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PCR-Diagnoseplattform Vivalytic

Corona-Schnelltest: Wie Vivalytic Menschen zusammenbringt

Clemens Weller begrüßt seine Mutter Ute Weller. Er trägt eine Maske. Im Hintergrund sieht man die PCR-Diagnoseplattform Vivalytic, die Corona-Schnelltests ermöglicht.

Aufgrund der Corona-Pandemie konnte Clemens Weller seine demenzkranke Mutter lange nicht besuchen. Ihr Zustand verschlechterte sich. Heute geht es ihr wieder deutlich besser – auch dank des neuen PCR-Schnelltests von Bosch.

SARS-CoV-2-PCR-Schnelltest: Warum es Ute Weller dank Vivalytic wieder besser geht

Vivalytic: „Ein Segen für uns alle“

Clemens Weller spricht mit Marisol Pohl-Catalan, Heimleiterin der Villa Rosenstein. Beide tragen eine Maske.
Clemens Weller im Gespräch mit Marisol Pohl-Catalan, Heimleiterin der Villa Rosenstein.

Clemens Weller ist glücklich. Er schaut seine Mutter an und sieht: Sie fühlt sich wohl. Beide scherzen und lachen gemeinsam. Clemens genießt diese Momente. Er weiß, dass sie nicht selbstverständlich sind. Weil es seiner Mutter Ute, die demnächst 80 Jahre alt wird, lange nicht so gut ging. Vor ihrer Zeit in der Villa Rosenstein war sie in einer Klinik untergebracht, durfte dort wochenlang keinen Besuch empfangen – für Demenzkranke ein schlimmer Zustand. Ute Weller hatte Angstzustände. Wann sich alles zum Besseren wendete, daran kann sich Clemens gut erinnern. Es war der Tag, als seine Mutter in die Villa Rosenstein zog, ein Pflegeheim für Demenzkranke in der Nähe von Stuttgart. Hier fand sie den Ort und die Rahmenbedingungen, um mit ihrer Krankheit leben zu können – weil in der Villa Rosenstein auch ein Gerät steht, das vieles veränderte. Das Gerät heißt Vivalytic. Marisol Pohl-Catalan, Heimleiterin der Villa Rosenstein, nennt die Diagnoseplattform von Bosch „einen Segen für uns alle hier“. Der Vivalytic PCR-Schnelltest liefert Input für den Erregernachweis. „So trägt er dazu bei, dass Menschen wieder zusammenkommen können. Das ist für Menschen mit Demenz unglaublich wichtig“, sagt Clemens.

Clemens Weller steht mit einem Tablet in der Hand am Fenster, vor ihm sehen wir die PCR-Diagnoseplattform Vivalytic.
Clemens Weller ist dankbar für die Möglichkeit der Corona-PCR-Schnelltests mit Vivalytic.

Seit die Corona-Pandemie die Welt vor riesige Herausforderungen stellt, ist plötzlich nichts mehr wie vorher. Persönliche Treffen sind ein Risiko und stark eingeschränkt. Eine dramatische Situation besonders auch für Demenzkranke, die den regelmäßigen Kontakt zu ihren Nächsten brauchen, um Verunsicherung, Angst und Rückzug zu vermeiden. Auch die Mutter von Clemens baute ohne Kontakt merklich ab. Erst in ihrem neuen Zuhause fand sie die Freude wieder – weil Begegnungen möglich waren, auch mit ihrem Sohn. Mit Vivalytic konnten in der Villa Rosenstein Bewohner, Mitarbeiter und Besucher direkt vor Ort schnell und sicher getestet werden. So gelang es dank des neuen PCR-Schnelltests zwischenzeitlich sogar, einen Corona-Ausbruch in der Einrichtung frühzeitig einzudämmen.

„Ich bin selbst Ingenieur. Und ich finde das Geniale an Vivalytic, dass die Technik hier Menschen hilft, ihre Liebsten sehen zu können.“
Clemens Weller

Schnell und sensitiv

Ein Abstrichtupfer wird von einer Hand im Gummihandschuh in einen Reagenzbehälter geführt.
Mit einem Abstrichtupfer wird eine Probe aus dem Rachen von Clemens Weller genommen.

In der kurzen Analysezeit und in der einfachen Handhabung liegen die großen Vorteile von Vivalytic. Der Nachweis des SARS-CoV-2-Erregers bei positiven Proben ist in weniger als 30 Minuten möglich. Das Testergebnis steht grundsätzlich in 39 Minuten zuverlässig fest – damit ist Vivalytic weltweit einer der schnellsten Corona-Tests auf Basis der Polymerase-Kettenreaktion (PCR). PCR-Tests gelten als Goldstandard unter den Testverfahren. Am Beispiel des Vivalytic SARS-CoV-2-Tests konnte in der Validierungsstudie eine Sensitivität von 98 Prozent und eine Spezifität von 100 Prozent ermittelt werden. Das heißt, dass 98 Prozent der positiven Fälle und jeder negative Fall korrekt erkannt werden. Ein weiterer Vivalytic SARS-CoV-2-Test ermöglicht die Analyse von fünf Proben gleichzeitig – damit steigt die Testkapazität auf mehr als 160 Proben pro Tag. Zudem ist der Testvorgang für medizinisches Fachpersonal nach einer kurzen Schulung einfach und direkt vor Ort durchführbar: Mit einem Abstrichtupfer wird eine Probe aus Nase und Rachen eines Patienten entnommen und in die Test-Kartusche gegeben.

Weniger als 30 Minuten

In dieser Zeit kann das Vivalytic-Analysegerät im PCR-Verfahren eine positive Corona-Probe erkennen.

Eine Probe wird in die Vivalytic Testkartusche gegeben.
Alle für einen Testlauf benötigten Reagenzien sind auf der Kartusche vorhanden.

Auf der sogenannten Lab-on-a-Chip-Kartusche sind alle für einen Testlauf benötigten Reagenzien enthalten. Lab-on-a-Chip bedeutet, dass die Kartusche, die etwa so groß ist wie ein Smartphone, wie ein gewöhnliches Labor funktioniert – nur eben viel kleiner und ganz automatisch. Das Ziel ist jedoch dasselbe: Der Test sucht die genetische Signatur des Corona-Virus‘ mittels der Polymerase-Kettenreaktion (PCR). Das gelingt deshalb so schnell, da Vivalytic mit so geringen Flüssigkeitsmengen in der Kartusche auskommt, dass die Flüssigkeiten deutlich schneller erhitzt und abgekühlt werden können als in einem normalen Labor.

So sind positive Testergebnisse bereits in weniger als einer halben Stunde möglich. Da jede Kartusche ein in sich geschlossenes System – ohne Bedarf an Laptop, Tastatur, Barcode-Scanner oder Befüllstationen – darstellt, ist die Infektionsgefahr beim Handling minimiert. Zudem ist die Kartusche im Zusammenspiel mit dem Vivalytic-Gerät mobil und einfach vor Ort einsetzbar. Das Vivalytic-System, am Bosch-Zentrum für Forschung und Vorausentwicklung entwickelt und bei Bosch Healthcare Solutions zur Serienreife gebracht, ist eine Erfolgsgeschichte – nicht nur in der Corona-Pandemie.

100 Prozent

Spezifität des Vivalytic-Schnelltests in einer Validierungsstudie, das heißt: Die negativen Proben werden sicher erkannt.

Ein Gerät für den Nachweis verschiedener Krankheiten

Im Hintergrund scharf die PCR-Diagnoseplattform Vivalytic, im Vordergrund unscharf Clemens Weller.
Vivalytic ist eine offene Plattform für unterschiedliche Proben und verschiedene Analyseverfahren.

Vivalytic funktioniert als universelle Plattform für die molekulare Labordiagnostik und ist in der Lage, eine Vielzahl von Tests über den Corona-PCR-Schnelltest hinaus vollautomatisiert durchzuführen. Dabei können sowohl unterschiedliche Proben getestet als auch verschiedene Analyseverfahren innerhalb kürzester Zeit angewendet werden. Tests gegen weitere Viruskrankheiten wie Influenza A und B aber auch bakterielle Infektionen sind bereits entwickelt. Vivalytic ist als Plattform bewusst offen gestaltet. Verschiedene Testanbieter können und sollen vom innovativen Geschäftsmodell sowie den bisherigen Forschungs- und Entwicklungsergebnissen von Vivalytic profitieren. Die multifunktionale Plattform, die Updates direkt über die Cloud empfangen kann, setzt damit neue Maßstäbe im Bereich der modernen, molekularen Labordiagnostik. Dank dieser Entwicklungen war es Bosch möglich, nach nur sechs Wochen Entwicklungszeit schon im Frühjahr 2020 einen ersten Corona-PCR-Schnelltest für sein Vivalytic-Analysegerät auf den Markt zu bringen.

Clemens Weller und seine Mutter Ute Weller sitzen auf einer Parkbank und schauen ein Fotoalbum an. Er trägt eine Maske.
Gemeinsam Fotoalben von früher anschauen – solche Momente genießt Ute Weller mit ihrem Sohn.

98 Prozent

Sensitivität des Vivalytic-Schnelltests in einer Validierungsstudie, das heißt: 98 Prozent der positiven Fälle werden korrekt erkannt.

Clemens Weller verabschiedet sich von seiner Mutter Ute Weller. Er trägt eine Maske.
Seit Clemens Weller seine Mutter regelmäßig besuchen kann, geht es ihr deutlich besser.

Von der Sicherheit, die der Corona-PCR-Schnelltest mit Vivalytic bietet, hat auch Ute Weller in der Villa Rosenstein profitiert. Inzwischen setzt sie sich wieder gerne an den Flügel und spielt. Und sie schaut gemeinsam mit ihrem Sohn alte Fotoalben an. Clemens filmt seine Mutter bei Besuchen und schickt die Videos an die anderen Angehörigen, die nicht so oft vorbeischauen können. Er ist stolz auf die Entwicklung seiner Mutter in den vergangenen Monaten. „Es ist wirklich schön, sie so zugänglich zu erleben“, sagt Clemens. Dann verabschiedet er sich von seiner Mutter. Er weiß: Bis zu seinem nächsten Besuch wird nicht viel Zeit vergehen.

Einsatzgebiete des Corona-PCR-Schnelltests von Vivalytic

Das Forschungsschiff Polarstern inmitten von Eisschollen.
Eine große Reise macht Vivalytic auf dem Expeditionsschiff Polarstern in die Antarktis zur Forschungsstation Neumayer III. Zu Beginn der Pandemie wäre diese Reise undenkbar gewesen. Für Expeditionsleiter Tim Heitland wird Vivalytic zum „Gamechanger“. Mit der Diagnoseplattform wird die wechselnde Crew im Laborbereich oder Sanitätsbereichs des Schiffs und vor Ort in der Antarktis untersucht, eventuelle Ausbrüche können sofort erkannt und effektiv bekämpft werden. (Foto: Alfred-Wegener-Institut / Steffen Graupner)
Ein Diagnostikfahrzeug von MAN von der Seite auf einem Parkplatz.
Dank der intuitiven Handhabung sind das handliche Vivalytic-Gerät und die Corona-Testkartuschen prädestiniert für den dezentralen Einsatz. In Zusammenarbeit mit MAN Truck & Bus kommen beispielsweise mehrere Diagnostikfahrzeuge zum Einsatz, mit denen Covid-Infektionen sicher und schnell nachgewiesen werden können. Mit mehr als 500 möglichen Tests pro Fahrzeug und Tag eignet sich das rollende Labor perfekt, um bei Verdacht flexibel und mobil zuverlässige Tests durch geschultes Fachpersonal durchzuführen.
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