Robert Bosch mit experimentellem Diesel-Lkw und Mitarbeitern
Geschichte

Zum zweiten Mal gegründet: Bosch und die Dieseltechnik

5 Minuten

Was wäre, wenn die Zündung an Erfolg verlieren würde. „Womit beschäftige ich meine Leute dann?“, wie Bosch vor knapp 100 Jahren selbstkritisch fragte.

Aus der Nische zum Standbein

Man soll sich seiner Sache nie zu sicher sein. Das wusste auch Robert Bosch. Er ruhte sich nicht auf seinen Lorbeeren als Autozulieferer der ersten Stunde aus, der bis in die 1920er Jahre millionenfach Zündsysteme für Autos verkauft hatte. Und Bosch war sich seiner Verantwortung gegenüber der Belegschaft bewusst.

Eintagsfliegen und Eisen im Feuer

Diesel Einspritzpumpe
Diesel Einspritzpumpe

Die Lösung war es, „andere Eisen ins Feuer“ zu legen, wie er es später im Rückblick formulierte. Bosch fand nach 1910 neue Produkte rund ums Auto, Licht, Anlasser oder Scheibenwischer, und nach einer Auto-Absatzkrise 1925/26, die auch Boschs Unternehmen in eine Krise geraten ließ, auch ganz andere Produkte, die wie von Bosch heute noch kennen, Hausgeräte oder Elektrowerkzeuge. Und zeitlich mitten drin mauserte sich ein Nischenprodukt zum Erfolg: Der Dieselmotor für das Automobil, und Bosch entwickelte die nötige Einspritztechnik ab 1922. Im November 1927 war sie schließlich serienreif, und die ersten 1.000 Stück durften vom Band laufen.

Die Firma zum zweiten Mal gegründet

„Mit dieser Sache hast du deine Firma zum zweiten Mal gegründet“. So kommentierte Robert Boschs Tochter Margarete Anfang der 1930er Jahre dieses neue Geschäftsfeld des Unternehmens. Und sie hatte nicht ganz unrecht: Bis heute ist Diesel Systems der größte Bosch-Geschäftsbereich.

Kathrin Fastnacht

Seit 2007 bin ich Leiterin der Historischen Kommunikation bei Bosch und beschäftige mich mit der Bewahrung und Vermittlung unserer Unternehmensgeschichte. Zuvor war ich über 10 Jahre lang als wissenschaftliche Mitarbeiterin und Selbstständige in verschiedenen Museen tätig. Als promovierte Historikerin und Kulturwissenschaftlerin will ich zeigen, dass Geschichte nicht verstaubt sondern aktuell und spannend ist - denn Zukunft braucht Herkunft.

Aufnahme Kathrin Fastnacht

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