Altes Bürogebäude von Bosch in Australien
Geschichte

Startschuss Down Under – Bosch produziert in Australien

Clock 5 Minuten

Als die Wirtschaft nach dem Zweiten Weltkrieg zu wachsen begann, erinnerte man sich bei Bosch schnell wieder an erfolgreiche Vorkriegsprojekte, die der Krieg unterbrochen hatte – wie die Produktion von Zündkerzen in Bosch-Lizenz in Australien.

Von der Lizenzfertigung zum Joint Venture

Da traf es sich gut, dass auch die australische Wirtschaft nicht mehr so sehr von Exporten abhängig sein wollte und mehr auf Produktion vor Ort setzte. Aus der wieder aufgenommenen Lizenzproduktion mit der die australischen Firma Pyrox Pty Ltd wurde ein Gemeinschaftsunternehmen, das 1954 in Clayton südlich von Melbourne begann, Automobilausrüstung zu produzieren.

Alte Bekannte

Die Produktionsstätte von Bosch in Melbourne, 1960
Die Produktionsstätte von Bosch in Melbourne, 1960

Als das neue Werk in Betrieb ging, war der Name „Bosch“ für Australier längst kein Fremdwort mehr. Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts vertrieb die Firma A.E. Kemsley & Co. Pty Ltd in Melbourne und Sydney Bosch-Produkte. Im Jahr 1922 gründete dann August Hoette, der Geschäftsführer der Pyrox Pty Ltd, dem späteren Partner, die Robert Bosch Supply & Service Co. Pty Ltd in Melbourne. Eine Geschäftsbeziehung, die lange anhielt, auch wenn Bosch 1956 die Anteile am Gemeinschaftsunternehmen übernahm.

Der Hauptsitz von Bosch in Australien, 2016
Der Hauptsitz von Bosch in Australien, 2016

Dreiklang: Entwicklung, Fertigung und Vertrieb

Die australische Bosch-Gesellschaft weitete Vertrieb und Produktion immer weiter aus. Auch im Bereich Forschung und Entwicklung wurde Pionierarbeit geleistet, wie man am Beispiel der elektronischen Fahrzeugsicherungssysteme sehen kann. Auf diesem Gebiet übernahm die Robert Bosch (Australia) Pty Ltd als erste Regionalgesellschaft der gesamten Bosch-Gruppe 1993 die weltweite Produktverantwortung.

Diese umfasste Entwicklung, Fertigung und Vertrieb.

2015 wurde zudem ein Kompetenzzentrum für Sicherheitstechnik rund um Fahrzeuganhänger in Betrieb genommen. Von Australien aus entwickelt Bosch hierzu Lösungen für den Weltmarkt.

Christine Siegel

Als Historikerin arbeite ich seit über 20 Jahren in der Historischen Kommunikation bei Bosch. Genauso lange bin ich für die historischen Printmedien verantwortlich, vor allem für das Magazin zur Bosch-Geschichte. Darüber hinaus betreue ich das historische Filmarchiv und bin Ansprechpartner für Fragen zur Geschichte von Bosch in Nord- und Südamerika und Großbritannien – für Letzteres besonders gerne, denn dort habe ich drei Jahre gelebt.

Aufnahme von Christine Siegel

Teile diese Seite auf