Die Kraft der Sonne...
Modernste Solartechnik auf höchstem Niveau
Vor rund zwei Jahren schuf sich Ersol mit der Ersol Thin Film GmbH ein zweites Standbein. Die Ersol-Tochter produziert Dünnschichtmodule. Das Silizium wird dazu als Gas auf eine Glasscheibe aufgedampft. In diese Schicht schneiden Laser feine Linien für die elektrische Verschaltung. Der Vorteil dieser Technologie liegt im geringeren Rohstoffbedarf: Während das Silizium bei Wafern rund 200 Mikrometer stark ist, beträgt die Dicke bei der Dünnschichttechnologie nur 300 Nanometer, also rund ein 700stel. Damit ist diese Schicht 30 Mal dünner als ein Geldschein. Auf seinen Dünnschichtbereich ist Ersol stolz: Sie betreiben damit eine der modernsten Fertigungen dieser Art in Europa. Die ersten Dünnschichtanlagen sind bereits im Einsatz, zum Beispiel bei einem 500-Kilowatt-Projekt in Grevenbroich/Düsseldorf.
Im Jahr 2007 wurden rund um den Globus Solaranlagen mit einer Leistung von 2.300 Megawatt installiert. 2010 werden es nach Schätzung des Verbandes der europäischen Photovoltaik-Industrie (EPIA) 6.950 Megawatt sein. Zudem werde Solarstrom tendenziell billiger: durch effektivere Produktionsverfahren sowie dadurch, dass immer mehr Solaranlagen hergestellt werden. Die EPIA-Experten sind davon überzeugt: „Von 2015 an kostet für den Verbraucher in Europa der Strom aus der Photovoltaikanlage genauso viel wie der klassisch erzeugte Strom.“
Das Fenster wird zum Kraftwerk
Alles nur Zukunftsmusik? Nicht ganz. Die Bosch-Gruppe, der Chemiekonzern BASF in Ludwigshafen und die Heliatek GmbH in Dresden haben eine Kooperation vereinbart, um Solarzellen aus Kunststoff zur Serienreife zu entwickeln. Die Organische Photovoltaik soll in einigen Jahren so günstig auf den Markt kommen, dass der Strom mit dem aus herkömmlichen Energiequellen konkurrieren kann. Während herkömmliche Solarzellen heute noch rund 350 Euro je Quadratmeter kosten, soll die Organische Photovoltaik unter vergleichbaren Voraussetzungen die Marke von 100 Euro unterschreiten.
„Mit der Organischen Photovoltaik wollen wir unserer Vision des energieautarken Hauses einen weiteren Schritt näher kommen“, betont Siegfried Dais, stellvertretender Vorsitzender der Bosch-Geschäftsführung. Eine große Herausforderung ist hierbei immer noch die Frage, wie in der Nacht Energie abgerufen werden kann, die am Tag mit Photovoltaik erzeugt wurde. Noch fehlen geeignete Speicher. Allerdings ist eine Zwischenetappe in Sicht: ein Gebäude, das genau so viel Energie abgibt, wie es vorübergehend von außen bezieht. Einige Bestandteile dieses Systems – zum Beispiel Solarthermie oder Holzpelletbrenner – gehören bereits zur Produktpalette von Bosch.
Saubere Wärme durch Solarthermie
2006 hat Bosch Thermotechnik eine neue Generation von effizienten Sonnenkollektoren auf den Markt gebracht, die besonders leicht, einfach montierbar und gut wieder verwertbar sind. Die umweltfreundlichen Solarthermie-Anlagen schonen in Kombination mit moderner Brennwerttechnik auch den Geldbeutel: Mit dem Ersatz einer Altanlage durch ein System aus Brennwertkessel und solarer Wasseraufbereitung/Heizungsunterstützung kann beispielsweise ein Haushalt in Deutschland seine Energiekosten um jährlich bis zu 1.000 Euro senken. Darüber hinaus hilft zum Beispiel Solar inside, eine patentierte Regelungsfunktion zur Optimierung solarer Systeme, zusätzlich bis zu 15 Prozent Energie bei der Warmwasserbereitung einzusparen.
Der Markt für Sonnenkollektoren wächst kräftig. 2007 betrug das weltweite Umsatzvolumen 1,3 Milliarden Euro. Bis 2014 wird ein Wachstum auf dann 2,6 Milliarden Euro erwartet. Bosch stellt sich auf die zunehmende Nachfrage mit einem Ausbau der Fertigung ein: Mit der aktuellen Kapazitätserweiterung in Wettringen stärkt Bosch Thermotechnik seinen Bereich Regenerative Energien und erhöht seine Gesamtproduktivität in der Solarthermie auf weltweit 350.000 Kollektoren. Bei einer Fläche von rund 2,4 qm je Kollektor entspricht das einer Gesamtfläche von rund 800.000 qm pro Jahr. Im Jahr 2007 erzielte Bosch Thermotechnik zwölf Prozent ihres Umsatzes mit Systemen zur Nutzung regenerativer Energien. Bis 2015 soll dieser Anteil auf 30 Prozent steigen.