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Unsere Forschungsexperten

Dr.-Ing. Kirill Gorelik

Mit Automatisierungstechnik und künstlicher Intelligenz zu besseren und effizienteren Systemlösungen

„Optimales und zuverlässiges Systemdesign auf Knopfdruck? Mit dem richtigen Maß an Abstraktion, Formalisierung des Domänenwissens und Einsatz künstlicher Intelligenz kommt man diesem Traum eines Automatisierungsingenieurs ein großes Stück näher.“
Dr.-Ing. Kirill Gorelik

Ich bin bei Bosch als Hardwareingenieur 2012 eingestiegen und beschäftigte mich zunächst mit der Auslegung und Absicherung der Getriebesteuergeräte für Kundenprojekte. Nach drei Jahren wagte ich den Sprung zurück in die akademische Welt und begann meine Industriepromotion an der Universität Siegen und Bosch Research zum Thema Energiemanagement für automatisiertes Fahren. Im Fokus meiner Forschung stand die Steuerung von fehlertoleranten Energiebordnetzen und Antriebssystemen zur Erhöhung der Energieeffizienz und Sicherheit beim automatisierten Fahren. Diese beiden Kernziele verfolge ich auch nach dem erfolgreichen Abschluss der Promotion in meiner Rolle als Forschungsingenieur, Teilprojektleiter und Konsortialführer eines öffentlich geförderten Projektes bei Bosch Research.

Lebenslauf

  1. Forschungsingenieur, (Teil-)Projektleitung und Konsortialführung eines ögPs auf dem Gebiet fehlertoleranter Antriebssysteme, Robert Bosch GmbH
  2. Promotion in technischer Informatik, Universität Siegen & Robert Bosch GmbH
  3. Hardwareingenieur für Getriebesteuergeräte in Kundenprojekten, Robert Bosch GmbH
  4. Studium der Elektro- und Informationstechnik, Universität Stuttgart

Ausgewählte Publikationen

  • Publikationen

    K. Gorelik (2019)

    Energy management system for automated driving
    • K. Gorelik.
    • OPUS Siegen
  • Publikationen

    K. Gorelik et al. (2019)

    Connected Energy Management System for Automated Electric Vehicles With Fail-Operational Powertrain and Powernet
    • K. Gorelik, A. Kilic, R. Obermaisser / IEEE Transactions on Vehicular Technology, Vol. 68, Issue 10
    • DOI: 10.1109 / TVT.2019.2934777
  • Publikationen

    K. Gorelik et al. (2018)

    Modellprädiktives Energiemanagement mit Steuerung der Fahrzeugführung für automatisiertes Fahren
    • K. Gorelik, A. Kilic, R. Obermaisser, N. Müller / at - Automatisierungstechnik, Band 66 Heft 9
    • DOI: 10.1515/auto-2018-0025
  • Publikationen

    K. Gorelik et al. (2017)

    Energy management system for automated driving: Optimal and adaptive control strategy for normal and failure case operation
    • K. Gorelik, A. Kilic, R. Obermaisser / Annual IEEE International Systems Conference (SysCon)
    • DOI: 10.1109/SYSCON.2017.7934792

Interview mit Dr.-Ing. Kirill Gorelik

Dr.-Ing. Kirill Gorelik

Forschungsingenieur für fehlertolerante elektrische Antriebssysteme

Erzählen Sie doch mal: was fasziniert Sie an der Forschung?

Forschung ist aus meiner Sicht wie ein ständiges Auf und Ab zwischen Fragen und Antworten. Zunächst sind die Fragen und Antworten oft unpräzise, werden aber mit jeder neuen Idee konkreter und greifbarer. Und je konkreter und greifbarer sie werden, desto mehr Leidenschaft entwickelt man für das Thema. Man folgt vielleicht nicht immer gleich dem richtigen Weg, das Ziel bleibt aber immer vor Augen: Innovation schaffen, über den Stand der Technik hinausgehen und die Dinge besser machen als sie schon sind. Sowohl der Weg als auch das Ziel faszinieren mich.

Was macht die Forschung bei Bosch besonders?

Die Forschung bei Bosch ist sehr vielfältig und interdisziplinär, genauso wie die Teamkollegen, mit denen man Fragestellungen aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet. Das führt zu besseren Lösungen und bietet auch die Chance, über den Tellerrand vom eigenen Fachgebiet hinauszuschauen und sich weiterzuentwickeln. Auch schätze ich die Nähe der Bosch-Forschung zu Produktbereichen. Dadurch trägt man zur Entwicklung moderner Technik nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch bei. Wissenschaftliche Freiheit gekoppelt mit dem direkten Feedback aus der Produktentwicklung macht die Bosch-Forschung so besonders.

Woran forschen Sie bei Bosch?

Zu meinem Forschungsgebiet gehören fehlertolerante elektrische Antriebssysteme, die zum einen zukünftige Mobilitätsszenarien des automatisierten Fahrens ermöglichen sollen und zum anderen den immer höheren Anforderungen an die Klimafreundlichkeit gerecht werden. Wir leiten neue Antriebstopologien ab, bewerten diese im Hinblick auf ihre Funktionalität, Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit. Mit intelligenten Betriebsstrategien und Diagnoseverfahren optimieren wir die Energieeffizienz und verbessern die Ausfallsicherheit, wobei neben den klassischen Ansätzen auch Algorithmen der künstlichen Intelligenz eingesetzt werden.

Was sind die größten wissenschaftlichen Herausforderungen in Ihrem Forschungsfeld?

Um ein erhöhtes Maß an Ausfallsicherheit eines Antriebssystems für bestimmte Applikationen zu erreichen, werden in der Regel Hardware-Redundanzen benötigt, die wiederum zusätzliches Gewicht, erhöhten Bauraumbedarf und gestiegene Systemkomplexität mit sich bringen. Die Minimierung von diesem Zusatzaufwand bzw. des Aufwands generell ist eine der größten Herausforderungen bei der Erarbeitung wirtschaftlicher und klimafreundlicher Lösungen. Eine weitere Herausforderung ist die Beherrschung der Komplexität. Durch den Einsatz von Redundanzen wird der Lösungsraum für mögliche Systemarchitekturen entsprechend groß, sodass man diesen „händisch“ nur schwer untersuchen kann. Analog verhält es sich auch mit den Betriebsstrategien und Diagnoseverfahren, die je nach Systemarchitektur angepasst und/oder neuentwickelt werden müssen. Aus diesem Grund müssen wir an Automatisierungsmethoden arbeiten, die uns dabei helfen, die Komplexität bei der Ableitung und Bewertung neuer Systemarchitekturen in den Griff zu bekommen. Auch der Einsatz künstlicher Intelligenz stellt uns vor neue Herausforderungen bei der Absicherung datenbasierter Algorithmen.

Wie werden Ihre Forschungsergebnisse zu "Technik fürs Leben"?

Durch unsere Forschung tragen wir dazu bei, den elektrischen Antriebsstrang ausfallsicherer, energieeffizienter und günstiger zu machen, aber auch gleichzeitig das Fahrerlebnis zu verbessern. Damit leisten wir unseren Beitrag zur klimafreundlicheren und zuverlässigeren Mobilität der Zukunft.

Ihr Kontakt zu mir

Dr.-Ing. Kirill Gorelik
Forschungsingenieur für fehlertolerante elektrische Antriebssysteme