Der Zündkerzenversteher
Bosch-Renndienstleiter August Bamminger
Einer durfte bei den großen Auto- und Motorrad-Rennen zwischen 1911 und 1957 nicht fehlen: August Bamminger, seines Zeichens Leiter des Bosch-Renndienstes und „Zündkerzen-Doktor“.
Auf den Rennstrecken zu Hause
Kein Weg war ihm zu weit, um Fahrern bei den bedeutenden Automobil- und Motorradrennen wie dem „Großen Preis von Deutschland“ auf dem Nürburgring, der Carrera Panamericana in Mexico oder dem Großen Preis von Argentinien mit technischen Ratschlägen zur Seite zu stehen. Am Rande der Rennstrecken, zwischen den lärmenden und stinkenden Fahrzeugen fühlte sich Bamminger zuhause und beobachtete zusammen mit seinem Bosch-Rennteam die waghalsigen Fahrer, die alles aus den Motoren ihrer Fahrzeuge herausholten, was in ihnen steckte. Blieb einer von ihnen liegen, qualmte es aus einem Rennwagen, dann war der Bosch-Mann zur Stelle.
Die Leidenschaft zu Motoren
Der Weg von Bammingers Karriere schien von Anbeginn an vorprogrammiert: Mit 21 Jahren trat er 1909 als Mechaniker bei Bosch ein und erlangte bereits vor dem Ersten Weltkrieg einen Ruf als Zündkerzendoktor bei Rennen. 1920 folgte seine Beförderung zum Bosch-Werkstattleiter in Prag und ab 1938 zum Leiter des ein Jahr zuvor gegründeten Bosch-Renndienstes. Seine immer ruhige, väterliche Art und die in den Mundwinkel eingewachsen zu scheinende Zigarre machte aus ihm ein echtes Original, das bis zu seinem Ruhestand 1957 für seine Motoren-Leidenschaft lebte.
Autorin: Vera Dendler