Economy of Things

Technologie

Welche Technologien ermöglichen eine Economy of Things? Wie werden sie entsprechend eingesetzt?

Studie zur Machine Economy setzt dezentrale Technologien in den Fokus

24.09.2020 | Technologie

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Um datengetriebene Geschäftsmodelle zu realisieren und die Effizienz in der Produktion zu steigern, sind Maschinen vermehrt untereinander und mit übergreifenden Systemen vernetzt.
Bildquelle: © Depositphotos.com/DuxX73

Die Next Big Thing AG, Innovationszentrum für Gründer, Start-ups, Mittelständler, Konzerne und Investoren, und die Unternehmensberater von IMP Consulting haben gemeinsam eine Trendstudie zur „Machine Economy aus Unternehmenssicht“ veröffentlicht. Teil der Studie ist unter anderem die sichere und dezentrale Transaktionsdokumentation zwischen intelligenten Maschinen. Mit diesem Ansatz beschäftigt sich auch das Team des strategischen Vorausentwicklungsprojekts „Economy of Things“ (EoT) bei Bosch Research und konnte so wertvolle Erkenntnisse zur Studie beitragen. Im Zentrum steht die Distributed-Ledger-Technologie als dezentraler Ansatz, bei dem Daten nicht von einer einzelnen, zentralen Instanz verwaltet werden, sondern alle Teilnehmer des Netzwerks Zugriffsrechte haben. Neue Datensätze können dabei von jedem Teilnehmer ergänzt werden, die Aktualisierung ist für alle Teilnehmer transparent. DLT gilt zudem als besonders sicher.

Der Nutzen von Multi-Party Computation in einer „Economy of Things“

17.09.2020 | Technologie

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Ein mögliches Szenario: Elektroautos verhandeln selbst den Preis für den Strom an Ladesäulen. Die Fahrzeuge geben dabei ihre Gebote für den Ladeplatz verschlüsselt ab. Durch die sichere Mehrparteienberechnung mittels Multi-Party Computation (MPC) wird der Gewinner durch eine Berechnung aus den verschlüsselten Geboten ermittelt. Ohne, dass eine einzelne Partei die einzelnen Gebote im Klartext kennt. Das Ergebnis der Auktion (welches öffentlich einsehbar sein sollte), wird in einem DLT-System verankert – und die Elektrofahrzeuge als Teilnehmer der Auktion erfahren, ob sie gewonnen haben oder nicht.

Bei Geschäftsverhandlungen und Transaktionen auf digitalen Plattformen sind Informationen besonders heikel, denn sie enthalten spezifische, sensible kunden- und geschäftsbezogene Daten. Oftmals setzt man mit dem Plattform-Betreiber deshalb auf eine vertrauenswürdige Drittpartei, die die Geschäfte als zentrale Instanz regelt. Der Plattform-Betreiber verspricht, diese geschäftskritischen Informationen entsprechend sorgsam zu behandeln, als zentrale Instanz im digitalen Wertschöpfungsprozess. Doch an wirtschaftlichen Prozessen im Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) sind nicht mehr allein Personen beteiligt. IoT-fähige Geräte, die autonom agieren und Geschäftsverhandlungen und Transaktionen selbstständig durchführen können, fügen sich in neue Formen von Tauschgeschäften ein. So entstehen umfangreiche, digitale Märkte, in denen nicht nur zwei, sondern viele verschiedene Teilnehmer in wirtschaftliche Prozesse eingebunden sein werden. „Wäre eine dritte Partei hier die einzige zentrale, marktbeeinflussende Instanz, wäre sie der Gefahr von Korruption, Manipulation und Zensur ausgesetzt und könnte dadurch dem Gesamtsystem schaden“, erklärt Denis Kramer, Experte für Multi-Party Computation im strategischen Vorausentwicklungsprojekt „Economy of Things“ (EoT) bei Bosch Research. Darum forschen er und das EoT-Team an dem dezentralisierten Ansatz der sicheren Mehrparteienberechnung (Multi-Party Computation, MPC) in Verbindung mit der Distributed-Ledger-Technologie (DLT). Beide Ansätze sind in anderen Bereichen nicht neu – im IoT-Kontext aber schon.

Stammdaten- und Zertifikatsmanagement mit Self Sovereign Identity

30.07.2020 | Technologie

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Das Prinzip der Self Sovereign Identity sorgt für höhere Datenqualität und -souveränität beim Stammdaten- und Zertifikatsmanagement.

Das Team des strategischen Vorausentwicklungsprojekts „Economy of Things“ bei Bosch Research entwickelt innovative Konzepte und Softwarelösungen für ein digitales Stammdaten- und Zertifikatsmanagement, die die Datenqualität- und souveränität erhöhen. Dabei kommt unter anderem das Prinzip der sogenannten Self Sovereign Identity (SSI) zum Tragen. Gemeint ist, dass eine digitale Identität selbst verwaltet werden kann, ohne von einem zentralen Identitätsdienstleister abhängig zu sein.

Trustworthy Computing für mehr Datensouveränität

23.07.2020 | Technologie

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Die Forschung an Trustworthy Computing zielt auf Datensouveränität in einer vernetzten Welt ab.

Für den Umgang mit sensiblen Kundendaten hat sich Bosch hohe ethische Standards auferlegt. Im Kern geht es um Datensouveränität, also darum, dass Menschen selbst die Kontrolle über ihre Daten haben. Mit der Forschung zu Trustworthy Computing will Bosch seine Leitlinien durch den Einsatz geeigneter Technologien untermauern. Das Team des strategischen Vorausentwicklungsprojekts „Economy of Things“ (EoT) unterstützt zum einen mit Distributed-Ledger-Technologien (DLT). Mit ihnen kann das Vertrauen in digitale Angebote verbessert werden, indem der Werteaustausch zwischen ökonomischen Einheiten nicht mehr über zentralistische Plattformen erfolgt, sondern über ein dezentrales und verteiltes Protokoll. Zum anderen liegen den kryptographischen Verfahren bei Trustworthy Computing bspw. die sichere Mehrparteienberechnung (Multi-Party Computation) zugrunde, ebenfalls ein Teilgebiet der EoT.

Neues Open-Source-Projekt „Direct State Transfer“ zielt darauf ab, DLT-Anwendungen skalierbar zu machen

26.11.2019 | Technologie

26.11.2019 | Technology
Funktionsübersicht von State Channels

Prototypische DLT-Anwendungen gibt es bereits, für tragfähige Geschäftsmodelle fehlen jedoch noch die technischen Voraussetzungen, wenn es beispielsweise um Skalierbarkeit geht: Skalierbarkeit ist eine der großen Herausforderungen bei DLT, weil im Idealfall Zehntausende Transaktionen pro Sekunde in Echtzeit verarbeitet werden müssen. Das ist sehr speicher- und energieintensiv. Das Team des strategischen Vorausentwicklungsprojekts „Economy of Things“ hat als Lösungsansatz das Open-Source-Projekt „Direct State Transfer“ (DST) aufgesetzt, um das sogenannte Second-Layer-Protokoll „Perun“ zu implementieren.

Kontakt

Nik Scharmann

Nik Scharmann

Projektdirektor „Economy of Things“

Nik Scharmann leitet die Forschungsaktivitäten von Bosch im Bereich Economy of Things seit 2017.

Christian Heise

Christian Heise

Stv. Projektdirektor „Economy of Things“

Christian Heise arbeitet seit 2018 als stellvertretender Projektdirektor im Forschungsvorhaben Economy of Things vor allem an den Themen Energie und Mobilität.