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Geschichte

Geschäfte ändern sich, Verantwortung bleibt

Lastwagen der Robert Bosch GmbH mit Werbung für Kühlschränke, 1951

Robert Bosch war ein wachsamer und vorausschauender Unternehmer. Er misstraute der scheinbar endlosen Erfolgsgeschichte der Magnetzündung für Automobile.

Im Wissen um die gefährliche Abhängigkeit von einem einzigen Produkt, das ihn zu einem der reichsten Männer Deutschlands gemacht hatte, tat er sich mit Handelshäusern in aller Welt zusammen. Schon 1909 waren Bosch-Zündungen auf allen Kontinenten erhältlich. Das war wichtig, um seine Marke international bekannt zu machen, aber es löste das Problem der schmalen Produktbasis nicht. Daher sorgten er und seine Nachfolger ab Ende der 1920er Jahre für weitere Standbeine in der Automobiltechnik wie in anderen Feldern, die es heute noch gibt: Elektrowerkzeuge, Hausgeräte, oder Industrietechnik.

Berühmt wurde er v.a. durch das Gordon-Bennett-Rennen 1903. Benannt nach seinem Organisator, einem millionenschweren amerikanischen Verleger, fand dieses Rennen erstmals 1903 in Irland statt, nachdem England, ursprünglich anvisiert, wegen der rigiden Verkehrsvorschriften für ein Autorennen quer durchs Land ausgefallen war. Das Tempolimit für Kraftfahrzeuge lag dort bei 10 Meilen pro Stunde – keine gute Randbedingung für Wettfahrten.

Bosch war früh ein international agierendes Unternehmen.
Bosch war früh ein international agierendes Unternehmen, seit 1909 in Asien tätig, zuerst in China, dann ab 1911 in Japan, und ab den 1920er Jahren auch in südostasiatischen Ländern.
Lastwagen der Robert Bosch GmbH mit Werbung für Kühlschränke, 1951
Lastwagen der Robert Bosch GmbH mit Werbung für Kühlschränke, 1951

Das Überleben des Unternehmens durch Entscheidungen wie den Einstieg in völlig neue Sparten, aber auch den Ausstieg aus defizitären Geschäften zu sichern, ist eines der Merkmale, die die Unternehmensgeschichte wie einen roten Faden durchziehen, und die auch heute für Bosch wichtig sind. Wesentlicher Grund für die Veränderungsfähigkeit des Unternehmensgründers war allerdings nicht die Profitabilität als Selbstzweck, sondern in entscheidendem Maße die Verantwortung für die Mitarbeiter.

Nur der Veränderungswille in den wechselnden wirtschaftlichen Bedingungen kann, das wusste Bosch, ein Unternehmen und seine Belegschaft in der Gesamtheit erhalten. Er selbst formulierte das so: „Wenn meine Magnetzündung eine Eintagsfliege ist, womit beschäftige ich meine Leute dann?“

Von Zündapparaten zur Technik fürs Leben - Diversifizierung in der Bosch-Geschichte

Dietrich Kuhlgatz

Seit 1998 arbeite ich bei Bosch und bin stellvertretender Abteilungsleiter. Als Fachreferent und Pressesprecher bin ich zuständig für Anfragen zur Bosch-Produktgeschichte weltweit und pflege Kontakte zu Technik- und Verkehrsmuseen. Ich bin für historische Anfragen in Asien, Australien und Afrika zuständig.
Bevor ich zu Bosch kam, habe ich Geschichte und Philosophie in Konstanz und Hamburg studiert. Danach war ich zunächst Zeitschriftenredakteur und danach wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Technikmuseum Berlin.

Aufnahme Dietrich Kuhlgatz

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