Liu Ren, Ph.D.
VP and Chief Scientist of AI
Als Vice President und Chief Scientist for AI am Bosch Center for Artificial Intelligence (BCAI) im Silicon Valley schlage ich die Brücke zwischen Grundlagenforschung und praktischer Anwendung. Ich leite das größte globale strategische Projektportfolio von Bosch Research, das sich auf KI-Kerntechnologien für fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme (ADAS) konzentriert. Zudem bin ich mitverantwortlich für unser geschäftsbereichsübergreifendes Team für automatisiertes Fahren. Dieses Team vereint Experten von Bosch Research und dem Produktbereich ADAS weltweit, um die KI-Transformation unserer Produkte der nächsten Generation voranzutreiben.
In meiner Rolle als Chief Scientist im Bosch Research AI Board leite ich globale Teams dabei an, Innovationen und Lösungen für zentrale industrielle Herausforderungen zu entwickeln – vom automatisierten Fahren über die intelligente Fertigung bis hin zu Gebrauchsgütern. Mit dieser Arbeit haben wir bereits transformative Geschäftsergebnisse erzielt und renommierte Branchenauszeichnungen gewonnen. Ich engagiere mich auch weiterhin für die Weiterentwicklung des Fachgebiets und habe an über 70 hochrangigen KI-Publikationen mitgewirkt, mehrere Preise für die besten wissenschaftlichen Arbeiten erhalten und ein Portfolio von mehr als 70 Patenten aufgebaut.
Was fasziniert Sie besonders an der Forschung?
Unsere Forschungsergebnisse werden nicht nur auf führenden KI-Konferenzen gewürdigt und mit Preisen für die besten wissenschaftlichen Arbeiten ausgezeichnet, sondern sind auch konkret in unseren Produkten erlebbar. Genau diese Innovationen sind entscheidend dafür, dass unsere faszinierenden Produkte in den Kerngeschäftsbereichen – fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme (ADAS), Fertigung und Gebrauchsgüter – erfolgreich skalieren und einen immensen Geschäftswert schaffen.
Was macht die Forschung bei Bosch so besonders?
Die globale Präsenz von Bosch ist ein einzigartiger Vorteil, insbesondere unser Forschungsstandort im Silicon Valley. Im Herzen der weltweiten KI- und Software-Innovation gelegen, können unsere Forscher dort das lokale Ökosystem ideal nutzen, frühe Trends erkennen und mitgestalten sowie mit führenden Universitäten wie Stanford und UC Berkeley an der Grundlagenforschung zusammenarbeiten. Das ermöglicht es uns, Innovationen für aufkommende oder noch unentdeckte Geschäftsanforderungen zu entwickeln, die letztendlich die Zukunft von Bosch und die Welt beeinflussen.
Über die Stärken unseres Standorts im Silicon Valley hinaus ermöglicht unsere globale Präsenz eine nahtlose Zusammenarbeit mit Bosch-Forschern an anderen wichtigen Standorten wie Deutschland, China und Indien. Diese Vielfalt an Perspektiven und Fachkenntnissen beschleunigt unsere Innovationskraft erheblich.
Ergänzt wird dies durch das vielfältige Produktportfolio von Bosch. Diese Breite erlaubt es unseren Forschern, kundenorientierte, marktgetriebene und nachhaltige KI-Lösungen zu entwickeln, die über rein wissenschaftliche Exzellenz hinausgehen und in der Praxis eine signifikante Wirkung erzielen. Als nicht börsennotiertes Unternehmen ist Bosch zudem einzigartig von den Schwankungen des Aktienmarktes abgeschirmt. Dies erlaubt es uns, uns langfristiger Forschung zu widmen, die bestmöglich mit unserer strategischen Vision übereinstimmt, anstatt uns auf kurzfristige Gewinne zu konzentrieren.
An welchen Forschungsthemen arbeiten Sie aktuell bei Bosch?
Als Vice President und Chief Scientist for AI am Bosch Center for Artificial Intelligence (BCAI) konzentriert sich meine aktuelle Forschung darauf, sowohl grundlegende KI-Innovationen als auch deren wirkungsvolle Anwendung in unseren industriellen Kerndomänen voranzutreiben.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Leitung des größten globalen strategischen Projektportfolios von Bosch Research, das sich den KI-Kerntechnologien für fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme (ADAS) widmet. Diese Arbeit ist entscheidend, um die KI-gesteuerte Transformation von Automobilprodukten der nächsten Generation zu beschleunigen. Gemeinsam mit dem Chief Technology Officer unseres ADAS-Produktbereichs leite ich zudem unser geschäftsbereichsübergreifendes globales Team für automatisiertes Fahren, das Experten weltweit vereint, um diese Vision zu verwirklichen. Über ADAS hinaus leite ich globale Forschungsteams bei der Entwicklung hochmoderner KI-Lösungen für kritische Herausforderungen in anderen industriellen Sektoren von Bosch, einschließlich intelligenter Fertigung, Car-Infotainment und Haushaltsgeräten.
Um diese Ziele zu erreichen, deckt unsere Forschung eine Reihe fortschrittlicher KI-Themen ab. Dazu gehören Pionierarbeit in den Bereichen Generative KI (GenAI) und Large Language Models (LLMs) sowie Vision-Language-Action (VLA)-Modelle. Zudem entwickeln wir Computer Vision für eine robuste Wahrnehmung und Weltmodelle weiter, gewährleisten Vertrauenswürdigkeit durch erklärbare KI (XAI) und erforschen visuelle Analysemethoden für große Datenmengen (Big Data Visual Analytics). Wir konzentrieren uns auch auf die Entwicklung intelligenter Robotik. Mein übergeordnetes Ziel ist es, die Lücke zwischen bahnbrechender Forschung und kommerzieller Anwendung zu schließen und sicherzustellen, dass unsere Innovationen einen transformativen Geschäftswert für Bosch liefern.
Was sind die größten wissenschaftlichen Herausforderungen in Ihrem Forschungsgebiet?
Die größten wissenschaftlichen Herausforderungen in meinem Fachgebiet liegen in zwei Schlüsselbereichen. Zum einen konzentrieren wir uns auf die Entwicklung von KI-Lösungen wie End-to-End (E2E)- oder Vision-Language-Action (VLA)-Modellen für das automatisierte Fahren. Diese müssen nicht nur menschenähnliche Fähigkeiten aufweisen, sondern auch absolut vertrauenswürdig und zuverlässig für eine sichere Freigabe sein – eine große Herausforderung angesichts ihrer sicherheitskritischen Natur. Zum anderen stellt die Skalierung von agentenbasierten KI-Lösungen eine erhebliche Hürde dar, insbesondere in vertikalen Domänen wie der Fertigung und der Mobilität. Der hohe Bedarf an Anpassungen kann zu einer fragmentierten Lösungslandschaft führen, was uns vor den Kompromiss zwischen maßgeschneiderter Leistung und breiter Anwendbarkeit stellt.
Wie werden die Ergebnisse Ihrer Forschung zu „Technik fürs Leben“?
Unsere Forschung trägt direkt zu „Technik fürs Leben“ bei, indem wir uns auf KI-Lösungen konzentrieren, die Sicherheit, Effizienz und das Wohlbefinden der Menschen in entscheidenden Bereichen verbessern. So führen beispielsweise unsere KI- und Systeminnovationen für ADAS direkt zu sichereren Fahrzeugen, die Unfälle verhindern und Leben schützen. In der intelligenten Fertigung steigern unsere KI-Innovationen die Produktqualität und die Sicherheit der Mitarbeiter. Bei Haushaltsgeräten schaffen sie intuitivere und energieeffizientere Produkte, die den Alltag erleichtern. Letztendlich schlagen wir die Brücke zwischen modernster KI-Forschung und realen Anwendungen, um greifbare, lebensverbessernde Vorteile zu liefern, die perfekt zur Mission von Bosch passen.
Lebenslauf
2006
Informatik-Postdoktorand, Visionsbasierte Leistungsschnittstelle, maschinelles Lernen für die Bewegungserfassung, Analyse und Synthese, Carnegie Mellon University (USA)
2001
Informatik-Doktorand, Computergrafik, Echtzeit-Rendering und wissenschaftliche Visualisierung, Mitsubishi Electric Research Laboratories (USA)
1999
M. Sc. in Informatik, KI-gestütztes CAD, Zhejiang University (China)
Ausgewählte Publikationen
Eine aktuelle, vollständige Liste ist verfügbar unter www.liu-ren.com
L. Gou et al. (2020)
- L. Gou, L. Zou, N. Li, M. Hofmann, A. K. Shekar, A. Windt, L. Ren
- EEE Visualization (VAST) (2020)
- IEEE Transactions on Visualization and Computer Graphics 2021
- Best Paper Award
L. Ren (2020)
- Bosch Digitial Annual Book 2019
L. Ren (2019)
- Auto.AI USA 2019
- Opening Keynote
Y. Ming et al. (2019)
- Y. Ming, P. Xu, F. Cheng, H. Qu, L. Ren
- IEEE Visualization (VAST) (2019)
- IEEE Transactions on Visualization and Computer Graphics ( Volume: 26, Issue: 1, Jan. 2020)
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Liu Ren, Ph.D.
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