Tradition und Aufbruch: Bosch und Südostasien
„Wir möchten Ihnen unsererseits versichern, dass wir mit Ihren Erzeugnissen, auch in unserem tropischen Klima, nur die besten Erfahrungen gemacht haben.“
So die freudige Nachricht, die in den 1930er Jahren der Bosch-Generalvertreter auf Java im heutigen Indonesien nach Stuttgart schickte.
Bosch ist mittlerweile seit über einem Jahrhundert in Südostasien tätig. Unsere langjährige Präsenz ist nach wie vor geprägt von einem tiefen kulturellen Verständnis, engen Partnerschaften und der Fähigkeit, Technologien an die lokalen Bedürfnisse anzupassen. Heute leben in dieser Region über 700 Millionen Menschen, und sie zählt zu den dynamischsten Wirtschaftsräumen der Welt.
Rückblick in die Gründerjahre
Die Aktivitäten von Bosch in Südostasien begannen in Indonesien. Bereits 1919 wurden Bosch-Produkte erstmals in Surabaya auf der Insel Java verkauft. Bosch wurde damals durch die Handelsgesellschaft Van Rijn vertreten. Kurz zuvor hatte der Erste Weltkrieg geendet, und Bosch musste die internationalen Geschäfte neu aufbauen. In diese Aufbauphase fiel auch der Start in Malaysia, Singapur und Thailand 1923, den Philippinen 1926 und Thailand (damals Siam).
Bosch war immer noch von einem relativ kleinen Produktprogramm abhängig – ausschließlich Technik für das Automobil. Das machte die Expansion auf neue Märkte so wichtig. Und auch in diesen Ländern wendete Bosch dieselbe Strategie an wie in all jenen anderen Märkten, wo es noch verhältnismäßig wenige Autos gab und deshalb die richtige Taktik ausschlaggebend war. Man setzte auf Handelspartner, die schon lange vor Ort waren und sich mit den Gegebenheiten auskannten.
Entwicklungsschritte
Bis in die 1960er Jahre waren die ASEAN-Staaten weitgehend nur Absatzmärkte für Bosch, aber das Unternehmen startete nun weitere Entwicklungsschritte. Hochqualifizierte Beschäftigte und weitentwickelte Infrastruktur ließen Malaysia nach 1970 zum wichtigen Produktionsort für Konsumelektronik und Kraftfahrzeugtechnik werden: Kameras und Autoradios liefen in Penang vom Band.
Der benachbarte Stadtstaat Singapur war nach und nach zu einem Drehkreuz im weltweiten Handel mit Gütern aus Südostasien geworden. Dort gründete Bosch 1972 eine eigene Handelsgesellschaft, nahm also das von Handelspartnern betriebene Geschäft selbst in die Hand. Dem folgte 1988 ein zentrales Einkaufsbüro für Südostasien und 1997 errichtete man in Singapur das „Regional Headquarters“, das die geschäftlichen Aktivitäten in den ASEAN-Ländern koordinierte.
In den 1990er Jahren gründete Bosch zudem regionale Gesellschaften in Ländern mit starken aufstrebenden Volkswirtschaften wie Thailand und den Philippinen. Im letzten Jahrzehnt des Jahrhunderts wurden zudem Regionalbüros, Gesellschaften und Vertriebspartner in Kambodscha, Indonesien, Laos und Vietnam sowie neue Produktionsstandorte in Indonesien und Vietnam eingerichtet.
Heute betreut die Niederlassung in Singapur Bosch in Südostasien und Ozeanien und ist für die Geschäftsstrategie, den Vertrieb und die regionale Koordination in allen Geschäftsbereichen von Bosch zuständig.
Ein schnell wachsender und zukunftsorientierter Markt
Südostasien ist für Bosch eine strategische Wachstumsregion. Mit einer jungen Bevölkerung, einem stetigen Wirtschaftswachstum von rund 4 bis 5 Prozent pro Jahr und einer zunehmenden Urbanisierung bietet die Region eine starke Nachfrage nach innovativen Technologien.
„Südostasien ist eine vielfältige und widerstandsfähige Region mit enormem Potenzial. Die lange Geschichte von Bosch hier verschafft uns ein tiefes Verständnis des Marktes und die Verantwortung, gemeinsam mit unseren Partnern, Kunden und Gemeinden zu wachsen. Durch Investitionen in lokale Talente, lokale Produktion und lokal relevante Technologien wollen wir weiterhin eine nachhaltigere, vernetzte und integrative Zukunft für Südostasien gestalten“, erklärt Robert Hesse, Präsident von Bosch in Südostasien und Ozeanien.
Im Laufe der Jahre hat sich das Engagement von Bosch in Südostasien von einem reinen Vertriebsgeschäft zu einer branchenübergreifenden Integration entwickelt – von der Fertigung über Halbleiter bis hin zur Unternehmensforschung. Während die südostasiatischen Volkswirtschaften weiter reifen und die digitale Transformation vorantreiben, positionieren die lokalisierten Investitionen, Talentförderungsprogramme und integrierten Lieferketten von Bosch das Unternehmen als langjährigen Partner für das künftige Wachstum der Region.
Autor: Dietrich Kuhlgatz
