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Geschichte

Geschichte der Bosch Thermotechnik

Wärme fürs Leben

Frauen am Fließband bei der Produktion von Gas-Thermen

Robert Bosch begeisterte sich in allen Lebenslagen für technische Neuheiten und Innovationen. So überrascht es nicht, dass er sein um 1910 gebautes Privathaus mit einer modernen Zentralheizung ausstattete. Mehr als zwanzig Jahre später wurde Bosch selbst Hersteller von Heizsystemen und Warmwassergeräten und legte den Grundbaustein für den heutigen Geschäftsbereich Bosch Thermotechnik mit energieeffizienter und innovativer Heiztechnik und Warmwasserlösungen.

Der Einstieg in die Heiz- und Warmwassertechnik

1926 erhielt Alfred Meyer, Leiter der Bosch Patentabteilung, einen Spezialauftrag: Er sollte neue Arbeitsgebiete für die Firma ausfindig machen. Es waren schwierige Zeiten in der Autoindustrie und Bosch wollte sein ausschließlich auf Automobiltechnik ausgerichtetes Geschäftsfeld auf eine breitere Basis stellen. Produkte mit einem Gasbrenner wurden zunehmend beliebter und so erschien für Alfred Meyer die Entwicklung einer Zündsicherung für diese Gasbrenner vielversprechend. Damit reagierte er auf bislang unterschätzte Risikofaktoren, denn auch nach dem Erlöschen der Flamme konnte unverbrauchtes Gas ausströmen – es bestand also größte Explosions- und Vergiftungsgefahr.

Werbung mit Zündflamme und Frau am Spülbecken
Gasschalter von Bosch um 1930

Erste Abhilfe sollte eine Erfindung aus den USA schaffen, die zumindest das Ausströmen von Gas beim Erlöschen der Flamme verhinderte. Allerdings hatte dieser Gasschalter eine Abschaltzeit von mehreren Minuten und so konnte eine Explosion nach wie vor nicht zuverlässig verhindert werden. Bei Alfred Meyer war der Ehrgeiz geweckt – das musste deutlicher schneller gehen. 1929 dann der Durchbruch: Der Bosch-Gasschalter mit einer Abschaltzeit von nur wenigen Sekunden war entwickelt. Der Markteinführung stand jedoch ein weitreichendes Patent der Dessauer Heiz- und Warmwassergerätefirma Junkers & Co. entgegen. Die ersten Gespräche verliefen zäh und bevor es zu einer Einigung sowie größeren Vermarktung kommen konnte, sorgte die aufkommende Weltwirtschaftskrise für eine weitreichende Veränderung der Situation: Hugo Junkers geriet mit seiner gesamten Unternehmensgruppe in finanzielle Schwierigkeiten und entschied sich 1932 zu einem Verkauf seiner Gasgeräteproduktion an Bosch.

Der Härtetest

Junge im Matrosenanzug auf einer Gastherme

Stabilität gewährleistet

Junkers stellte 1896 den ersten wandhängenden Gasbadeofen her und befestigte diesen aus Platz- und Kostengründen über die Gasleitung an der Wand. Für die Stabilität der Konstruktion warb Hugo Junkers mit seinem Neffen, der sich auf den Gasbadeofen setzte.

Wohlige Wärme und Komfort im Bad

Titel einer Werbebroschüre für den Gasiator
Die Werbung „Junkers Gasiator" von 1957 versprach ein warmes zu Hause zur Freude aller Bewohner.

Junkers hatte mit seinen preisgünstigen und sparsamen Gas-Badeöfen einen wichtigen Beitrag zur Hygiene geleistet. Mitte der 1950er Jahre zeichnete sich jedoch eine Trendwende ab. Der Wunsch nach mehr Wohnqualität stieg, wozu neben Warmwasserversorgung nun auch eine komfortable Heizung in den eigenen vier Wänden zählte. Junkers erfüllte diesen Wunsch unter anderem mit dem Gas-Radiator „Junkers Gasiator“. Zu seinen Vorzügen gehörten: einfache Bedienung, keine Wartung und eine hohe Wirtschaftlichkeit. Wichtig war auch – und hier schließt sich der Kreis – die höchstmögliche Betriebssicherheit durch die Zündsicherung. Die Hartnäckigkeit von Alfred Meyer, der längst im wohlverdienten Ruhestand war, hat sich also ausgezahlt.

Werbeplakat mit badender Frau

Viel Komfort im eigenen Bad – mit Junkers Thermen ein erfüllbarer Wunsch.

Nachhaltigkeit und alternative Energieformen

In den 1970er Jahren veränderte sich die politische und wirtschaftliche Situation erneut deutlich, was sich spätestens durch die Ölkrise für alle Haushalte bemerkbar machte. Erstmals waren alternative Energieformen und Ressourcenschonung wichtige Themen für eine breite Öffentlichkeit. Für die Thermotechnik-Branche war Energieeffizienz immer schon ein Bestreben, durch diese veränderte Situation war nun ein weiterer Ansporn dazugekommen. 1975 stellte Junkers den Prototyp einer Wärmepumpe vor, die Brunnenwasser als Wärmequelle nutzte. Im Sommer diente sie zur Warmwasserbereitung und im Winter konnte die Wärme auch zum Heizen genutzt werden. Die Forschung bei Junkers ging mit dem „Tritherm-Haus“ noch einen entscheidenden Schritt weiter. Das 1976 errichtete Versuchshaus arbeitete mit einer Wärmepumpe, 25 Solarkollektoren und einer Gas-Zentralheizung als eiserne Reserve für besonders kalte Wintertage. Die Ingenieure ermittelten wichtige Erkenntnisse über die optimale Nutzung und Verknüpfung von unterschiedlichen Wärmequellen.

Junkers-Messestand
Die Junkers Wärmepumpe PL 10-1 KA wird 1982 auf der Messe Intherm in München vorgestellt.

Auch bei Buderus, seit 2004 Teil von Bosch Thermotechnik, gab es in den 1970er Jahren weitreichende Technologiesprünge: 1977 kam der Niedertemperatur-Heizkessel „Ecomatic“ auf den Markt. Von nun an konnte die Betriebstemperatur des Heizkessels in Abhängigkeit von der Außentemperatur gesteuert werden, wodurch Energieeinsparungen von bis zu 30 Prozent erzielt werden konnten. Das setzte Maßstäbe für eine ganze Branche. Zeitgleich setzte Buderus neben der Ressourcenschonung ebenfalls auf alternative Energieformen und präsentierte Wärmepumpen und Solarkollektoren auf internationalen Fachmessen.

Wärmepumpen-Hybridlösungen – Der nächste Schritt in der Energiewende

Komponenten einer Bosch-Wärmepumpe
Die Condens Hybrid 800i F von Bosch vereint Leistung und Umweltschutz, ohne die Anwenderfreundlichkeit außer Acht zu lassen.

Heute spielen Wärmepumpen und Solarkollektoren im Neubau eine wesentliche Rolle. Als eine klimaschonende Alternative für den Gebäudebestand bietet Bosch Thermotechnik Wärmepumpen-Hybridlösungen an. Mit ihnen profitieren Anwender von der optimierten Effizienz eines Gas-Brennwertgerätes und der regenerativen Energienutzung einer Wärmepumpe in einem System. Die Wärmepumpe deckt hierbei unter Nutzung regenerativer Energie regelmäßig bis zu 80 Prozent des Wärmebedarfs ab. Ist das Energiepotential der Wärmepumpe ausgeschöpft, stellt die Gas-Brennwertkomponente die erforderliche Heizleistung bereit, zum Beispiel bei Leistungs- oder Vorlauftemperaturspitzen. Der integrierte Hybridmanager fungiert dabei als smarter Energieverwalter, der je nach Energiebedarf die optimale Energiequelle wählt und den höchstmöglichen Effizienzgrad des Hybrid-Systems gewährleistet. Damit gewährleistet das Hybrid-System trotz hoher Leistungsstärke einen sparsamen Verbrauch. Mit der Energieersparnis geht ebenso ein verringerter CO₂-Ausstoß einher.

Autor: Carmen Senger

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