Junker's Logo, 1955
Geschichte

Ein neues Standbein für den Autozulieferer

5 Minuten

Die Weltwirtschaftskrise nach dem New Yorker Börsencrash 1929 zog noch Jahre nach ihrem Beginn weltweit unzählige Unternehmen in den Ruin.

Krise und Folgen

Die Weltwirtschaftskrise nach dem New Yorker Börsencrash 1929 zog noch Jahre nach ihrem Beginn weltweit unzählige Unternehmen in den Ruin. Auch die Unternehmensgruppe des Industriellen Hugo Junkers rutschte im Frühjahr 1932 in die Insolvenz. Junkers hatte 1894 einen völlig neuartigen Gasbadeofen patentieren lassen und war auch im Flugzeug- und Flugmotorenbau ein Technikpionier. Junkers entschied sich in der schwierigen Situation für einen Verkauf der Heizgerätesparte an Bosch und konnte dadurch seine Unternehmensgruppe vorerst retten.

Typenschild eines Junkers Heißwassergerätes, 1932
Typenschild eines Junkers Heißwassergerätes, 1932

Standbein und Balance

Bosch verschaffte sich mit der Übernahme der Junkers Gasgerätefertigung in Dessau neben der Kraftfahrzeugausrüstung ein weiteres Standbein, um im Unternehmen die Abhängigkeit von der Autoindustrie zu senken und mit anderen Geschäftsfeldern das Unternehmen auszubalancieren. Absatzeinbrüche in der Autoindustrie 1925 und 1926 hatten Bosch das Risiko einseitiger Ausrichtung gezeigt.

„Wohlige Wärme“ hieß ein Slogan, mit dem Bosch die Produkte des neu erworbenen Bereichs bewarb – neben Warmwasserbereitern stellte Junkers unter Bosch-Führung auch Raumheizungen her.

Neustart westlich, Allianz mit Buderus

Bosch Junkers Heiz- und Warmwasseranlage, 1965
Bosch Junkers Heiz- und Warmwasseranlage, 1965

Nach dem Zweiten Weltkrieg verlegte Bosch die Fertigung von Warmwassergeräten an den Firmensitz in Stuttgart und 1953 an einen neuen Produktionsstandort im nahegelegenen Wernau. Der Geschäftsbereich Bosch Thermotechnik entstand. Zu den technologischen Meilensteinen gehören die Kombitherme für Warmwasser und Heizung (1968) ebenso wie die energiesparende Brennwerttechnik (1985).

Mit der Übernahme der Buderus AG in Wetzlar im Jahr 2003 wuchs dieser Geschäftsbereich erheblich und ist heute ein führender europäischer Hersteller von energieeffizienten Heizungsprodukten und Warmwasserlösungen.

Dietrich Kuhlgatz

Seit 1998 arbeite ich bei Bosch. Als Fachreferent und Pressesprecher bin ich zuständig für alle Anfragen zur Bosch-Produktgeschichte weltweit und pflege Kontakte zu Technik- und Verkehrsmuseen.
Bevor ich zu Bosch kam, habe ich Geschichte und Philosophie in Konstanz und Hamburg studiert. Danach war ich zunächst Zeitschriftenredakteur und danach wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Technikmuseum Berlin.

Aufnahme Dietrich Kuhlgatz

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