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Umwelt

Umweltschutz entlang der gesamten Wertschöpfungskette

Torsten Kallweit

Wir verfolgen konkrete Strategien für den Klimaschutz, um Wasser einzusparen und um eine verlässliche Kreislaufwirtschaft zu etablieren.

Torsten Kallweit, Leitung Nachhaltigkeit und EHS

Vorreiter im Klimaschutz

Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen für die Menschheit – ihn aufzuhalten ist eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

Bereits seit 2020 ist Bosch mit seinen weltweit über 400 Standorten klimaneutral (Scope 1 und 2). Eine unabhängige Prüfungsgesellschaft hat dies offiziell bestätigt. Nun wollen wir den Mix an Maßnahmen optimieren und so das Klima weiter entlasten. Gleichzeitig wollen wir den Klimaschutz über unseren unmittelbaren Einflussbereich hinaus gestalten und auch die vor- und nachgelagerten Emissionen (Scope 3) systematisch verringern – bis 2030 sollen sie um 15 % sinken. 2021 haben wir dazu mit unseren Geschäftsbereichen konkrete CO₂-Reduktionsziele für die Produktnutzungsphase vereinbart. Und auch bei der Auswahl unserer Lieferanten beziehen wir deren Klimaschutz-Aktivitäten als Vergabekriterium in die Entscheidung ein.

Bosch-Klimaziele in den Scopes 1-3: Klimaneutral ab 2020 in Scopes 1 und 2; - 15% bis 2030 in Scope 3
Bosch-Klimaziele

Die vier Hebel der Neutralstellung

Für die erfolgreiche Umsetzung unserer Klimaneutralität haben wir vier Hebel definiert: Energieeffizienz steigern, regenerative Energieerzeugung ausbauen, den Bezug von Grünstrom erweitern und – als letzte Option – unvermeidbare CO₂-Emissionen mit Kompensationsmaßnahmen (Carbon Credits) ausgleichen. Dabei war uns von Beginn an wichtig, bereits 2020 die Klimaneutralität zu erreichen und so das Klima möglichst schnell zu entlasten. Bis 2030 wollen wir nun den Mix unserer vier Hebel kontinuierlich weiter optimieren, um einen signifikanten Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. So wollen wir die Anteile Kompensation und Grünstrom aus bestehenden Anlagen senken und die Energieeffizienz sowie New Clean Power weiter steigern.

Klimaschutz über die gesamte Wertschöpfungskette

Wir wollen den Klimaschutz über unseren unmittelbaren Einflussbereich (Scope 1 und 2) hinaus gestalten und auch die vor- und nachgelagerten Emissionen (Scope 3), wo möglich, systematisch verringern – bis 2030 sollen sie im Vergleich zum Basisjahr 2018 um 15 % sinken. Dieses Ziel wurde, wie auch die Zielsetzung zu Scope 1 und 2, von der Science Based Targets Initiative (SBTi) bestätigt. Damit hat Bosch die gesamte Wertschöpfungskette – von der Beschaffung bis zur Nutzung der Produkte – mit wissenschaftsbasierten Klimazielen abgedeckt. Vorgelagerte Emissionen in der Wertschöpfungskette von Bosch betreffen vor allem beschaffte Güter und Dienstleistungen sowie die Logistik. Die nachgelagerten Emissionen entstehen vor allem bei der Nutzung unserer Produkte.

Beschaffte Güter und Dienstleistungen

Um die CO₂-Emissionen beschaffter Güter und Dienstleistungen zu verringern, streben wir einen engen Austausch mit unseren Lieferanten an. 2020 haben wir dazu die Lieferantengruppen mit dem größten Einkaufsvolumen und den höchsten CO₂-Emissionen identifiziert. 2021 wurden rund 1 000 Lieferanten direkt kontaktiert, um Realdaten über ihre CO₂-Emissionen zu erhalten. Dazu nutzten wir die Plattform des Carbon Disclosure Project (CDP) sowie eigene Abfragen. So haben wir inzwischen für rund ein Viertel unseres Einkaufsvolumens Transparenz über den Status der CO₂-Bilanzierung und die entsprechenden Aktivitäten unserer Lieferanten geschaffen.

Logistik

Im Bereich Logistik legen wir einen Schwerpunkt auf den Transport. Neben der Verringerung von Lufttransporten und der Bündelung von Frachten setzen wir dabei auf die konsequente Anwendung des „Total Cost of Ownership (TCO)“-Ansatzes, der wesentliche Kostenbestandteile wie Frachtkosten oder Zölle berücksichtigt. Die Nähe potenzieller Lieferanten zu unseren Standorten ist daher ein wichtiges Auswahlkriterium. So optimieren wir die Anzahl und Auslastung der Transporte und halten die CO₂-Emissionen so gering wie möglich.

Nutzungsphase der Produkte

Bosch-Produkte sind auf Energieeffizienz ausgelegt und tragen so während ihrer Nutzung zur Schonung des Klimas bei. 2020 haben wir zusätzliche Potenziale identifiziert, um die CO₂-Emissionen in der Nutzungsphase weiter zu reduzieren. Die entsprechenden Ansatzpunkte lassen sich dabei in drei Hebel kategorisieren, die wir in den einzelnen Geschäftsbereichen in unterschiedlicher Weise beeinflussen können: die weitere Steigerung der Energieeffizienz, die Gestaltung des Produktportfolios und die Transformation des Energiesektors.

Fragen und Antworten zum Klimaschutz bei Bosch

„Wir konzentrieren unsere Aktivitäten auf Gebiete, in denen Wasser besonders knapp ist – und schaffen dort mit spezifischen Lösungen einen möglichst großen Nutzen.“
Andreas Siegle, Wasserexperte bei Bosch

Wasser achtsam nutzen

Der achtsame Umgang mit Wasser gehört weltweit zu den obersten Prioritäten von Bosch. Auch hier verfolgen wir seit vielen Jahren eine klare Strategie, um der Verknappung von Wasser entgegenzuwirken.

Die Ergebnisse des WWF Water Risk Filters: 56 Standorte von Bosch liegen in Gebieten mit Wasserknappheit.
Die Ergebnisse des WWF Water Risk Filters: 56 Standorte von Bosch liegen in Gebieten mit Wasserknappheit.

Bereits 2018 haben wir unsere Standorte anhand des Water Risk Filter des WWF analysiert. Dadurch wissen wir, dass 56 unserer Standorte in Gebieten mit höchster oder hoher Wasserknappheit liegen. Auf diesen Standorten liegt unser Fokus, hier wollen wir bis 2025 unsere absolute Wasserentnahme um 25 % reduzieren. So können wir durch systematische Einsparungen zeitnah signifikante Verbesserungen dort erzielen, wo Wasser eine besonders wertvolle Ressource ist. Für entsprechende Maßnahmen steht bis 2025 ein jährliches Budget in Höhe von 10 Mio. Euro zur Verfügung.

Bosch hat die Wasserentnahme in Knappheitsregionen seit 2017 um 21,5 % verringert. Allein mit den mehr als 200 Projekten, die wir seit 2019 gestartet haben, sparen wir jährlich bis zu 500 000 m³ Wasser ein.

System zur Wasseraufbereitung am Standort Wuxi, China
System zur Wasseraufbereitung am Standort Wuxi, China

Drei Ansatzpunkte zur schonenden Wassernutzung

Bosch benötigt Wasser für Kühlsysteme, Sanitäranlagen und technische Prozesse. In Gebieten mit angespannter Wassersituation nutzen wir bereits heute nach Möglichkeit recyceltes Wasser, indem wir gebrauchtes Wasser im Kreislauf mehrfach verwenden. Diese Maßnahme werden wir weiter ausbauen. Zudem fokussieren wir uns auf Prozessverbesserungen und die Nutzung von Regenwasser, um die Wasserentnahme an unseren Standorten weiter zu reduzieren.

Verbesserung der Prozesse sodass weniger Wasser benötigt wird

Verbesserung der Kreislaufführung um das eingesetzte Wasser wiederzuverwenden

Nutzung von Regenwasser anstelle von Frischwasser

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