Robert Bosch in seinem Büro.
Geschichte

Ein junger Gründer muss flexibel sein

Clock 3 Minuten

01.05.2017

Robert Bosch war guten Mutes, als er seine Werkstatt 1886 eröffnete. Aber: Er wollte elektrische Produkte verkaufen, und da machte ihm etwas Entscheidendes die Planung zunichte: Ein lang geplantes Elektrizitätswerk kam einfach nicht zustande, erst 1895 wurde es gebaut.

Passt in jeden Kleiderschrank

Robert Bosch im Jahr 1899 mit 38 Jahren.
Robert Bosch im Jahr 1899 mit 38 Jahren – zwei Jahre, nachdem er das erste Produkt für Kraftfahrzeuge auf den Markt gebracht hatte, und zwei Jahre, bevor er die erste eigene Fabrik eröffnete.

Somit konnte sich Boschs Elektrotechnikgeschäft nicht entwickeln. So schaltete er um – die Mitarbeiter wie er brauchten Lohn und Brot. Er musste sich von Auftrag zu Auftrag hangeln, und er gab nicht auf, und erledigte das, was an Kundenaufträgen gerade hereinkam: Blitzableiter, Zigarrenspritzenschneider, Blindenschreibmaschinen. Die Liste dessen, was Robert Bosch baute und reparierte, ist lang und kurios.

In der Stuttgarter Tageszeitung „Der Beobachter“ schaltete Robert Bosch ab 1887 Anzeigen.
In der Stuttgarter Tageszeitung „Der Beobachter“ schaltete Robert Bosch ab 1887 Anzeigen, um auf seine Werkstatt aufmerksam zu machen.

Doch dann kam alles wieder anders. Bosch konnte aufatmen und sich mehr auf das Geschäft konzentrieren, was er schon am Anfang machen wollte: Elektrotechnische Anlagen bauen und installieren. Mit der Inbetriebnahme des Stuttgarter Elektrizitätswerks 1895 konnte sich jeder Haushalt und jede Firma eine Stromleitung zur permanenten Versorgung legen lassen – und damit auch elektrische Geräte betreiben. Das sicherte Bosch Existenz sichern.

Dietrich Kuhlgatz

Seit 1998 arbeite ich bei Bosch. Als Fachreferent und Pressesprecher bin ich zuständig für alle Anfragen zur Bosch-Produktgeschichte weltweit und pflege Kontakte zu Technik- und Verkehrsmuseen.
Bevor ich zu Bosch kam, habe ich Geschichte und Philosophie in Konstanz und Hamburg studiert. Danach war ich zunächst Zeitschriftenredakteur und danach wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Technikmuseum Berlin.

Aufnahme Dietrich Kuhlgatz

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