Der Bosch Weltraumsimulator "Bosch-Sonne".
Geschichte

Testen für den Weltraum

Der Bosch Weltraumsimulator

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Die weiße Stahlkuppel in einem roten Stahlgestell ragt über zehn Meter auf. In ihrem luftleeren Innern mit über sechs Metern Durchmesser hängt der Testkandidat, ein Forschungssatellit.

Die Kuppel, umringt von unzähligen Transformatorenschränken, hat Fenstereinsätze. Gleißend helles Licht von 19 Xenonlampen strahlt mit einer Gesamtleistung von 90 000 Watt auf den Satelliten. Die mächtige Anlage ist eine Weltraumsimulationskammer. Sie dient zur Erprobung von Raumflugkörpern unter den Bedingungen des Weltraums – in direkter Sonneneinstrahlung und im luftleeren Raum.

Miniaturmodell der Weltraum-Simulationskammer
Miniaturmodell der Weltraumsimulationskammer bei einer Vorführung, 1968. Das Original ist mehr als zehn Meter hoch. Das Modell befindet sich heute im Bosch Unternehmensarchiv.

Ziel der Entwickler bei Bosch war es Mitte der 1960er Jahre, eine Anlage zur Aufdeckung konstruktiver Schwächen zu bauen, um die spätere Funktionsfähigkeit teurer Satelliten im Orbit zu gewährleisten.

Der Bosch Weltraumsimulator "Bosch-Sonne"
Mit unbarmherzigen 90 000 Watt Lichtleistung wird die Beanspruchbarkeit von Satelliten durch Sonneneinstrahlung im Orbit auf die Probe gestellt: Der Bosch Weltraumsimulator, 1966.

1966 waren die Experten so weit: Die erste Simulationsanlage wurde bei der Deutschen Versuchsanstalt für Luft- und Raumfahrt (DVL) nahe Köln eingeweiht. Zwischen 1966 und 1976 fertigte das Technische Zentrum Forschung (TZF) auf der Gerlinger Schillerhöhe nahe Stuttgart zehn Weltraumsimulationsanlagen zur Erprobung von Satelliten im luftleeren Raum und unter intensiver Sonneneinstrahlung.

Die letzte „Bosch-Sonne“, so nannte man den Simulator intern, wurde 1976 an das Europäische Raumfahrtzentrum in Nordwijk/Niederlande ausgeliefert.

Dietrich Kuhlgatz

Seit 1998 arbeite ich bei Bosch. Als Fachreferent und Pressesprecher bin ich zuständig für alle Anfragen zur Bosch-Produktgeschichte weltweit und pflege Kontakte zu Technik- und Verkehrsmuseen.
Bevor ich zu Bosch kam, habe ich Geschichte und Philosophie in Konstanz und Hamburg studiert. Danach war ich zunächst Zeitschriftenredakteur und danach wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Technikmuseum Berlin.

Aufnahme Dietrich Kuhlgatz

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