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IoT

Nachhaltige Städte: Das neue Highlight heißt Ontario

Innovative Technologien haben das kalifornische Ontario zu einem Vorreiter in Sachen Klimaschutz gemacht. Wir besuchen die neuen, smarten Hot Spots der Stadt.

Michael Johnson, Ontarios Direktor für kommunale Dienstleistungen, steht auf einem Aussichtspunkt und schaut auf die kalifornische Stadt Ontario herunter.

Hitzerekorde, Wasserknappheit, Waldbrände – Kalifornien spürt den Klimawandel. Insbesondere die energiehungrigen Städte mit ihrem großen CO₂-Fußabdruck sind aufgerufen, dem entgegenzuwirken. Der neue Star dabei ist Ontario. Mit smarten Technologien und der Hilfe von Bosch spart die 185 000-Einwohner-Gemeinde vor den Toren von Los Angeles jährlich 10 000 Tonnen Treibhausgas-Emissionen ein. Michael Johnson, Ontarios Direktor für kommunale Dienstleistungen, zeigt uns die smarten Hot Spots seiner Stadt.

Erstmal auftanken – natürlich elektrisch

Michael Johnson, Direktor für kommunale Dienstleistungen in der kalifornischen Stadt Ontario, steht mit Jeff Bartel, Business Development Manager bei Climatec, vor einer E-Ladesäule und lädt sein E-Auto auf.

Es ist früh am Morgen. Ein neuer, heißer Tag im Großraum Los Angeles beginnt. Wir treffen Michael Johnson vor einer von Ontarios brandneuen Ladestationen für E-Autos. Erstmal auftanken. „Wir haben ja heute noch viel vor“, so der 38-Jährige. Michael ist Direktor für kommunale Dienstleistungen und verantwortet damit unter anderem die Planung und Instandhaltung von Ontarios Infrastruktur. Neben ihm steht Jeff Bartel. Jeff ist Business Development Manager bei Climatec. Das Tochterunternehmen von Bosch berät Städte und Firmen dabei, durch Gebäudeautomation sowie Energieeffizienz- und Nachhaltigkeitsdienstleistungen klimaneutraler zu werden. So auch in Ontario. „Wir haben hier jedes öffentliche Gebäude, jeden Park, jedes Straßenlicht untersucht“, erzählt Jeff. Ziel war es, Ontarios Vision wahr werden zu lassen: „Wir wollen, dass unsere Stadt die führende und nachhaltigste Gemeinde im gesamten Inland Empire wird“, so Michael. Die Ladesäule, an der er jetzt das Kabel wieder lässig in die Buchse steckt, ist dabei nur eine von unzähligen Dingen, die Climatec bei diesem Vorhaben verantwortet hat.

Cool und effizient: das Ontario Convention Center

Mit dem vollgeladenen E-Auto geht’s zu Ontarios erstem neuen Hot Spot in Sachen Nachhaltigkeit – dem Ontario Convention Center. Das 69 000 m² große Veranstaltungszentrum war schon Schauplatz für so manchen Kino-Film. Ab sofort könnten die Regisseure aus dem benachbarten Hollywood hier auch eine Dokumentation über smarte Stadtentwicklung drehen. „Jeff und das Climatec-Team haben neue Heiz- und Klimaanlagen und ein neues Gebäudeautomationssystem geplant und installiert“, erklärt Michael. „Wir können jetzt per Knopfdruck die Temperatur in den einzelnen Gebäudeteilen regulieren und die Betriebszeiten an die Gebäudebelegung anpassen. Auch die Wartung der Anlage geschieht digital“, freut sich Michael.

Michael Johnson und Jeff Bartel spazieren am Ontario Convention Center entlang.

Neue Solarmodule

Ein weiteres Highlight sind die neuen Solarmodule des Ontario Convention Centers. Wo früher die unbarmherzige Sonne Kaliforniens auf die parkenden Autos niederbrannte, stehen jetzt Schatten spendende Dächer mit modernsten Photovoltaik-Anlagen. Bis zu 69 Prozent des eigenen Strombedarfs generiert das Veranstaltungszentrum jetzt durch Sonnenenergie.

Michael und Jeff spazieren auf dem neu gebauten Parkplatz vor dem Ontario Convention Center. Neu installierte Überdachungen mit Solarzellen spenden Schatten.
Vor den Umbauten gab es auf dem Parkplatz des Ontario Convention Centers nur einen großen betonierten Platz mit Parkplatz-Linien.
2020
2022

Wir haben nur diesen einen Planeten. Deshalb müssen wir auf ihn aufpassen. Und genau das machen wir in Ontario. Wir möchten, dass spätere Generationen von dem profitieren, was wir hier aufbauen.

Michael Johnson, Direktor für kommunale Dienstleistungen in Ontario, Kalifornien

Der Westwind Community Center Pool: warmes Wasser von der Sonne

Mittlerweile ist es Mittag geworden, 35 Grad im Schatten – Zeit für eine Abkühlung. Deshalb ist das nächste Ziel der Westwind Community Center Pool, wo wir Bademeisterin Sophia Lara treffen. Stolz zeigt sie auf das Gebäudedach: „Seht ihr die dunklen Matten da oben? Unser Poolwasser wärmt sich jetzt über ein solarthermisches Heizsystem auf.“ So können jährlich bis zu 50 Prozent Erdgas im Vergleich zu vorher gespart werden.

„Der erste Schritt unserer Arbeit ist immer die Analyse“, erklärt Jeff. „Wir schauen uns die Infrastruktur an und rechnen aus, was das vorhandene Equipment verbraucht und wie aufwändig die Wartung ist. So auch hier im Westwind Community Center Pool. Danach zeigen wir den Kunden auf, wie sie durch smarte, regenerative Technologien effizienter werden können.“ In 26 öffentlichen Einrichtungen hat das Team neues Equipment installiert – und auch bei der finanziellen Förderung des gesamten Projektes geholfen.

Michael Johnson steht mit Bademeisterin Sofia Lara in Ontarios Westwind Community Center Pool und betrachtet das neue solarthermische Heizsystem des Schwimmbeckens.

Überblick

  • Modernisierung der LED-Innen- und Außenbeleuchtung im gesamten Stadtgebiet
  • Zentrale Kaltwasseranlagen in der Ovitt Family Library und im Convention Center
  • Heißwasserkesselanlagen in der Ovitt Family Library, dem Convention Center und der Toyota Arena
  • Neue Steuerungsprogramme und VAV-Systeme im Convention Center
  • Aufrüstung von Steuerungssystemen für Gebäudeautomation an 27 Standorten
  • Modernisierung von Kompaktklimasystemen an 11 Standorten
  • PV-Solarsysteme im Rathausanbau, im Polizeirevier und im Convention Center
  • Solarthermische Heizsysteme im Westwind Community Center Pool und im Dorothy Quesada Pool
  • Ladestationen für Elektrofahrzeuge bei den Stadtwerken Ontario und in drei Gemeindezentren
  • Neue elektrische Transformatoren im Rathausanbau, im Polizeirevier und im Seniorenzentrum
  • Batteriespeichersysteme in der Toyota Arena und im Polizeirevier

10 000 Tonnen

Treibhausgase pro Jahr spart Ontario durch die Installation nachhaltiger Technologien ein.

Euclid Avenue: die smarten Lichter der Stadt

Michael Johnson und Jeff Bartel stehen auf dem R. Jack Mercer Ontario Community Band und betrachten die neu installierten Straßenlaternen.

Am Ende eines langen Tages fährt Michael die Euclid Avenue entlang, wir sind in Downtown Ontario angekommen. Die Sonne scheint jetzt nicht mehr, dafür aber die fast 13 000 LED-Straßenlichter, die die Stadt in ein angenehmes, warmes Licht tauchen. „Auch die hat Climatec für uns erneuert“, erklärt Michael. Die neuen Lampen verbrauchen bis zu 80 Prozent weniger Energie und sind mit einem intelligenten System vernetzt, das jede Laterne überwacht und individuell steuert. „Diese Lichter – die sind mein persönliches Highlight“, resümiert Michael gedankenverloren. Jeff und er stehen auf dem R. Jack Mercer Ontario Community Band, wo in lauen Sommernächten Bands auftreten. Jazz, Swing, Blues – der Sound der Stadt.

75 Millionen Dollar Einsparungen: ein guter Deal für Ontario und für das Klima

35 Millionen Dollar hat Ontario mit Climatec in die Erneuerung der Energie-Infrastruktur gesteckt. Eine Investition, die der Stadt über die Lebensdauer der neuen Geräte hinweg voraussichtlich mehr als 75 Millionen Dollar einsparen wird. „Climatec hat uns ein kreatives Finanzierungskonzept ausgearbeitet, das Mittel der California Energy Commission einsetzt, Rabatte lokaler Energieversorger nutzt und besonders günstige Finanzierungskonditionen ermöglicht. Das gesamte Projekt rechnet sich durch Einsparungen bei den laufenden Betriebskosten“, lächelt Michael.

Ein guter Deal – für Ontario, für Climatec und für die Natur. „Wir haben nur diesen einen Planeten. Deshalb müssen wir auf ihn aufpassen. Und genau das machen wir hier. Wir möchten, dass spätere Generationen von dem profitieren, was wir hier aufbauen“, sagt Michael – und macht sich auf den smart erleuchteten Heimweg.

Michael Johnson läuft die Euclid-Avenue in Ontario entlang. Es ist Nacht, Michael dreht sich freundlich lächelnd zur Kamera hin um.

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