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Max Welling vor einem blauen Hintergrund
Experts@IoT

„Künstliche Intelligenz kann alles lernen, was ein Mensch kann“

Max Welling, Professor der Universität Amsterdam

7 Minuten Lesezeit

12.03.2018

Computer, die Entscheidungen treffen und aus Fehlern lernen – Deep Learning ist die Grundlage für intelligente Maschinen und Produkte. Bosch und die Universität Amsterdam arbeiten eng auf diesem Feld zusammen und haben die Forschungskooperation DeltaLab (Deep Learning Technologies Amsterdam) gegründet, die fachlichen Austausch und Wissenstransfer fördert. Kann Deep Learning unsere Gesellschaft revolutionieren?

Was macht Deep Learning so faszinierend?

Deep Learning beschränkt sich längst nicht mehr auf den akademischen Kontext, die tiefgehende Lerntechnik findet den Weg in unsere Realität. Ein Beispiel sind Smartphones: Der Nutzer spricht mit ihnen – und sie verstehen das Gesagte.

Auch Fahrzeuge agieren plötzlich autonom und lernen von ihrer Umgebung. Für Deep Learning gibt es beinahe unendliche Anwendungsmöglichkeiten: Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Deep Learning und Machine Learning – was ist der Unterschied?

Machine Learning macht Maschinen intelligent, indem es ihnen ermöglicht, von „Big Data Sets“ – also riesigen Datensätzen – zu lernen. Der Mensch ist hierbei aktiv am Lern- und Analyseprozess beteiligt. Deep Learning ist zwar ein Teilbereich von Machine Learning, ist jedoch inspiriert von der Simulation menschlicher neuronaler Netze.

Wie Lebewesen sind intelligente Systeme in der Lage, aus Informationen wie beispielsweise Bildern oder Tönen zu lernen. Dabei verknüpft die künstliche Intelligenz (KI) alles Erlernte immer wieder mit neuen Inhalten. So trifft sie Entscheidungen – und hinterfragt diese selbstständig. Macht das System einen Fehler, wird es beim nächsten Mal anders handeln.

„Ich stelle mir nie die Frage, ob etwas realisierbar ist, sondern nur wann. KI kann alles lernen, was einem Menschen möglich ist – schließlich ist unser Gehirn quasi auch ein Computer.“

Max Welling, Professor der Universität Amsterdam

Was bedeutet Big Data?

Wie der Name schon sagt: Big Data betrifft alles, was mit großen Datenmengen zu tun hat. Wie kann man Daten schnell aufbereiten und verarbeiten? Wo speichert man sie? Wie können Maschinen von den Daten lernen? Vor diesen Herausforderungen steht so gut wie jeder, der etwas mit KI-Programmierung zu tun hat – und es gilt sie zu meistern.

Big Data ist für KI das, was Treibstoff für Motoren ist: Bei leerem Tank herrscht Stillstand. Die stärksten Konzepte sind wertlos, solange keine Daten zur Verfügung stehen, die sie zum Laufen bringen.

KI und das Internet – gleich bedeutsame Innovationen?

Ähnlich wie die industrielle Revolution oder eben der Internetzugang kann KI die Art, wie die Welt und die Wirtschaft funktionieren, revolutionieren. Was die aktuellen Technologien bewirken werden und welche neuen Ideen noch gebraucht werden, ist schwer zu sagen.

Das Potenzial ist jedenfalls da. Für den nächsten großen Schritt müssen die Forscher vielleicht noch weiter über den Tellerrand schauen.

„Die Preise für autonome Fahrzeuge werden bald sinken. Bis die Fahrzeuge jedoch in unbekannten, schwierigen Verkehrsverhältnissen – wie zum Beispiel dem Fahrradchaos in Amsterdam – zurechtkommen, kann noch etwas dauern.“

Max Welling, Professor der Universität Amsterdam

Werden Computer die Menschheit ersetzen?

Davon ist die Menschheit weit entfernt. Bestimmt wird es in Bezug auf KI etwas geben, worüber man sich ernsthaft Gedanken machen muss. Doch dass dieses „Terminator“-Szenario eintritt, ist unwahrscheinlicher als dass ernsthafte Probleme mit Datenmissbrauch auftauchen.

Oder, dass Personen mit hohem Einkommen sich Chips einsetzen lassen, die ihre mentalen Leistungen optimieren – und sich die „Reichen“ dadurch noch mehr wirtschaftliche Vorteile verschaffen. Zig solcher Szenarien sind denkbar. Doch die Zukunft kann niemand vorhersagen.

Max Welling, Professor der Universität Amsterdam

Max Welling lernte bei Geoffrey Hinton, einem der Gründungsforscher der Deep Learning Abteilung von Google. Heute forscht und unterrichtet er an der Universität Amsterdam am Lehrstuhl für Maschinelles Lernen. Im April 2017 gingen Wellings Team und Bosch die Forschungskooperation DeltaLab ein, die einen engen fachlichen Austausch in Sachen Deep Learning ermöglicht. Die Ergebnisse werden in Form von Anwendungen und Produkten umgesetzt.

Ein Porträt von Max Welling
Max Welling ist Teil der Forschungskooperation DeltaLab.

Fazit

Deep Learning bedeutet, dass Maschinen – wie Menschen – aus Erfahrungen lernen können. Die Methode ist inspiriert von der Simulation neuronaler Netzwerke und hat das Potenzial, Welt und Wirtschaft grundlegend zu verändern.

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