet wird, kann man dort sogar im Schlaf Rekorde brechen: Zwischen dem 79. und dem 93. Stock wird das Park Hyatt Shanghai die höchsten Hotelräume der Welt anbieten. Wer sich dort bettet, kann einen einzigartigen Blick über 18-Millionen-Stadt genießen und – nicht zuletzt dank ausgeklügelter Bosch-Technik – auch ganz sicher einschlafen...
„Wir haben 26 Sprechstellen, mehr als 200 Verstärker und 2.400 Lautsprecher geliefert“, sagt Steven Zhang, Produktmanager bei Bosch Security Systems in Shanghai: „Die Anlage gehört zu den größten und komplexesten ihrer Art weltweit“. Gut 40 Leute brauchten 3 Jahre, um das System in den 492 Meter hohen Wolkenkratzer einzubauen. „Wir mussten extrem sorgfältig und gewissenhaft arbeiten“, erklärt Shi Jian Dong von der Installationsfirma Saga. Denn im Notfall müssen Durchsagen die 320 Beschallungszonen des Gebäudes in beliebiger Kombination erreichen können – und zwar störungsfrei. „Also wird nahezu jede Lautsprecherleitung ständig überwacht“, so Zhang.
Wenn der Gebäudegigant, der übrigens nur ein paar Meter von der chinesischen Bosch-Hauptverwaltung entfernt liegt, demnächst eröffnet wird, kann man dort sogar im Schlaf Rekorde brechen: Zwischen dem 79. und dem 93. Stock wird das Park Hyatt Shanghai die höchsten Hotelräume der Welt anbieten. Wer sich dort bettet, kann einen einzigartigen Blick über 18-Millionen-Stadt genießen und – nicht zuletzt dank ausgeklügelter Bosch-Technik – auch ganz sicher einschlafen...
Zahlen und Fakten

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