Stimmungsbild einer Bosch Waschmaschine Serie 6

Kreislaufwirtschaft trifft auf gesellschaftliches Engagement – Das Papillon-Projekt

Innovative, ressourceneffiziente Hausgeräte eröffnen zahlreiche neue Chancen für eine umweltbewusste Haushaltsführung sowie eine Reduzierung von Strom- und Wasserkosten. Doch neue Haushaltsgeräte haben ihren Preis und sind für Familien mit geringem Einkommen oft nicht erschwinglich. Aus diesem Grund werden häufig veraltete Geräte mit einer sehr schlechten Ökobilanz verwendet, trotz besserer Alternativen. Daraus ergibt sich ein neues Phänomen: die sogenannte Energiearmut. Ist ein umweltbewusster Haushalt also abhängig von den persönlichen Finanzen? Nicht, wenn es nach Bosch und dem Sozialunternehmen Samenlevingsopbouw West-Vlaanderen geht.

„Mit einem innovativen Mietkonzept für Hausgeräte möchten wir aktiv gegen Energiearmut vorgehen“.

Stefan Goermaere von Samenlevingsopbouw West-Vlaanderen

Gemeinsam den Wandel gestalten

Um einkommensschwachen Familien dabei zu helfen, mit ressourceneffizienten Hausgeräten Kosten zu reduzieren, wurde in Belgien das Papillon-Projekt initiiert. Diese Kooperation zwischen BSH Home Appliances s.a. und dem Sozialunternehmen Samenlevingsopbouw West-Vlaanderen hat das Ziel, in die Jahre gekommene Hausgeräte durch neue, effiziente Geräte zu ersetzen und gleichzeitig die Potenziale eines zukunftsfähigen Gerätemietmodells zu analysieren.

Logo des Papillon-Projekts

Das Besondere? Die Geräte werden für einen Zeitraum von zehn Jahren für etwa 9 Euro pro Monat vermietet. In den Leistungen enthalten sind neben dem Gerät auch Lieferung und Installation, Erläuterungen zu den Produktfunktionen und Rücknahme nach Ablauf der Mietzeit. „Da alle Geräte Eigentum der BSH bleiben, können wir jederzeit entscheiden, wie wir die Geräte innerhalb des Projekts optimal nutzen. Der Verbraucher hat den Vorteil, dass er sich während des Mietzeitraums um nichts kümmern muss, denn Service und Wartung sind inklusive“, erklärt Bruno Vermoesen, Projektleiter bei BSH Home Appliances s.a.

Pilotprojekt für eine nachhaltigere Zukunft

Durch das Pilotmodell erhält Bosch spezifisches Wissen und Erfahrungswerte, die von besonderer Relevanz für künftige zirkulare Geschäftsmodelle sind. Im Fokus stehen – neben dem Geräteverhalten über längere Zeiträume – insbesondere das Sammeln von Informationen über finanzielle, prozedurale und logistische Herausforderungen sowie über sinnvolle Partnerschaften und Aufbereitungsmöglichkeiten für die Wiederverwendung der Geräte.

Das langfristige Ziel ist klar: weg vom klassischen, linearen Wirtschaftsmodell hin zur Kreislaufwirtschaft. Denn Bosch möchte nicht nur mit leistungsstarken und qualitativ hochwertigen Hausgeräten Lösungen für ein ressourcenschonenderes Zuhause anbieten, sondern denkt langfristig und engagiert sich so für interdisziplinäre, branchenübergreifende Ideen und Konzepte.

„Durch das Papillon-Projekt erhalten wir neue Erkenntnisse über die Möglichkeiten der Kreislaufwirtschaft, um diese für eine zukunftsorientierte Produktentwicklung zu nutzen.“

Bruno Vermoesen, Projektleiter bei BSH Home Appliances s.a.

Kreislaufwirtschaft

Schaubild der Kreislaufwirtschaft: Produktion, Besitz, Nutzung, Rücknahme, Wiederaufbereitung, Wiederverwendung, Recycling

Ein wichtiges Element der Kreislaufwirtschaft im Kontext des Papillon-Projekts ist der Aspekt der Wiederverwendbarkeit. Das bedeutet konkret: Geräte können während ihrer Nutzungsdauer bei mehreren Kunden in Betrieb genommen werden. Hinzu kommt die Verlängerung der Produktlebensdauer, denn Geräte können nach einem vollen Mietzyklus von zehn Jahren und einer Aufbereitung wieder vermietet werden. Für mehr Zirkularität sorgt zudem die Möglichkeit der Komponentenentnahme: defekte Geräte werden am Ende ihrer Lebensdauer als Ersatzteilquelle für noch funktionierende Geräte verwendet. Zu den Prinzipien zirkulärer Wirtschaftsmodelle zählt außerdem Recycling. Nicht mehr nutzbare Teile werden als sogenannte Sekundärrohstoffe in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt, idealerweise in die eigene Produktion. Neue Leasing- und Renting-Geschäftsmodelle wie das Papillon-Projekt in Belgien und „Blue Movement“ in den Niederlanden liefern wichtige Erkenntnisse auf dem Weg zur Kreislaufwirtschaft.

Fazit

Neue Leasing- und Mietkonzepte von Hausgeräten können einkommensschwachen Familien den Zugang zu ressourceneffizienten Hausgeräten ermöglichen. Zudem ergeben neue Geschäftsmodelle wichtige Erkenntnisse über die Möglichkeiten der Kreislaufwirtschaft. Das Ziel ist klar: Weg von der Einbahnstraße „Produktion – Nutzung – Entsorgung“ hin zu einem geschlossenen Kreislauf.

Teile diese Seite auf