Bosch-Fertigungsstandort Dongnai, Vietnam, 2017
Geschichte

Zehn Jahre und nochmal 70 dazu: Bosch in Vietnam

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Im Dezember 2017 feierte Bosch in Vietnam das zehnjährige Jubiläum. Denn im Dezember 2007 erhielt Bosch die Genehmigung zur Gründung einer 100-prozentigen Tochtergesellschaft in Vietnam. Die neue Gesellschaft hieß Robert Bosch Vietnam Co., Ltd., mit Sitz in Ho-Chi-Minh-Stadt.

Ein Blick weiter zurück

Doch das war nicht der erste Schritt für Bosch in Vietnam. Bereits rund 70 Jahre früher, im Jahr 1938 verhandelte das Unternehmen mit einem mit dem Vertriebspartner in Südostasien, der East Asiatic Co. (Kopenhagen/Dänemark), über die Planung eines Bosch-Dienstes in Saigon. Der Plan wurde wegen des Ausbruchs des Zweiten Weltkrieges 1939 nicht mehr umgesetzt.

Der Einstieg in den vietnamesischen Markt folgte erst rund 19 Jahre später mit einem Vertrag, den Bosch am 16. August 1957 mit dem Handelshaus Indo Comptoirs führte, das seinen Hauptsitz im schweizerischen Genf und eine Niederlassung in Vietnam hatte. Indo Comptoirs sicherte sich damit den exklusiven Verkauf von Bosch Kraftfahrzeugausrüstung in Vietnam.

Neuanfang

Fertigung im Werk Dongnai, 2017
Fertigung im Werk Dongnai, 2017

Die wirtschaftliche Öffnung Vietnams nach langer Kriegszeit und ökonomischer Abschottung änderte Ende der 1980er Jahre die Situation. Vor allem Produkte aus den Bereichen Telekommunikation und Kraftfahrzeugtechnik des indischen Tochterunternehmens Mico waren eine Option - wegen eines damals beschlossenen Handelsabkommens zwischen Vietnam und Indien.
Am 14. August 1994 erhielt Bosch, vertreten durch die Robert Bosch Pte Ltd. In Singapur die Zustimmung des vietnamesischen Handelsministeriums zur Gründung eines Verkaufsbüros in Ho-Chi-Minh-Stadt. Von hier begann im Handelsgeschäft eine kleine Erfolgsgeschichte von Bosch in Vietnam. Neben Autotechnik startete Bosch aus dem Handel mit Elektrowerkzeuge und Autoradios.

Die eigene Gesellschaft

Doch der entscheidende große Schritt folgte erst In jenem Dezember 2007. Im Jahr darauf ging es zügig weiter. Es folgte der erste Spatenstich für die Fertigung von Schubgliederbändern für stufenlose Automatgetriebe (Continuous Variable Transmission CVT). Deren Produktion startete im April 2011.

Nur einen Monat später erfolgte auch die Gründung der Robert Bosch Engineering and Business Solutions Vietnam Company Limited (RBVH) für Softwarelösungen und Ingenieursdienstleistungen im Mai.

Ausbildung, Forschung und Entwicklung

Doch es blieb nicht bei dem Angebot von Produkten und Dienstleistungen.

Neben der Erweiterung des Produktionsstandortes für Bosch Benzineinspritzsysteme in der Dong Nai Provinz bis Juli 2012 und der Einweihung der Bosch-Vertretung in Da Nang am 4. Oktober desselben Jahres engagierte sich Bosch auch im Bereich der Berufsausbildung:

2013 unterzeichnete das Unternehmen eine Grundsatzvereinbarung mit dem LILAMA 2 Technical & Technology College, gemeinsam ein Ausbildungsprogramm für technisch-gewerbliche Berufe nach dem Vorbild der Ausbildungsstandards in Deutschland zu starten. Dem folgte die Eröffnung eines eigenen Ausbildungszentrums.

Neben der Ausbildung kümmerte sich das Unternehmen aber auch um einen anderen wichtigen Baustein für eine erfolgreiche Weiterentwicklung in Vietnam: Forschung und Entwicklung vor Ort. 2014 Bosch eröffnet das Automotive Research and Development Center in Ho-Chi-Minh-Stadt.

Bosch ist heute mit über 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an sechs Standorten in Vietnam aktiv.

Bosch-Fertigungsstandort Dongnai, Vietnam, 2017
Bosch-Fertigungsstandort Dongnai, Vietnam, 2017

Dietrich Kuhlgatz

Seit 1998 arbeite ich bei Bosch. Als Fachreferent und Pressesprecher bin ich zuständig für alle Anfragen zur Bosch-Produktgeschichte weltweit und pflege Kontakte zu Technik- und Verkehrsmuseen.
Bevor ich zu Bosch kam, habe ich Geschichte und Philosophie in Konstanz und Hamburg studiert. Danach war ich zunächst Zeitschriftenredakteur und danach wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Technikmuseum Berlin.

Aufnahme Dietrich Kuhlgatz

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