Bosch-Wasserkraftwerk in Blaichach von oben
Nachhaltigkeit

Aktiv für den Klimaschutz

Wie Bosch weltweit seinen CO₂-Fußabdruck auf Null bringt

8 Minuten

Bereits ab dem Jahr 2020 wird Bosch vollständig klimaneutral sein. Die über 400 Bosch-Standorte weltweit – von der Entwicklung über die Produktion bis zur Verwaltung – werden dann keinen CO₂-Fußabdruck mehr hinterlassen. Im Jahr 2018 verbrauchte Bosch weltweit rund 7,8 Terawattstunden Energie. Es ist nicht möglich, diesen Verbrauch sofort und radikal zu reduzieren. Die entsprechenden Kohlendioxidemissionen können jedoch komplett neutralisiert werden – unternehmensweit rund 3,3 Millionen Tonnen im Jahr 2018. Um dieses Ziel zu erreichen, setzt Bosch bereits seit Jahren auf verschiedene Maßnahmen der Kohlendioxidreduktion. Hier einige exemplarische Highlights.

Blaichach, Deutschland – Strom aus dem Strom

Die Kraft des Wassers zu nutzen, hat am Standort in Blaichach lange Tradition. Die über hundert Jahre alte Anlage aus dem Jahr 1907 wurde 1960 von Bosch übernommen und aufgrund ihres großen Potentials 2012 aufwändig modernisiert und ausgebaut. Zuvor konnte lediglich eine Wassermenge von maximal 2,4 m³ pro Sekunde verarbeitet werden, was bedeutete, dass vor allem während der Schneeschmelze das Wasserdargebot nicht vollständig genutzt werden konnte. Die jährliche maximale Energiegewinnung lag zu dieser Zeit bei 9 000 MWh. Die Sanierung beinhaltete die Installierung größerer Druckrohrleitungen, ein neues Kraftwerksgebäude und leistungsfähigere Turbinen. 2018 erzeugte das Wasserkraftwerk 12 200 MWh regenerativen Strom und konnte dadurch rund 45 Prozent des Gesamtstrombedarfs am Standort durch Eigenerzeugung decken.

Rodez, Frankreich – Nachhaltiges Heizsystem

Biomasseheizwerk in Rodez, Frankreich.

Den CO₂-Fußabdruck verkleinern – mit diesem Ziel hat das Team am Standort Rodez in Frankreich bereits 2009 seine Planungen begonnen. Seit 2013 versorgt ein eigenes Biomasseheizwerk den Standort. In der Anlage werden Holzschnitzel verbrannt, die das Werk aus der lokalen, nachhaltigkeitszertifizierten Forstwirtschaft bezieht. Die dabei entstehende Energie nutzt Rodez für die Erzeugung von Warmwasser und Prozesswärme. Durch den Einsatz der Holzschnitzelanlage deckt der Standort durchschnittlich 90 Prozent seines Heizbedarfs. Jährlich werden rund 6 600 Tonnen Holzschnitzel benötigt. Bei der Verbrennung dieser Biomasse wird lediglich die Menge an CO₂ frei, die die Bäume zuvor der Atmosphäre entzogen haben. Pro Jahr reduziert das Werk dadurch seine Emissionen um rund 600 Tonnen.

Juarez, Mexiko – Windenergie als Hauptquelle

Mexiko ordnet seine Energieversorgung neu. Die mexikanische Energiereform sieht vor, 35 Prozent des Strombedarfs bis 2024 aus nicht fossilen Energiequellen zu erzeugen. Die geografische Lage und die klimatischen Bedingungen, mit vielen Sonnenstunden und windertragreichen Gegenden sowie eine engagierte Förderung durch Politik und Unternehmen, bieten eine gute Basis. Bosch ist Teil dieser Bewegung und setzt hohe Maßstäbe: Mehr als 80 Prozent des Strombedarfs aller Bosch-Standorte in Mexiko wird über Exklusiv-Bezug aus einem Windpark, „Dominica“ im Bundesstaat San Luis Potosí, abgedeckt. Durch die Umstellung auf vorwiegend erneuerbare Energien konnten im Jahr 2018 bei Bosch in Mexiko 56 000 Tonnen CO₂ eingespart werden.

 Windpark in Juarez, Mexiko

Homburg, Deutschland – Daten nutzen, Energie sparen

 Ernergiemanagment in der Bosch-Fabrik in Homburg

Das energieeffiziente, selbstlernende Werk – dieser Vision kommt der deutsche Bosch-Standort Homburg im Saarland immer näher. Der Standort hat dadurch in den vergangenen beiden Jahren rund 5 000 Tonnen Kohlendioxid eingespart, seit 2007 sind es sogar mehr als 23 000 Tonnen CO₂. Der Ansatz: Maximale Transparenz trifft technische Innovation. Mithilfe von rund 10 000 Messpunkten werden Daten der Anlagen in einer Bosch-eigenen Energiemanagement-Plattform zusammengeführt. Die Mitarbeiter können so den Verbrauch jeder einzelnen Maschine verfolgen und verbrauchsoptimiert steuern. Zu den technischen Lösungen zählen bedarfsorientierte Regulierung der Hallenlüftung, Abwärmenutzung aus diversen Bearbeitungsprozessen und nicht zuletzt das Abschaltmanagement der Anlagen.

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