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Geschichte

Antriebs- und Steuerungslösungen auf höchstem Niveau

Die Geschichte von Bosch Rexroth

Zwei Männer mit Teilen einer großen Leuchtschrift „Rexroth“ und „Bosch“.

Mit dem Zusammenschluss der Automationstechnik von Bosch und des Unternehmens Rexroth zum 01.05.2001 wurden nicht nur Kompetenzen gebündelt, es entstand auch viel Neues. In den folgenden zweieinhalb Jahrzehnten etablierte sich Bosch Rexroth als einer der führenden Anbieter für Antriebs- und Steuerungstechnologie.

Wasserrauschen und Hammerschläge im Spessart auf der einen Seite, Bohren, Schleifen und Feilen in der Stuttgarter Hinterhofwerkstatt auf der anderen: sowohl Rexroth als auch Bosch können auf eine lange Geschichte zurückblicken. Im Jahr 1795 übernahm die aus dem Odenwald stammende Familie Rexroth eine Eisenschmiede im Elsavatal und weitete ihr Handwerk der Eisenbearbeitung im Spessart aus. Gut 90 Jahre später, als die Industrialisierung in Südwestdeutschland schon deutlich an Fahrt aufgenommen hatte, gründete Robert Bosch seine Werkstätte für Feinmechanik und Elektrotechnik.

Rexroth und der Eisenguss

Arbeiter steht in ringförmigen Statorenteil, daneben frühe Werbeanzeige
Frühe Eisenprodukte von Rexroth: Gusseiserne Säulen, Zäune und Treppen (1888) sowie bis zu 10 Tonnen schwere Statorenteile (1909)

1850 traf Georg Ludwig Rexroth eine zukunftsweisende Entscheidung. Er kaufte eine Eisengießerei in Lohr am Main, die verkehrsgünstig an einer Schifffahrtsstraße und an einer Bahnstrecke lag. Der Gießereibetrieb fertigte zunächst Gusswaren für Haushalt und Handwerk sowie Teile für die Eisenbahn. Durch die Einführung neuer Verfahren konnte Rexroth ab den 1930er Jahren sehr dichtes und druckfestes Gusseisen herstellen, das auch im Bereich der Hochdruckhydraulik zum Einsatz kam. Um sich ein zweites Standbein neben dem Gießereibetrieb zu schaffen, stieg Rexroth in den 1950er Jahren gezielt in das Hydraulikgeschäft ein und legte damit den Grundstein für die erfolgreiche Weiterentwicklung des Unternehmens. 1968 beteiligte sich der Mannesmann-Konzern zu 50 Prozent an Rexroth und erwarb 1975 die restlichen Anteile der Gründerfamilie.

Partner für die Industrie

In der Folge baute das Unternehmen ein breites Produktprogramm unterschiedlicher Techniken zum Antreiben, Steuern und Bewegen auf: Hydraulik, NC-Antriebstechnik, Getriebetechnik, Lineartechnik und Pneumatik. Auf die Jahre des rasanten Wachstums folgte Ende der 1990er Jahre eine Phase der Konsolidierung und Restrukturierung. Die Mannesmann AG konzentrierte sich auf das Telekommunikationsgeschäft und fasste im Januar 2000 ihre Industriesparte für einen Börsengang zur Atecs Mannesmann AG zusammen. Nach der Übernahme und Zerschlagung des Mannesmann-Konzerns durch Vodafone im Frühjahr 2000 erwarb ein Konsortium aus Siemens und Bosch die Atecs.

Zwei Männer in einem Prüfraum mit Testgeräten und Komponenten
Prüfung von Hydraulikkomponenten, 1973

Industrieausrüstung bei Bosch

Mit der Übernahme des großen Wettbewerbers Rexroth ergab sich für Bosch die Chance, die eigene Automationstechnik-Sparte entscheidend voranzubringen und in die weltweite Spitzengruppe der Antriebs- und Steuerungstechnik vorzustoßen.

Auf der Suche nach neuen Geschäftsfeldern hatte Bosch, ähnlich wie Rexroth, in den 1950er Jahren mit der Fertigung von Hydraulikprodukten begonnen. Ausrüstung und Anlagen für die Fertigung baute Bosch seit den Anfängen der Großproduktion vorrangig für den eigenen Bedarf, nach und nach auch für externe Kunden. In den 1960er Jahren richtete Bosch den Bereich Industrieausrüstung ein und investierte in dessen Auf- und Ausbau. Der Einsatz elektronischer Steuerungen sorgte in der Montagetechnik für einen immensen Entwicklungssprung und eröffnete neue Möglichkeiten für die Automatisierung der Fertigung.

Bäuerin auf einem Traktor und Schwenkarmroboter in der Fertigung
Hydraulik-Produkte für die Landwirtschaft (1950er Jahre) und Schwenkarmroboter (um 1985) von Bosch

Gründung der Bosch Rexroth AG

Leuchtschrift-Schriftzug Rexroth Bosch Group
Präsentation des neuen Schriftzugs, 2001

Zum 1. Mai 2001 ging die neu gebildete Bosch Rexroth AG offiziell an den Start. Es war eine große Aufgabe, eine neue tragfähige Organisation zu schaffen und zusammen eine Unternehmenskultur aufzubauen, die den alten Konkurrenzkampf hinter sich ließ. Die neuen Teams mussten entscheiden, welche Produkte künftig weiterentwickelt werden sollten, denn die Technologien der beiden fusionierten Firmen unterschieden sich teils im Hinblick auf Mechanik, Elektronik und Steuerung voneinander. Neben den Unterschieden der beiden Partner gab es aber auch viele Gemeinsamkeiten. Werte wie Zuverlässigkeit und Kundenorientierung, eine hohe Qualität der Produkte und Lösungen sowie die Bereitschaft zur Zusammenarbeit erleichterten die Integration. Bosch Rexroth nutzte das Know-how beider Unternehmen und verzeichnete bis 2008 ein starkes Wachstum – sowohl aus eigener Kraft als auch durch weitere Zukäufe.

Bosch Rexroth erfindet sich neu

Die internationale Wirtschafts- und Finanzkrise führte 2008 zu einem erheblichen Auftragsrückgang und erforderte neue strategische Ansätze. So entwickelte Bosch Rexroth modulare und intuitiv bedienbare Produkte, die den Engineering-Aufwand der Kunden verringerten. Da technologieübergreifende Lösungen zunehmend an Bedeutung gewannen, wurde der Drive & Control-Ansatz an die Bedürfnisse der verschiedenen Branchen angepasst: alle relevanten Technologien griffen nahtlos ineinander und ermöglichten maßgeschneiderte, energieeffiziente und sichere Produkte. Gleichzeitig erfolgte die Konzentration der einzelnen Bereiche auf ihr Kerngeschäft in den Bereichen Hydraulik und Fabrikautomation.

Fertigungsaufbau mit Montagesystem und Sortierroboter
In der Modellfabrik in Ulm präsentiert Bosch Rexroth Lösungen für die flexible, produktive und smarte Fabrik.

WE MOVE. YOU WIN.

Heute bündelt Bosch Rexroth weltweite Anwendungserfahrungen in den Marktsegmenten Mobile und Industrie-Anwendungen sowie Fabrikautomation. Bereits früh positionierte sich das Unternehmen als Anbieter softwarebasierter, automatisierter und vernetzter Anwendungen der Industrie 4.0. Mit intelligenten Komponenten, maßgeschneiderten Systemlösungen, Engineering sowie Dienstleistungen schafft Bosch Rexroth die Voraussetzungen für vollständig vernetzbare Anwendungen. Bosch Rexroth bietet seinen Kunden Hydraulik, Elektrische Antriebs- und Steuerungstechnik, Getriebetechnik sowie Linear- und Montagetechnik einschließlich Software und Schnittstellen ins Internet der Dinge.

Traktor, Kranwagen, Radlader und Bagger vor Hintergrundgestaltung mit 0 und 1
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Autorin: Bettina Simon

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