2007 wurde das Bosch-Logo am Parkhaus der Messe Stuttgart angebracht.
Geschichte

Der Anker im Kreis

Die Entstehung des Bosch-Logo

4 Minuten

25.10.2018

Wer kennt sie nicht, die bekannten Markenzeichen, mit deren Anblick man sofort ein bestimmtes Produkt oder bestimmte Eigenschaften verbindet? Die ersten, heute noch bekannten Markenzeichen – wie beispielsweise Coca Cola (1886) – wurden Ende des vorletzten Jahrhunderts angemeldet.

Drei historische Bosch-Logos.
Das Bosch-Logo „Anker im Kreis“ von 1918 und seine Vorgänger „Funkender Anker“ und „Flammender Magnet“ (v. r. n. l.).

In Deutschland war die Grundlage dafür das Reichsgesetz über Markenschutz vom 30. November 1874: „Gewerbetreibende, deren Firma im Handelsregister eingetragen ist, können Zeichen, welche zur Unterscheidung ihrer Waaren von den Waaren anderer Gewerbetreibenden auf den Waaren selbst oder auf deren Verpackung angebracht werden sollen, zur Eintragung in das Handelsregister des Ortes ihrer Hauptniederlassung bei dem zuständigen Gerichte anmelden.“ Auch Robert Bosch meldete sein erstes Markenzeichen, den „flammenden Magneten“, am 3. März 1899 an und versah damit jeden Magnetzünder, der sein Haus verließ. Allerdings war dies nicht das einzige Warenzeichen. Die Bosch-Gesellschaften in Frankreich und Großbritannien verwendeten den „funkende Anker“ für ihre Erzeugnisse. Im Ersten Weltkrieg nutzte Bosch dann die Buchstaben RB, weil sich diese Linien leichter auf Produkte gravieren ließen.

Entwurfszeichnung von Gottlob Honold, 1918
Entwurfszeichnung von Gottlob Honold, 1918

Als nach Ende des Krieges die Warenzeichen in vielen Ländern enteignet worden waren, war die Zeit für etwas Neues gekommen. Chefentwickler Honold schuf aus den alten Warenzeichen ein neues, den „Anker im Kreis“ – mit klaren Linien und hohem Wiedererkennungswert. Mit der Kreation dieses reduzierten Logos gehörte Bosch 1918 quasi zu den Pionieren.

Der Querschnitt durch einen Magnetzünder war Vorbild für das in der Anzeige beworbene Logo.
Der Querschnitt durch einen Magnetzünder war Vorbild für das in der Anzeige beworbene Logo.

Nur der Mercedes-Stern (1909) war bereits vorher entstanden. Eine wahre Welle an neuen Logos, die die Zeit überdauern sollten, kamen Mitte der 1920er Jahre auf den Markt, wie beispielsweise bei Citroën, der Allianz und der BASF. Neben dem Wiedererkennungswert war es wichtig, dass das Warenzeichen auch auf kleinste Produkte zu gravieren war. Robert Bosch schrieb 1926: „Die Schutzmarke muss auch einfach sein und deshalb sind die bekannten, guten Handelsmarken, d. h. die besten unter ihnen, einfache Linienzeichen (…) einfach und klar müssen die Schutzmarken sein, wenn sie eindrucksvoll und leicht im Gedächtnis sich festsetzend sein sollen.“ Und sein „Anker im Kreis“ hat sich bei den Kunden im Gedächtnis festgesetzt – seit 100 Jahren.

Christine Siegel

Als Historikerin arbeite ich seit über 20 Jahren in der Historischen Kommunikation bei Bosch. Genauso lange bin ich für die historischen Printmedien verantwortlich, vor allem für das Magazin zur Bosch-Geschichte. Darüber hinaus betreue ich das historische Filmarchiv und bin Ansprechpartner für Fragen zur Geschichte von Bosch in Nord- und Südamerika und Großbritannien – für Letzteres besonders gerne, denn dort habe ich drei Jahre gelebt.

Aufnahme von Christine Siegel

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