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Ein Höhlenforscher klettert eine Felswand hinauf.
Elektrowerkzeuge

Abstieg in die Tiefe

Höhlenforscher auf der Suche nach Europas tiefstem Höhlensystem

Clock 10 Minuten

Höhlenforscher des Ario Caves Projects sind in Nordspanien auf der Suche nach dem tiefsten durchgängigen Höhlensystem Europas. Für den abenteuerlichen Abstieg benötigten sie das richtige Werkzeug.

„Von dem, was unter unseren Füßen liegt, weiß man weniger, als vom Mond“, sagt Höhlenforscher Axel Hack. Was als Abenteuer begann, hat sich für ihn über die Jahre zu sehr viel mehr entwickelt: Zusammen mit seinen Kollegen ist er den Geheimnissen in den Tiefen der Erde auf der Spur: „Damit die Menschheit sie schätzen, schützen und bewahren kann“, erklärt Hack seine Mission. Seit 2012 hat er sich dem traditionsreichen Ario Caves Project verschrieben. Die internationale Expeditionsserie widmet sich seit mehr als 50 Jahren der Höhlenforschung, auch Speläologie genannt, am Ario-Plateau auf den „Picos de Europa“ an Nordspaniens Atlantikküste.

In dem mächtigen Kalksteinmassiv konnte das Forscherteam bereits mehrere Höhlen entdecken und kartographieren. Bisher fehlt jedoch die Erkenntnis, ob sie ein zusammenhängendes Höhlensystem bilden. Im Sommer 2017 stand deshalb eine besondere Mission an: Forschungsergebnisse aus den Vorjahren hatten auf eine natürliche Verbindung zwischen den beiden wichtigsten Höhlen „C4“ und „2/7“ hoffen lassen. Wassereinfärbungen hatten ergeben, dass zumindest ein Flusslauf seinen Weg von einer Höhle zur anderen findet. Dem Ziel, eines der tiefsten Höhlensysteme Europas zu entdecken, waren die Forscher damit einen Schritt näher.

„Die Bedingungen, die man dort unten vorfindet, sind für Mensch und Maschine hart: 80 Prozent Luftfeuchtigkeit, sieben Grad Kälte und Unmengen von Lehm.“

Axel Hack, Höhlenforscher
Ein Höhlenforscher springt von Fels zu Fels.
Die Forscher bauten ihr Zelt in der "Sanctuary Hall" auf.
Zwei Höhlenforscher klettern mit einem Bohrhammer von Bosch in einem Höhlenschacht.

Höhlenforschung ist der Härtetest für Mensch und Technik

Für die Expedition brauchte es sehr viel Ausrüstung, welche die Forscher zunächst mit Eseln zum Basislager transportierten. „In der Höhle kam dann alles in Schleifsäcke aus Lkw-Planen. Die zogen wir hinter uns her, egal durch welche Felsspalten wir uns zwängen mussten“, erzählt Hack. Manche Höhlenabschnitte konnten nur durch technisches Klettern bewältigt werden: „Dafür brauchten wir Werkzeuge – Strickleitern, Seile, Bohrhaken, Akku-Bohrhämmer, auf die wir uns in jeder Situation verlassen konnten“, sagt Hack. Die Bedingungen in der Höhle schildert er als Herausforderung für Mensch und Maschine. „Etwa 80 Prozent Luftfeuchtigkeit, sieben Grad Kälte und Unmengen von Lehm. Bereits nach kurzer Zeit war alles verklebt.“ Ein extremer Härtetest auch für die beiden Akku-Bohrhämmer, mit denen Bosch die Wissenschaftler in dem noch unerforschten Gebiet unterstützte. Mit deren Hilfe konnten sie sich ihren Weg durch die schwer zugänglichen Höhlenabschnitte bahnen.

Infografik zum Ario Caves Höhlensystem.

180 Meter

steil nach unten geht es im sogenannten „Monster“-Schacht in Höhle „C4".

Ab durch „das Monster“

Ein Höhlenforscher nutzt den Bosch Bohrhammer, um einen Schlot hinaufzuklettern.

Bevor die Forscher die 2016 entdeckte „Sanctuary Hall“ in „C4“ erreichten, um ihr Lager zu errichten, mussten sie noch „das Monster“ bezwingen: Ein Schacht, der 180 Meter steil in die Tiefe führt. Sechs Stunden dauerte der Weg in den Berg. In 650 Metern Tiefe stieß die Expedition schließlich auf einen Wasserlauf , der in einen Siphon mündete. Zu Fuß ging es ab hier nicht mehr weiter: Ein Höhlentaucher aus dem Team tauchte in 30 Metern Tiefe entlang des Wasserlaufes, die anderen Forscher erkletterten umliegende Schlote, um eine trockene Verbindung zur „2/7“-Höhle zu finden.

Bei der Suche nach einem Höhlenübergang spielten die beiden Bohrhämmer eine wichtige Rolle. Mit ihnen setzten die Höhlenforscher Bohrhaken, um die zahlreichen Schlote zu erklimmen. „Bevor man den Bohrer ansetzt, muss man mit einem Hammer den Klang des Steins prüfen. So erkennt man, ob man auf eine Gesteinsschuppe gestoßen ist, die den Haken nicht halten und einen in die Tiefe reißen könnte“, sagt Hack. Innerhalb von zwei Tagen haben Axel Hack und seine Forscherkollegen in einem Felskamin 70 Meter Höhe erreicht und dafür nur zwei Akku-Ladungen benötigt. „Das wichtigste Gesetz dort unten lautet: Es darf nichts schief gehen. Das weiß jeder. Und das gilt auch für das Werkzeug.“

„Wir hinterlassen Fußspuren, wo noch nie ein Mensch gewesen ist.“

Axel Hack, Höhlenforscher

Steiler Weg nach oben

Die Belastung war hart – bis zu 14 Stunden schufteten die Forscher pro Tag. Doch am Ende lohnten sich die Strapazen: Zwar konnte noch kein trockener Zugang zur „2/7“-Höhle gefunden werden, dafür war der Taucher erfolgreich. Das Wasser hatte ihn zum anderen Höhlensystem geführt. Als Beweis brachte er seinen Teamkollegen einen kleinen Zettel mit. Andere Forscher hatten diesen im Jahr 2000 während einer Expedition zurückgelassen, als sie auf direktem Weg in die „2/7“ eingestiegen waren. Für die Höhlenforscher war dies der Durchbruch: Sie hatten die erste Verbindung zwischen beiden Höhlen gefunden.

Ein wichtiger Schritt, um eines Tages das gesamte Höhlensystem am Ario-Plateau aufzudecken. Die verbundenen Höhlen „C4“ und „2/7“ zählen nun mit ihrer Gesamttiefe von rund 905 Metern zu den 140 tiefsten Höhlen der Welt und erstrecken sich über eine Gesamtlänge von knapp 18 Kilometern. Werden auch zu den angrenzenden Höhlen des spanischen Bergmassivs Zugänge gefunden, wäre dies, mit einem Höhenunterschied von über 1.750 Metern zwischen Eingang und Ausgang, das tiefste durchgängige Höhlensystem Europas.

Nach über zwei Wochen und teilweise bis zu sechs Tagen am Stück in der Höhle machte sich das Forscherteam zum vorerst letzten Aufstieg bereit. Von ihrer Expedition nahmen sie einzigartige Eindrücke und wertvolle Erfahrungen mit. Axel Hack: „Wenn man eine Höhle begeht, weiß man nie, was einen erwartet. Man zwängt sich durch eine Felsspalte und steht plötzlich in einem Canyon. Wir hinterlassen Fußspuren, wo noch nie ein Mensch gewesen ist. Man fühlt sich wie Neil Armstrong!“

Auf der Suche nach Europas tiefstem Höhlensystem

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