Timotheus Höttges
Timotheus Höttges

Chancen der Digitalisierung und Datensicherheit

Im Gespräch mit dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Telekom

Clock 8 Minuten

Ethische Fragen und Datensicherheit sind große Themen. Aber das Internet Ethische Fragen und Datensicherheit sind große Themen. Aber die Digitalisierung und das Internet der Dinge bringen uns auch mehr Wohlstand, mehr Freizeit und die Chance, dezentral zu arbeiten, sagt Timotheus Höttges. Der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom ruft dazu auf, der digitalen Zukunft optimistisch entgegenzublicken.

IoT-Experte Timotheus Höttges im Interview

Klare Rollenverteilung im digitalen Wandel

Timotheus Höttges, CEO der Deutschen Telekom, bezeichnet sich selbst als „Dinosaurier der Telekommunikationsbranche“. Er hat aus professioneller Sicht schließlich schon einiges miterlebt: Wie die Leute stundenlang mit ihren ersten Handys am Ohr durch die Gegend liefen, wie plötzlich jeder ein Smartphone haben wollte und wie die Menschen jetzt langsam beginnen, mit Autos zu kommunizieren. Die Rolle der Deutschen Telekom in Bezug auf die Digitalisierung und das Internet der Dinge beschreibt er so: „Egal ob autonome Fahrzeuge, Wearables oder Parkassistenz – wir schaffen die Basis für solche Anwendungen: die Infrastruktur.“ Dabei sei es egal, ob ein Kunde Festnetz, WiFi oder eine 5G-Verbindung, das noch leistungsstärkere Nachfolgenetz von LTE, brauche – Höttges geht es darum, die Rahmenbedingungen so zu schaffen, dass alles reibungslos funktioniert. Mit der Herstellung dieser Produkte habe die Telekom jedoch nichts zu tun: „Das überlassen wir den Experten aus der Industrie.“ Bosch beispielsweise sei so ein Experte: „Ich schätze es sehr, dass Bosch kontinuierlich daran arbeitet, autonomes Fahren für die nächste Generation möglich und vor allem sicher zu machen. Das Unternehmen steht schlichtweg für hohe Qualitätsstandards im Automotive-Bereich.“

„Für jede spezifische Anforderung, die das Internet der Dinge stellt, müssen wir die jeweils richtige Infrastruktur bereitstellen.“

Timotheus Höttges, Deutsche Telekom

Digitale Chancen für die Arbeitswelt

„Die Digitalisierung ist ein wertvolles Geschenk, das wir an die nächste Generation weitergeben sollten“, sagt Höttges. Laut des Telekom-CEO werden die Digitalisierung und das Internet der Dinge unser Leben in Zukunft um einiges angenehmer machen: „Wir waren nie so gesund wie heute. Nie war es so einfach, mit unseren Freunden in Kontakt zu bleiben. Wir haben die Möglichkeit, dezentral zu arbeiten und unsere Produktivität zu steigern. Körperlich anstrengende und krankmachende Arbeiten haben uns teilweise schon die Maschinen abgenommen.“ Es bleibt also mehr Zeit, sich bei der Arbeit auf andere Aspekte und im Privaten mehr auf sich selbst zu konzentrieren. „Vor allem für uns Deutsche ist das Glas meistens halb leer. Es hilft nicht, die Digitalisierung nur negativ zu betrachten. Sie kommt so oder so – und wir können sie zu unserem Vorteil nutzen.“

„Für uns Deutsche ist das Glas immer halb leer, nicht halb voll.“

Timotheus Höttges, Deutsche Telekom

Die Datensicherheit im Blick

Timotheus Höttges ist bewusst, dass viele Menschen die Digitalisierung trotz der vielen Vorteile kritisch sehen oder sogar Angst vor ihr und ihren Risiken haben. Dafür hat er Verständnis: „Zahlreiche Unternehmen wurden bereits Opfer von Cyber-Angriffen und jeder hat schon häufig davon gehört. Klar, dass die Leute vor allem auch ethische Bedenken haben, wenn sie Begriffe wie ‚Big Data’ hören.“ Diese Ängste müsse man bekämpfen, und da seien die Unternehmen, egal aus welcher Branche, in der Pflicht: „Man darf nicht nur die tollen Produkte, Apps und High-Tech-Lösungen sehen. Es ist wichtig, während des kompletten Entwicklungsprozesses an das Thema Datensicherheit zu denken und die Nutzerdaten auch in Zukunft mit höchster Sorgfalt zu behandeln.“

„Wir müssen den Menschen die Chancen aufzeigen und ihnen so die Angst vor der Digitalisierung nehmen.“

Timotheus Höttges, Deutsche Telekom

Timotheus Höttges – Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom AG

Timotheus Höttges studierte BWL an der Universität zu Köln und arbeitete nach seinem Abschluss für drei Jahre in einer Unternehmensberatung. 1992 wechselte er zum VIAG Konzern in München, wo er unter anderem als Generalbevollmächtigter für Controlling und Unternehmensplanung verantwortlich war. Seit dem Jahr 2000 ist Höttges bei der Deutschen Telekom beschäftigt und wurde 2014 schließlich zum Vorstandsvorsitzenden ernannt.

Timotheus Höttges – Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom AG

Fazit

„Wir müssen den Menschen die Angst vor der Digitalisierung nehmen“, appelliert Timotheus Höttges, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom AG. Man solle mit der Digitalisierung offen umgehen und ihre Chancen vorteilhaft nutzen. Dabei stehe die Sicherheit der Nutzerdaten klar im Fokus.

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