Konferenz COP24 in Kattowitz
Nachhaltigkeit

Smarte Lösungen gegen den Klimawandel

Bosch bei der 24. Weltklimakonferenz in Kattowitz in Polen.

Auf der 24. Weltklimakonferenz, die vom 3. bis 15. Dezember im polnischen Kattowitz stattfand, diskutierten mehr als 30 000 Teilnehmer über Mittel und Wege den voranschreitenden Klimawandel zu verlangsamen. Auch Bosch war in Diskussionsrunden, Panels und Vorträgen vor Ort. Die aktuelle Situation, Themenschwerpunkte und Boschs Beitrag zum Klimaschutz auf einen Blick.

Schnelles Handeln erforderlich

Großer Aufsteller mit dem COP24 Logo

Der Weltklimarat kommt in seinem aktuellen Bericht zu dem Ergebnis, dass die derzeitigen Maßnahmen gegen den Klimawandel nicht ausreichen, um das Klimaziel des Pariser Abkommens zu erreichen. Darin war 2015 vereinbart worden, die Erderwärmung auf 1,5 bis deutlich unter 2 Grad Celsius zu beschränken. 181 Mitgliedsstaaten haben das Pariser Abkommen mittlerweile ratifiziert und ihre national festgelegten Reduktionsbeiträge (NDCs) bei der Uno hinterlegt.

Aktuellen Prognosen zufolge wird die Erderwärmung mit > 3 Grad Celsius bis zur Jahrhundertwende aber doppelt so hoch ausfallen wie angestrebt. Deshalb fordern die Experten des Weltklimarates schnelles Handeln: Bis 2030 müssten die Emissionen bereits sehr deutlich unter das Niveau von 2010 sinken und bis 2050 sogar auf null zurückgehen. Ziel der Weltklimakonferenz in Kattowitz war es nun, ein internationales Regelwerk zur Umsetzung des Pariser Abkommens zu definieren. Das ist den Verhandlungspartnern weitgehend gelungen.

Deutliche Weiterentwicklung

Dr. Urs Ruth, Chief Expert Energy and Climate Change

Für Bosch vor Ort war Dr. Urs Ruth, Chief Expert Energy and Climate Change. Der Experte erläuterte anderen Industrievertretern die wissenschaftlichen Hintergründe des 1,5-Grad-Ziels und ordnete den Bericht des Weltklimarates (IPCC) ein: Die allermeisten Klimaschutzszenarien des IPCC können die 1,5 Grad nur noch mit einem gewissen „Overshoot“ der Temperatur erreichen; zudem werden Technologien zum Einsatz kommen müssen, die das klimaschädliche CO2 wieder aus der Atmosphäre entfernen.

IPCC Szenario

Dr. Urs Ruth zeigt sich vom Ergebnis der Konferenz beeindruckt: „In Paris stand die 1,5-Grad Absicht noch diffus im Raum. Jetzt etabliert sie sich gerade als die neue Messlatte auf internationaler Ebene. Das ist eine deutliche Weiterentwicklung.“ Im Entscheidungstext der COP24 haben die Vertragsstaaten vereinbart, bis 2020 verbesserte Klimaschutzaktivitäten anzukündigen, um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen. „Erfreulicherweise diskutiert niemand mehr darüber, ob Treibhausgasneutralität erreicht werden soll, sondern nur noch wie und bis wann“, so Dr. Urs Ruth. „Beim Wie rückt neben verschiedenen Technologien auch die Sozialverträglichkeit in den Mittelpunkt.“

In Paris 2015 stand die 1,5-Grad Absicht noch diffus im Raum. Jetzt etabliert sie sich gerade als die neue Messlatte auf internationaler Ebene. Das ist eine deutliche Weiterentwicklung.

Dr. Urs Ruth, Chief Expert Energy and Climate Change

Emissionen senken, Wettbewerbsfähigkeit erhalten

Bernhard Schwager mit Majda Dabaghi und Bertrand Piccard
v.r.n.l.: Bernhard Schwager mit Majda Dabaghi, Senior Policy Executive bei der ICC in Paris, und Bertrand Piccard, Visionär und Gründer von Solar Impulse

Bernhard Schwager, Leiter der Geschäftsstelle Nachhaltigkeit bei Bosch, präsentierte die aktuelle Studie des Bundesverbands der deutschen Industrie (BDI) „Klimapfade für Deutschland“. Sie zeigt kosteneffiziente Wege auf, die deutschen Klimaziele zu erreichen. Der BDI möchte die Wettbewerbsfähigkeit Deutschlands sichern und Exporteuren zusätzliche Chancen am Weltmarkt eröffnen. Basis hierfür ist eine technologieoffene Analyse technischer und wirtschaftlicher Maßnahmen bis 2050.

Zur Senkung aller Treibhausgase bis 2050 im Vergleich zu 1990 zeigt die Studie drei Szenarien auf: Mit den aktuellen politischen Vorgaben lassen sich die Emissionen lediglich um 61 Prozent reduzieren. Die Bundesregierung hat allerdings das Ziel vorgegeben, den Ausstoß von Treibhausgasen um 80 bis 95 Prozent zu senken. Während eine Emissionseinsparung von 80 Prozent mit aktuell bereits verfügbaren Technologien möglich und volkswirtschaftlich verkraftbar wäre, braucht es für 95 Prozent neue Technologien. Laut BDI-Studie bedeute dies für weite Teile der deutschen Volkswirtschaft nahezu Nullemissionen. Die Politik muss dafür die Grundlagen schaffen und die internationale Zusammenarbeit fördern. Hier finden Sie ein Video zur BDI-Studie.

Investitionen in den Klimaschutz

Bosch leistet seinen Beitrag im Kampf gegen den Klimawandel. Ziel ist es bis 2020 35 Prozent weniger CO2-Emissionen (relativ) in den Standorten zu verursachen als im Jahr 2007. Dabei ist Bosch bereits auf einem guten Weg: 2017 gelang es, die Emissionen in Relation zur Wertschöpfung, bereits um 32,8 Prozent zu senken. Durch die Anstrengungen und wirksamen Effizienzmaßnahmen blieb das absolute Emissionslevel in den letzten zehn Jahren stabil – trotz eines rund 70-prozentigen Unternehmenswachstums. Bosch wird auch weiterhin in die Steigerung der Energieeffizienz seiner weltweiten Standorte investieren. Insgesamt fließen 7,3 Milliarden Euro des Umsatzes in Forschung und Entwicklung.

Bis 2020 verfolgt Bosch das Ziel, seine relativen CO2-Emissionen im Vergleich zu 2007 um 35 Prozent zu senken. Derzeit liegt die Verbesserung bei 32,8 Prozent.

Bernhard Schwager, Leiter der Geschäftsstelle Nachhaltigkeit

9 Prozent des Umsatzes

investiert Bosch in Forschung und Entwicklung.

Mehr Umweltschutz mit intelligenten Technologien

Technologie für Smarte agriculture

Bosch setzt auf intelligente Software-Lösungen für mehr Effizienz. In den Bereichen Gebäudetechnik, Mobilität und Landwirtschaft geht das Unternehmen bereits mit innovativen Technologien voraus. Die Connected Building Platform von Bosch Software Innovations vernetzt Geschäftsgebäude und verarbeitet die Daten innovativ in einer Cloud. Mit wenig Aufwand erhalten Betreiber und Facility Manager mittels Notebook oder Smartphone Einblick in die Key Performance Indicators (KPIs) und die Nutzung des Gebäudes. Diese Daten sorgen auch für einen energieeffizienteren Betrieb.

Bosch Mobility Solutions hilft beispielsweise Speditionen dabei, die Auslastung ihrer Fahrzeuge zu planen und Fahrdaten zu analysieren. Mithilfe der vernetzten Mobilität lassen sich Leerfahrten vermeiden. Dadurch können Unternehmen Ressourcen sparen und ihre Emissionen reduzieren.

Mit Smart Agriculture erleichtert Bosch Landwirten ihre tägliche Arbeit. Sensoren messen die Lufttemperatur, die Luftfeuchtigkeit und den Bewässerungsgrad des Ackerbodens. Das System zeigt auch an, wenn das Feld Dünger benötigt. Die Technik vermeidet damit unnötige Maßnahmen. Dadurch gelingt es, die Schadstoffbelastung des Grundwassers zu reduzieren.

Fazit

Die Pariser Klimaziele erfordern ein Umdenken in Politik,Wirtschaft und Gesellschaft. Nur durch schnelles Handeln und intelligente Lösungen lässt sich der Klimawandel noch rechtzeitig eindämmen. Dabei bedarf es auch einer politischen Grundlage zur Förderung von technischen Innovationen, die dabei helfen Ressourcen zu sparen und Energieeffizienz zu steigern. Bosch leistet einen entscheidenden Beitrag zum Kampf gegen die globale Erwärmung. Mit langfristigen Investitionen in Umweltschutz und effizienter Ressourcennutzung sowie smarter Technologie unterstützt das Unternehmen die Ziele der Weltklimakonferenz.

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