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Diversity

Einsatz für Vielfalt und Toleranz

Wie sich Bosch und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gegen Rassismus und Diskriminierung einsetzen

Mitarbeiter unterschiedlicher Hautfarbe strecken ihre Hände in der Mitte zusammen

Vielfalt ist ein fester Bestandteil der Unternehmensstrategie von Bosch. Der Begriff Diversity beschränkt sich dabei nicht nur auf unterschiedliche kulturelle Hintergründe, Geschlecht oder Altersgruppen, sondern umfasst auch Denkweisen, Erfahrungen, Perspektiven und Lebensentwürfe. Einige Beispiele, wie sich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihrem Arbeitsalltag für Vielfalt und Toleranz einsetzen.

Vielfalt: Teil der Bosch-Werte

Filiz Albrecht, Geschäftsführerin und Arbeitsdirektorin der Robert Bosch GmbH, sitzt in einem Sessel und unterhält sich

Für Geschäftsführerin Filiz Albrecht ist dieses Thema als Arbeitsdirektorin besonders wichtig. „Vielfalt ist seit jeher fest in unseren Unternehmenswerten verankert“, betont sie. „Wir setzen auf gemischte Teams, weil wir wissen, dass sie oft bessere Ergebnisse erarbeiten und Lösungen finden. Denn verschiedene Sichtweisen liefern wichtige Impulse für neue Ideen.“ Mehr als 150 Nationalitäten arbeiten bei Bosch weltweit zusammen. Seit Jahren beschäftige sich das Unternehmen daher auch mit unbewussten Denkmustern und fördere einen reflektierten Umgang mit Vorurteilen und Stereotypen, erklärt Albrecht. Weltweit gebe es dazu Workshops für Beschäftigte. „Wir bei Bosch stehen für ein respektvolles Miteinander und setzen klare Zeichen gegen Diskriminierung und Rassismus“, betont sie. Sollte es Beschwerden über diskriminierende Aussagen oder Handlungen geben, gehe die Personal- oder Compliance-Abteilung ihnen konsequent nach.
Beschäftigte haben unterschiedliche Möglichkeiten, auf einen Verstoß gegen die Bosch-Werte aufmerksam zu machen. Neben Vertrauensleuten, die in jeder Abteilung ein offenes Ohr haben, können sie beispielsweise auch das private Gespräch mit der Sozialberatung oder den Diversity-Managerinnen und -Managern suchen. Beide unterliegen der Verschwiegenheitspflicht.

Stefanie Jekal, globale Diversity-Managerin, steht vor einem Bildschirm mit einer Präsentation zum Thema „Remarkable Women“

Stefanie Jekal ist globale Diversity-Managerin. Sie kümmert sich unter anderem auch darum, dass Beschäftigte sich ihrer Vorurteile und unbewussten Denkmuster („Unconscious Bias“) bewusst werden und sich damit auseinandersetzen – beispielsweise im Rahmen von Workshops. „Niemand würde von sich sagen: Ich bin ein Rassist und niemand will das sein“, betont sie. Aber wenn man nicht viele Berührungspunkte mit Menschen aus anderen Kulturen habe, fehle häufig einfach das Verständnis. „Dann kann es zu Situationen kommen, in denen man internationale Kolleginnen und Kollegen unbewusst und ungewollt diskriminiert.“ Daher sei es umso wichtiger, dieses Verständnis zu schaffen. Dass Bosch als internationaler Konzern stark auf gemischte Teams setze, sei dabei ein richtiger Schritt. Gibt es dennoch Probleme, sind Stefanie Jekal und die rund 70 regionalen Diversity-Koordinatoren weltweit immer wieder auch Anlaufstelle für Betroffene.

„Das Wichtigste ist es, erstmal zuzuhören. Je nach Fall bin ich entweder beratend tätig und erarbeite mit ihnen Strategien, wie sie selbst reagieren können“, erklärt sie. Wenn nötig, gehe sie auch begleitend mit in Gespräche. „In jedem Fall ist es wichtig, dass man die Anliegen ernst nimmt und so handelt, dass es den Betroffenen guttut.“ Zudem böten zahlreiche internationale Diversity-Netzwerke wie Chinese@Bosch, afric@Bosch oder auch das Türkische Forum die Möglichkeit, sich auszutauschen.

„Unsere Netzwerke sind so wichtig, weil sie zu einem besseren Verständnis für andere Kulturen beitragen“, sagt Jekal. Natürlich gebe es die Netzwerke auch, um sich untereinander auszutauschen. „Aber sie organisieren auch offene Dialogveranstaltungen, die oft zu einem besseren Verständnis füreinander beitragen. Netzwerke sind immer auch unser Ohr an der Bosch-Gesellschaft.“

„Wir bei Bosch stehen für ein respektvolles Miteinander und setzen klare Zeichen gegen Diskriminierung und Rassismus.“
Filiz Albrecht, Geschäftsführerin und Arbeitsdirektorin der Robert Bosch GmbH

Das Bewusstsein schärfen

Ghislain Mouil Sil unterhält sich während eines Events

Ghislain Mouil Sil ist einer der Gründer des Netzwerks afric@bosch, das seit dem Jahr 2008 besteht. „Die Zielgruppe geht weit über Afrika sowie Afroamerikaner hinaus“, erklärt Sil. Neben den rund 100 Mitgliedern werde es von mehreren hundert Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern unterstützt beispielsweise in Deutschland und Frankreich. „Wir lernen sehr viel voneinander, da wir häufig ähnliche Erfahrungen machen. Durch gezielte Aktionen können wir zudem das Bewusstsein unserer Kolleginnen und Kollegen für das Thema schärfen.“ Er selbst arbeitet in einem internationalen Team – und hat als Führungskraft Verantwortung für 50 Menschen aus acht Ländern. „Als Mitarbeiter schon damals und heute als Führungskraft setze ich stets den Fokus auf Respekt und Akzeptanz für eine optimale Entfaltung aller Kollegen“, betont Mouil Sil. „Unser Unternehmen bildet den Querschnitt der Gesellschaft ab und so ist es zu erwarten, dass Rassismus aus dem Berufsalltag nicht gänzlich auszuschließen ist.“ Umso wichtiger sei der Austausch über Netzwerke. „Die Krönung ist, wenn viele Netzwerke zusammenkommen, um positive und wirkungsvolle Zeichen zu setzen“, sagt er. Zusammen mit dem Türkischen Forum habe afric@bosch beispielsweise einen „Orientation Day“ ins Leben gerufen – mit dem Ziel, Schülern und Studierenden mit und ohne Migrationshintergrund Orientierung zu geben sowie ihnen Einstiegs- und Entwicklungsmöglichkeiten bei Bosch zu zeigen. Er ist sich sicher: „Wir als Unternehmen können Vielfalt gezielt einsetzen, um unsere Stärken zu kombinieren und unsere Schwächen zu kompensieren.“

Lan Fang, Vorsitzende des Netzwerkes „Chinese@bosch“, lächelt in die Kamera

Das sieht auch Lan Fang, Vorsitzende vom Netzwerk Chinese@bosch, so. „Durch die große Vielfalt in der Belegschaft kann Bosch auf ein breites Verständnis von internationalen Märkten, Technik, Kultur und Politik zurückgreifen“, sagt sie. „Das ist besonders wichtig für ein Unternehmen, das auch eine soziale Verantwortung hat.“ Diversität habe in der täglichen Zusammenarbeit viele Vorteile. Das 2013 gegründete Netzwerk biete daher zunehmend Veranstaltungen an, die offen für alle Beschäftigten seien. Dadurch solle auch das Verständnis zwischen östlicher und westlicher Kultur besser werden. Lan Fang ist sich sicher, dass Vernetzung auch dabei hilft, Rassismus zu bekämpfen. „In China gibt es einen Spruch von Konfuzius: 三人行,必有我师. Das bedeutet: „Wenn ich mit drei Menschen zusammen wandere, kann immer einer von ihnen mein Lehrer sein: Denn was ich Gutes an ihm erkenne, wähle ich für mich aus, und was ich an ihm nicht gut finde, das ändere ich.“

Carmalita Yeizman, Diversity-Koordinatorin in Nordamerika, während einem Vortrag.

Carmalita Yeizman ist Diversity-Managerin in Nordamerika und kennt daher die Bedeutung von solchen Netzwerken. Sie seien wichtige Botschafter für Themen wie Diversität, Gerechtigkeit und Inklusion. Themen, die sie selbst in ihrer täglichen Arbeit vorantreibt. „Als Person of Color mit unterschiedlichen ethnischen Hintergründen ist Rassismus für mich eine reale Erfahrung, die ich immer wieder gemacht habe“, sagt sie. Das Thema betreffe sie daher auch in ihrem Privatleben. Bei Bosch macht sie sich in ihrer täglichen Arbeit gegen Vorurteile stark und ist Ansprechpartnerin für die Beschäftigten in Nordamerika. Zusätzlich veranstaltet sie Diskussionsrunden zum Umgang mit unangenehmen Situationen im Arbeitsleben oder dem Kampf gegen Rassismus. „Ich habe zwar nie direkten Rassismus bei einem Arbeitgeber erlebt, aber es ist wichtig zu verstehen, dass das nicht für alle gilt.“, sagt sie. Vielfalt sei ein Eckpfeiler der Bosch-Werte – nicht nur in Nordamerika, sondern im ganzen Unternehmen. „Wir stehen zusammen gegen Rassismus, Hass und Gewalt in jeder Form.“

Bosch Gesamtbetriebsratsvorsitzende Frank Sell lächelt in die Kamera

„Die Vielfalt unserer Kolleginnen und Kollegen zeichnet uns bei Bosch aus und macht uns stark“, betont auch der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Frank Sell. Die Arbeitnehmervertreter stünden gemeinsam gegen jede Form von Fremdenfeindlichkeit. „Der Einsatz für Integration und der stetige Kampf gegen Rassismus ist für uns als Arbeitnehmervertreter ein zentrales Thema.“ Der Betriebsrat in Feuerbach etwa habe in einer gemeinsamen Aktion mit dem Unternehmen die Werkstore mit Schildern versehen. „Respekt! Kein Platz für Rassismus“ ist darauf zu lesen. Sell: „Hier wird ein deutliches Zeichen gesetzt, denn in unserer Gesellschaft aber auch bei Bosch ist kein Platz für Rassismus und Ausgrenzung.“

Konsequent gegen Diskriminierung

Mögliche Fälle von Diskriminierung werden bei Bosch konsequent verfolgt: Sollten Beschäftigte sich diskriminiert fühlen, haben sie die Möglichkeit sich an verschiedene Anlaufstellen zu wenden. Dazu zählen Führungskräfte, der HR-Bereich und die Diversity-Koordinatoren weltweit. In Deutschland beispielsweise gibt es zusätzlich die Möglichkeit, auf die Sozialberatung oder die Arbeitnehmervertretung zuzugehen. Außerdem können Hinweise zu möglichem Fehlverhalten, online über das Bosch-Hinweisgebersystem vertraulich gemeldet werden. Über die Postbox im Bosch-Hinweisgebersystem ist auch der anonyme Austausch mit der Compliance-Organisation möglich.

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