Zum Hauptinhalt springen
Research

Bosch-Team gewinnt Deutschen Zukunftspreis für Brennstoffzellen-Antriebssystem

Ein Forschungsteam von Bosch Research hat gemeinsam mit einem Entwicklerteam von Bosch Mobility den Deutschen Zukunftspreis erhalten. Die Auszeichnung unterstützt die Entwicklung der Brennstoffzellentechnologie insbesondere für den Schwerlastverkehr.

19.11.2025
Berlin

Für die Entwicklung des Fuel Cell Power Modules (FCPM) hat das Bosch-Team um Christoffer Uhr, Kai Weeber und Pierre Andrieu jetzt den Deutschen Zukunftspreis 2025 erhalten. Die Auszeichnung des Bundespräsidenten würdigt das System als Schlüsseltechnologie für eine klimaneutrale Mobilität. „Der Preis ist eine herausragende Anerkennung für das gesamte Team. Er zeigt, welches Innovationspotenzial in Wasserstoff steckt – und welch entscheidende Rolle Bosch dabei spielt“, sagt Dr. Stefan Hartung, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH.

Das prämierte Fuel Cell Power Module wandelt Wasserstoff und Sauerstoff in elektrische Energie um. So können Nutzfahrzeuge auf langen Strecken vollständig CO₂-frei betrieben werden – sofern sie grünen Wasserstoff im Tank haben. Die einzige verbleibende Emission ist Wasserdampf. Damit leistet Bosch einen wichtigen Beitrag zur Klimaneutralität im Güterverkehr. Schwere Lkw verursachen in der EU mehr als ein Viertel der CO₂-Emissionen des Straßenverkehrs, sind gleichzeitig, aber unverzichtbar für den Waren- und Gütertransport. „Mit dem Fuel Cell Power Module zeigt Bosch, dass Wasserstofftechnologie serienreif ist und einen wichtigen Beitrag zur Dekarbonisierung des Straßenverkehrs leisten kann“, sagt Hartung. „Die Kombination aus Ingenieurskunst, Erfahrung und Systemverständnis macht das Antriebssystem zu einem wichtigen Schritt in Richtung nachhaltiger Mobilität.“

„Der Zukunftspreis ist eine herausragende Anerkennung für unser gesamtes Team und würdigt die tiefgreifende Forschungsleistung, die wir bei Bosch Research bereits seit 2014 in die Brennstoffzellentechnologie investieren. Diese Grundlagenarbeit ist wichtig, um gemeinsam mit dem Bosch Mobility Bereich solche komplexen Systeme zur Serienreife zu bringen. Damit treiben wir die gesamte Wasserstoff-Wertschöpfungskette voran,“ sagte Dr. Udo-Martin Gómez, Vorsitzender der Geschäftsleitung des Zentralbereichs Forschung und Vorausentwicklung der Robert Bosch GmbH.

Kai Weber, Leiter des Portfolios Chemical Energy Converters bei Bosch Research, führte aus: „Als Forscher bin ich überzeugt, dass Innovation Zeit, Geduld und insbesondere Menschen erfordert, die an Visionen glauben. Ich bin außerordentlich dankbar, dass mein Team und ich bei Bosch Research ein Umfeld vorfinden, das es uns ermöglicht, trotz anfänglicher Herausforderungen an vielversprechenden Ideen festzuhalten und diese zum geeigneten Zeitpunkt zur Serienreife zu entwickeln.“

Mehrere tausend Lkw sind mit Bosch-System weltweit auf der Straße

Der Serienstart des FCPM erfolgte 2023 im Werk Stuttgart-Feuerbach, kurz darauf auch im chinesischen Chongqing. Mit mehr als tausend Einzelteilen zählt das FCPM zu den komplexesten Systemen in der fast 140-jährigen Bosch-Geschichte – und zugleich zu den zukunftsweisendsten. Vom Stack über die Rezirkulationspumpe bis hin zum Luftverdichter stammen alle Schlüsselkomponenten aus eigener Forschung, Entwicklung und Fertigung. Das Antriebsmodul selbst kann dort eingebaut werden, wo bislang der Verbrennungsmotor seinen Platz hat. Statt Dieseltanks kommen Drucktanks für den Wasserstoff zum Einsatz. Die Betankungszeiten sind mit rund 15 Minuten vergleichbar. Je nach Fahrzeuglayout sind bei ökonomischer Fahrweise bis zu 1 000 Kilometer mit einer Tankfüllung von rund 70 Kilogramm Wasserstoff möglich.

Bereits heute sind weltweit mehrere tausend Lkw mit dem FCPM von Bosch unterwegs. Die im Feld befindlichen Module generieren wertvolle Entwicklungsdaten: Viele Systeme existieren sowohl physisch im Fahrzeug als auch als Digitaler Zwilling im virtuellen Raum. Parameter wie Temperatur, Druck und Verschleiß lassen sich kontinuierlich überwachen und können direkt in die Entwicklung der nächsten Generation des Antriebssystems einfließen. In PEM-Elektrolyse-Stacks (PEM = Protonen-Austausch-Membran), an denen Bosch Research ebenfalls forscht, die nach dem umgekehrten Prinzip funktionieren, Wasserstoff aus Wasser und Strom erzeugt – einem weiteren wichtigen Baustein in der Wasserstoff-Wertschöpfungskette. Nach dem Markteintritt seiner Elektrolyse-Stacks im April hat das Unternehmen kürzlich erstmals einen Elektrolyseur mit eigener Elektrolyse-Technik am Standort in Bamberg in Betrieb genommen.

Der Deutsche Zukunftspreis

Mit dem Deutschen Zukunftspreis zeichnet der Bundespräsident seit 1997 jedes Jahr Einzelpersonen oder Gruppen für eine hervorragende technische, ingenieur- oder naturwissenschaftliche Innovation aus. Die Auszeichnung richtet sich an Forscherinnen und Forscher, deren innovative Projekte und Erfindungen das Potenzial besitzen, den Alltag der Menschen nachhaltig zu verbessern und gesellschaftliche Herausforderungen zu bewältigen. Die als Preisträgerinnen und Preisträger geehrten Personen oder Teams erhalten neben der prestigeträchtigen Auszeichnung ein Preisgeld in Höhe von 250 000 Euro, welches ihre weiteren Forschungsaktivitäten fördern soll.

Bosch und der Deutsche Zukunftspreis

Fünfmal war Bosch zwischen 1998 und 2013 für den Deutschen Zukunftspreis nominiert, dreimal wurden Teams von Bosch oder mit Bosch-Beteiligung ausgezeichnet: 2005 für Piezo-Injektoren, 2008 für smarte Sensoren sowie 2013 gemeinsam mit Trumpf und der Uni Jena für Ultrakurzpulslaser. Mit dem Deutschen Zukunftspreis 2025 für das Fuel Cell Power Module führt Bosch diese Erfolgsgeschichte fort. Das Unternehmen zeigt damit nicht nur seine technologische Stärke, sondern auch seine Vision für die Zukunft: Eine Welt, in der Wasserstoff und Brennstoffzellen entscheidend zur Dekarbonisierung des Verkehrs beitragen.

Teile diese Seite auf