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Research

20 Jahre Bosch Unfallforschung

Wie Unfälle vermieden und Unfallfolgen abgemildert werden können – damit beschäftigt sich seit 2006 die Unfallforschung von Bosch Research.

16.03.2026
Renningen
Gruppenbild der Mitglieder der Bosch Unfallforschung, während des Symposiums zum Thema Unfallforschung bei Bosch Research, Renningen.

Vor 20 Jahren wurde die Unfallforschung als eigenständiges Thema der Bosch Forschung etabliert. Heute würdigte Bosch Research auf dem Campus Renningen im Rahmen eines Symposiums mit Partnern aus Wissenschaft und Wirtschaft dieses wichtige Forschungsfeld: Mehr als 100 interne und externe Teilnehmende lassen die Erfolgsgeschichte von 20 Jahren Unfallforschung bei Bosch Research Revue passieren und diskutieren mit Vertreterinnen und Vertretern von Behörden und der Automobilindustrie die Bedeutung der Unfallforschung für die Zukunft.

Michael Kessler bei seiner Rede während dem Symposium der Bosch Unfallforschung.
Michael Kessler, Mitglied der Geschäftsleitung des Zentralbereichs Forschung und Vorausentwicklung der Robert Bosch GmbH, bei seiner Ansprache beim Symposium der Bosch Unfallforschung.

„20 Jahre gebündelte Unfallforschung bei Bosch – ein Meilenstein, auf den wir stolz sind. Die Sicherheit im Straßenverkehr ist tief in unserer Unternehmens-DNA verankert – eine Mission, die schon Robert Bosch antrieb. Seit zwei Jahrzehnten treibt unsere zentrale Forschung Innovationen für eine sicherere Mobilität voran, von Pkw, Bussen und Motorrädern bis hin zu E-Bikes“, sagte Stefan Hartung, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH.

Die Bosch Unfallforschung arbeitet daran, die Sicherheit auf den Straßen weltweit zu erhöhen. Das Ziel ist klar: Unfälle verhindern, Verletzungsfolgen mindern und Menschenleben retten. Dazu analysiert sie Daten von Unfällen, identifiziert Risikofaktoren und leitet daraus Präventivmaßnahmen ab. Diese Erkenntnisse schaffen die Grundlage für Bosch, bestehende Sicherheitssysteme für Fahrzeuge zu verbessern und innovative Technologien zu entwickeln. Damit lassen sich aktuelle und zukünftige Sicherheitsstandards im Straßenverkehr erhöhen.

360-Grad-Blick auf das Verkehrsgeschehen

Die Bosch Unfallforschung geht noch einige Schritte weiter. Das interdisziplinäre Team unter der Leitung von Thomas Lich, Fachreferent und Teamleiter der Bosch Unfallforschung, unterstützt auch bei der Produktstrategie der Bosch-Geschäftsbereiche sowie bei der Entwicklung von Sensoren und Systemen, schätzt ihre Wirksamkeit ab und bewertet die Effektivität im Feld. Zudem trägt die Unfallforschung zum Qualitätsmanagement bei, indem sie als neutrale Instanz Analysen zur Bewertung der Unfallschwere bereitstellen kann. Da Bosch im Mobilitätsbereich breit aufgestellt ist, umfasst das Arbeitsfeld der Unfallforschung heute verschiedene Fahrzeugarten: von E-Bikes über Motorräder, Pkw und Nutzfahrzeuge bis hin zu Schienenfahrzeugen. Und das weltweit.

In den zurückliegenden Jahren hat die Bosch Unfallforschung ihren Fokus erweitert und analysiert nicht nur detailliert Verkehrsunfälle, sondern auch den Straßenverkehr im Allgemeinen. Das Forschungsteam nutzt dazu Verkehrsbeobachtungsdaten und Daten aus Assistenzsystemen im Feld, um wertvolle Erkenntnisse abzuleiten. Damit wird die Sicherheit von Fahrzeugen, Fahrzeuginsassen und anderen Verkehrsteilnehmenden in allen Verkehrssituationen kontinuierlich verbessert.

Datenbasierte Forschung

Das Team der Bosch Unfallforschung um einen Schreibtisch herum bei der Analyse von Verkehrs- und Unfalldaten.
Eine breite Datenbasis aus amtlichen Statistiken, Unfalldatenbanken oder von Versicherungen ist das A und O der Unfallforschung.

Bei der Unfallforschung setzt Bosch Research auf eine breite Datenbasis – über die Unternehmensgrenzen hinaus – zum Beispiel auf die Daten aus dem GIDAS-Projekt. Das Akronym steht für German In-Depth Accident Study, ein 1999 gegründetes Gemeinschaftsprojekt der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt) und der Forschungsvereinigung Automobiltechnik (FAT). Ziel des GIDAS-Projekts ist die umfassende Dokumentation von Verkehrsunfällen mit Personenschaden in drei Erhebungsgebieten in Deutschland. Über die Mitgliedschaft in der FAT hat die Bosch Unfallforschung Zugang zu diesen Daten. Heute umfasst die GIDAS-Unfalldatenbank Details von knapp 50 000 realen Unfällen. Aus den Datenbankanalysen lässt sich unter anderem ableiten, in welchen Situationen Bosch-Systeme Unfälle verhindern oder ihre Folgen abmildern können. Auch die quantitativen Schätzungen, wie viele Unfälle durch Systeme wie ESC, Motorrad-ABS oder E-Bike-ABS vermieden werden konnten oder könnten, stützen sich auf detaillierte Datenanalysen.

International anerkannt

Ein Kernprinzip der Unfallforschung ist: Ihre Erkenntnisse sollen die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmenden verbessern. Und das in globalem Maßstab, denn im Lauf der Jahre wurden erfolgreiche Forschungsprojekte auch in den USA, sowie in China, Indien, Thailand und anderen asiatischen Staaten durchgeführt. In Thailand beispielsweise startete 2018 ein Projekt von Bosch und dem dortigen Central Institute of Forensic Science (CIFS): der Aufbau der Thailand In-Depth Accident Science (TIDAS) Datenbank. In der gemeinsamen Datensammlung werden nach wissenschaftlichen Standards und dem Vorbild der deutschen GIDAS tödliche Unfälle erfasst. Die Kooperation ist aktuell bis Ende 2026 angelegt.

Thomas Lich und Kanik Chalermphak während einer Unterweisung der Unfallexperten des CIFS.
Thomas Lich von der Bosch-Unfallforschung und Kanik Chalermphak geben ihr Fachwissen an die Unfallexperten des CIFS in Thailand weiter.

In Regionen mit einem hohen Niveau der Verkehrssicherheit wie Westeuropa verschiebt sich der Fokus der Forschung gegenwärtig auf Unfälle ohne Personen-, jedoch mit Sachschäden. Dabei arbeitet die Bosch Unfallforschung unter anderem mit der Versicherungswirtschaft zusammen, denn die zunehmend komplexe Sensorik von Assistenzsystemen führt häufig bereits bei kleineren Unfällen zu hohen Schadenssummen.

„Mit ihrem globalen Ansatz und der kontinuierlichen Weiterentwicklung datenbasierter Analysen in enger Zusammenarbeit mit externen Partnern bleibt die Bosch Unfallforschung so ein entscheidender Treiber für mehr Sicherheit im Straßenverkehr und die Verbesserung zukünftiger Mobilitätslösungen weltweit“, sagte Michael Kessler, Mitglied der Geschäftsleitung des Zentralbereichs Forschung und Vorausentwicklung der Robert Bosch GmbH, zum Abschluss der Veranstaltung.

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