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Rexroth-Lösung im Schiffshebewerk Niederfinow

Den Riesen steuern

Eine gute Autostunde nordöstlich von Berlin wandelt sich die Landschaft merklich: Weites, flaches Land weicht sanften Hügeln, geformt von den Gletschern der letzten Eiszeit. Genau hier, wo die Havel-Oder-Wasserstraße 36 Meter Höhe überwinden muss, erhebt sich ein Bauwerk der Superlative: das neue Schiffshebewerk Niederfinow. Als gigantischer Aufzug befördert es Schiffe in einem riesigen, wassergefüllten Trog auf und ab. Die reine Fahrtzeit beträgt etwa fünf Minuten – ein enormer Fortschritt, verglichen mit den fast zwei Stunden einer ursprünglichen Schleusentreppe.

Dabei folgt die moderne Technik einem uralten Prinzip: Massive Gegengewichte halten den rund 10 000 Tonnen schweren Trog in Balance, sodass die Motoren im Wesentlichen nur die Massenträgheit und Reibungskräfte überwinden. Das Herz der Anlage bilden maßgeschneiderte Hydrauliklösungen von Rexroth – dem Marktführer bei Antriebs- und Steuerungstechnik.

Großes Schiffshebewerk an einer Wasserstraße, umgeben von Bäumen und Landschaft
Das neue Schiffshebewerk Niederfinow: ein gigantisches Bauwerk, angetrieben von maßgeschneiderten Hydrauliklösungen von Rexroth.

Zwei Experten, ein Ziel

Jörg Schumacher, Leiter des Schiffshebewerks, ist mit dem Ort tief verwurzelt. Schon als Kind fuhr er mit dem Fahrrad hierher, fasziniert von der Technik des alten, 1934 in Betrieb genommenen Hebewerks. Es ist auch heute noch in Betrieb, direkt neben dem imposanten Nachfolger. „Ich träumte immer davon, das neue Werk mit in Betrieb zu nehmen“, erzählt Schumacher, der seit 2022 Herr über beide Anlagen ist. Der Parallelbetrieb ist auch technisch sinnvoll: „Wir brauchen das alte Werk für die Wartungsfenster des neuen", erklärt er. „Und wirkliche Lerneffekte kamen erst mit dem kontinuierlichen Schiffsverkehr im neuen Werk.“

Zwei Personen mit Sicherheitswesten stehen an einem Wasserbecken in einer großen Betonkonstruktion.
Partnerschaft auf Augenhöhe: Hebewerksleiter Jörg Schumacher (links) und Servicetechniker Marco Schwarzer vor dem wassergefüllten Trog.

Für einen reibungslosen Ablauf ist er auf Partner angewiesen, auf die er sich verlassen kann: wie Rexroth-Servicetechniker Marco Schwarzer vom Standort Lohr. Im Rahmen eines Servicevertrags ist er mehrmals im Jahr für Inspektionen vor Ort, dazu kommt eine jährliche, intensive Wartung. „Die Technik gibt es nur hier, sie wurde speziell für Niederfinow konstruiert“, betont Schwarzer, während er einen von acht riesigen, gelben Hydraulik-Zylindern der sogenannten Troghaltevorrichtung prüft. Ihre Aufgabe: den Trog – etwa bei unvorhersehbarem Wellenschlag – absolut stabil zu halten. Das ist nicht die einzige Sicherheitseinrichtung: Fährt ein Schiff zu schnell ein, fängt ein hydraulisch gedämpftes Seil einer Stoßschutzanlage den Aufprall ab und bremst es sanft. „Ebenfalls eine maßgeschneiderte Rexroth-Lösung“, erklärt Schwarzer.

Boot in einer Schiffshebekammer, flankiert von Laufstegen und Brücken.
So sieht eine Aufzugfahrt für Schiffe im Zeitraffer aus. In der Realität dauert sie etwa fünf Minuten.

Wenn es darauf ankommt

Die Technik und der Vor-Ort-Service sind ein Garant für die Verfügbarkeit der Anlage, besonders wenn Unvorhergesehenes geschieht. „Wie damals in der Bauphase, als über das Wochenende unbemerkt 600 Liter Hydrauliköl aus einer defekten Leitung liefen“, erinnert sich Schwarzer. Am Montagmorgen wurden er und zwei Kollegen mit knappen Worten aus einem Meeting geholt: „Du, du und du, Abfahrt.“ Das Team aus Lohr machte sich sofort auf den Weg und löste das Problem schnell und unkompliziert. Der Grund war ein defekter Dichtungsring. „Solche Momente, in denen schnelle Hilfe zählt, zeigen den Wert der Zusammenarbeit mit Rexroth“, betont auch Silvio Czisek, Oberbauleiter aus dem federführenden Baukonsortium, der den Wartungsvertrag mit auf den Weg gebracht hatte.

Person kniet neben Hydrauliktechnik und Rohrleitungen am Rand eines Wasserbeckens
Ein Gesicht hinter der Technik: Rexroth-Servicetechniker Marco Schwarzer sichert mit seiner regelmäßigen Wartung die Verfügbarkeit der Anlage.

„Bei Projekten wie dem Schiffshebewerk geht es um den gesamten Lebenszyklus der Anlage“, erklärt Dominik Groetsch, der den Service-Vertrieb bei Rexroth verantwortet. In Niederfinow wurde daher neben einem Wartungsvertrag auch eine permanente Rufbereitschaft vereinbart. „Im Stahlwasserbau sind Kompromisse bei der Sicherheit undenkbar“, so Groetsch. Diese Philosophie, gepaart mit der Erfahrung aus über 300 Serviceverträgen allein in der Industriehydraulik, gibt Kunden die nötige Sicherheit.

Das Vertriebs- und Servicenetz von Rexroth erstreckt sich auf über 80 Länder und über 30 000 Mitarbeitende. Zusätzlich besteht ein weltweites Partnernetzwerk. Für Jörg Schumacher bedeutet diese Verlässlichkeit, dass er sich voll auf das Wesentliche konzentrieren darf: den komplexen Betrieb seines Hebewerks. So passieren jährlich tausende Güter- und Fahrgastschiffe sowie Sportboote den Giganten im Barnimer Land. Ein Meisterwerk der Ingenieurskunst, getragen von der Leidenschaft der Menschen, die es betreiben, und der Zuverlässigkeit der Technik, die es bewegt.

Person neben einer großen gelben und silbernen Maschine in einem Betonraum
Mensch und Maschine: Insgesamt acht der riesigen gelben Hydraulikzylinder halten den wassergefüllten Trog stabil. Marco Schwarzer wartet sie regelmäßig.
Porträt einer Person mit Brille und orangefarbener Warnweste

Bei einer so einzigartigen und komplexen Anlage ist der persönliche Kontakt zu den Rexroth-Servicetechnikern, die das Werk wie ihre Westentasche kennen, Gold wert.

Jörg Schumacher, Schiffshebewerksleiter

Impressionen rund um das Hebewerk

Schiffshebewerk in der Ferne hinter dichtem grünem Baumbestand und Gras.
Ein Koloss im Grünen: Bereits aus der Ferne ist das imposante Schiffshebewerk Niederfinow in der Hügellandschaft im Berliner Umland zu sehen.
Großes Schiffshebewerk an einer Wasserstraße, umgeben von Bäumen und offener Landschaft.
Moderne trifft Natur: Das neue Hebewerk überwindet einen Höhenunterschied von 36 Metern an der Havel-Oder-Wasserstraße.
Person arbeitet an einer Maschine mit Rohrleitungen und Steuerelementen in einer Industrieanlage.
Präzision im Maschinenraum: Rexroth-Servicetechniker Marco Schwarzer inspiziert eine Hydraulik-Komponente.
Wasserstraße mit Boot, Leitpfählen und grüner Landschaft aus erhöhter Perspektive.
Freie Fahrt voraus: Ein Schiff verlässt das Hebewerk und setzt seine Reise auf dem Kanal fort.
Großes Boot und kleinere Boote in einer schmalen Wasserkammer zwischen Betonkonstruktionen.
Aufzug für Schiffe: Eine Yacht wartet im Trog darauf, in nur fünf Minuten 36 Meter angehoben oder abgesenkt zu werden.
Große Stahlkonstruktion eines Schiffshebewerks, umgeben von Bäumen und Zufahrtswegen.
Ein Denkmal der Ingenieurskunst: Das alte, 1934 in Betrieb genommene Hebewerk, das auch heute noch seinen Dienst verrichtet.
Betonkonstruktion eines Schiffshebewerks mit zwei verglasten Aufbauten, Wegen und Wasserkanal.
Markante Architektur: Die Kombination aus einer modernen Basis in Grau und signalstarken Akzenten in Gelb und Blau dient nicht nur der Ästhetik, sondern verbessert die Orientierung und Sichtbarkeit für die Schiffe und das Betriebspersonal vor Ort.
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