Bosch Korea-Zentrale in Yongin, 2015
Geschichte

Neustart im Tigerstaat. Bosch gründet die Bosch Korea Ltd.

5 Minuten

Das Unternehmen Bosch war noch nicht groß genug, um in allen Märkten der Welt mit eigenen Niederlassungen präsent sein zu können.

Bescheidene Anfänge

Lange blieb Korea ein weitgehend unbekannter Markt auf der Bosch-Landkarte, auch wenn das Unternehmen schon 1920 über den Handelsvertreter Illies & Co. in Korea präsent war, der Autohändler und private Automobilbesitzer mit Bosch-Magnetzündanlagen versorgte; ein bescheidenes Geschäft. Korea, damals ein Land ohne Autohersteller, schätzten die Vertriebsexperten daher noch nicht als vielversprechenden Markt ein.

Der Tiger erwacht

Das blieb über Jahrzehnte so. Bis sich in den 1980er Jahren mit dem Beginn des dynamischen Wachstums der südkoreanischen Industrie und deren hochgesteckten Ziele alles änderte. Jetzt kam für Bosch die Gelegenheit, in Südkorea richtig zu Fuß zu fassen. KIA Motors, damals international noch wenig bekannter südkoreanischer Autohersteller, kündigte für 1989 etwas an, was Wirtschaftexperten kaum glauben konnten: die Eröffnung einer Automobilfabrik mit einer Produktionskapazität von 300 000 Fahrzeugen pro Jahr.

Die gesteckten Ziele waren hoch, aber bei Bosch wussten die Fachleute, dass es der südkoreanischen Industrie mit ihren hochgesteckten Zielen sehr ernst war.

Bosch Korea-Zentrale in Yongin, 2015
Bosch Korea-Zentrale in Yongin, 2015

Lokale Präsenz

Für Bosch als möglichen Zulieferer war nun eine stärkere Präsenz wichtig – ab 1986 mit einem Regionalbüro und ab 1989 mit eigener Landesgesellschaft. Schon zwei Jahre später eröffnete Bosch 1991 das Application Engineering Center, denn das Unternehmen brauchte einen lokalen Entwicklungsstandort für die regionalen Kunden. Zusätzliche gründete Bosch in den Folgejahren mit zahlenreichen koreanischen Partnern Gemeinschaftsunternehmen, von denen die meisten heute unter dem Dach der Robert Bosch Korea Ltd. gebündelt sind.

Dietrich Kuhlgatz

Seit 1998 arbeite ich bei Bosch. Als Fachreferent und Pressesprecher bin ich zuständig für alle Anfragen zur Bosch-Produktgeschichte weltweit und pflege Kontakte zu Technik- und Verkehrsmuseen.
Bevor ich zu Bosch kam, habe ich Geschichte und Philosophie in Konstanz und Hamburg studiert. Danach war ich zunächst Zeitschriftenredakteur und danach wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Technikmuseum Berlin.

Aufnahme Dietrich Kuhlgatz

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