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Bosch eBike ABS Pro

Wenn jede Sekunde zählt

Ein Mountainbiker in voller Rennmontur steht mit seinem E-Bike auf einer hölzernen Startrampe, bereit für das Red Bull Cerro Abajo Rennen in Stuttgart.

Mit 60 km/h geht es 1,2 Kilometer und 130 Höhenmeter bergab über unzählige „Stäffele“, Sprünge und Hindernisse – damit bietet Stuttgart die perfekten Voraussetzungen für eines der härtesten Mountainbike Downhill-Rennen der Welt. Erstmalig wurde am 5. und 6. September das Red Bull Cerro Abajo in Stuttgart ausgetragen. Mit dabei: Profi-Fahrer Alex Rudeau, 90 000 Radsportbegeisterte und ein ABS-Prototyp von Bosch eBike Systems für analoge Mountainbikes.

Der Härtetest

Mountainbiker mit Helm steht mit Fahrrad vor einer Red-Bull-Rampe in Stuttgart.
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„Im Rennen geht es darum, die eigenen Grenzen maximal auszureizen“, sagt Alex Rudeau. Dem professionellen Mountainbiker und Enduro-Weltmeister von 2024 ist seine Begeisterung für den Radsport direkt anzumerken. Als einer von 37 der besten Mountainbiker der Welt tritt er beim Downhill-Rennen Red Bull Cerro Abajo in Stuttgart an. „Ich liebe das Adrenalin, die Geschwindigkeit und das Gefühl, sowohl die Grenzen des Fahrers als auch die des Fahrrads auszuloten“, erzählt der Franzose, der 2023 erstmals mit Bosch eBike Systems in Kontakt kam. Bis dahin war er vor allem auf klassischen Enduro Mountainbikes unterwegs ohne Elektroantrieb und Antiblockiersystem (ABS). „Für mich war das der Beginn einer neuen Ära. Das System hat mir völlig neue Möglichkeiten eröffnet und mich besonders bergauf beeindruckt“, so beschreibt Alex seine Erfahrungen mit seinem ersten Bosch eBike.

Porträt eines Mountainbikers mit weißem Helm und rotem Commencal-Trikot.

Das eBike-System hat mir völlig neue Möglichkeiten eröffnet und mich besonders bergauf beeindruckt.

Alex Rudeau, Profi-Mountainbiker Team Commencal

Neugier überwiegt Skepsis

Bezüglich des Antiblockiersystems war der 30-jährige Profi allerdings zunächst skeptisch. Sein erster Gedanke war: „Das brauche ich nicht. Ich bin Profi und kann selbst bremsen.“ Schlussendlich überwog aber seine Neugier, ob das System tatsächlich seine Leistung steigern könne. „Anfang des Jahres habe ich in Pietra Ligure Tests gemacht und Rundenzeiten mit und ohne ABS verglichen. Ich war überrascht festzustellen, dass ich mit aktiviertem ABS schneller war als mit meiner normalen Bremsstrategie. Das war der Moment, in dem ich erkannt habe, dass das System einen echten Leistungsgewinn bietet.“

Nahaufnahme einer Bosch-Komponente an der Federgabel eines Mountainbikes.
Alex Rudeaus Mountainbike mit ABS Pro in der Bosch-Werkstatt in Kusterdingen.

Vom Sicherheitsfeature zum Performance-Booster

Person arbeitet an einem Mountainbike, zwei Personen sehen zu, im Vordergrund steht ein Laptop.
Florian Tanten prüft den ABS-Prototypen für ein analoges Mountainbike vor dem Rennen.

Das Bosch eBike ABS wurde ursprünglich mit einem klaren Ziel entwickelt: mehr Stabilität und Sicherheit beim Bremsen. Das System erkennt kritische Situationen wie ein blockierendes Vorderrad und passt den Bremsdruck innerhalb von Millisekunden an.

Doch die Entwickler bei Bosch eBike Systems sahen noch weiteres Potenzial. Einer von ihnen ist Produktmanager Florian Tanten, der eng mit Fahrern wie Alex Rudeau zusammenarbeitet. Aus den Anforderungen der Biker und ihrer Fahrten generiert er Daten, um das ABS nah am Kunden weiterzuentwickeln: „Mit dem ABS Pro wollten wir 2024 untersuchen, ob wir nicht nur die Sicherheit erhöhen, sondern auch sportliche Fahrer schneller machen können“, erklärt Florian.

Dafür wurde die Software speziell für ambitionierte Fahrer weiterentwickelt. Das Ziel: spätere Bremspunkte ermöglichen, die Fahrzeugstabilität erhöhen und dem Fahrer mehr Freiheit bei der Linienwahl geben.

Besonders bei wechselnden Untergründen zeigt sich dieser Vorteil. Während Profis in der Regel einen Teil ihrer Aufmerksamkeit für die Kontrolle der Vorderradbremse aufwenden müssen, kann das ABS diesen Prozess unterstützen.

„Mit ABS Pro kann ich mich stärker auf die Strecke, meine Linie und meine Fahrtechnik konzentrieren“, bestätigt Rudeau seine Erfahrungen. „Ich muss weniger darüber nachdenken, ob das Vorderrad die Haftung verliert.“

Weltweit erstes Bio-Bike ABS im Härtetest

Aber wieso testet Bosch eBike Systems nun zusammen mit einem Profi-Fahrer ein ABS für unmotorisierte Mountainbikes, sogenannte Bio-Bikes? Der Bosch Geschäftsbereich folgt damit einer bewährten Entwicklungsphilosophie: Neue Technologien werden dort getestet, wo die Anforderungen besonders hoch sind.

Was unter den Bedingungen der „Formel 1“ des Sports funktioniert, schafft wertvolle Erkenntnisse für die Weiterentwicklung von Serienprodukten.

Oder wie Florian Tanten es formuliert: „Im Gravity-Racing werden die Bikes an die Grenzen der Physik gebracht. Durch die Ausstattung eines analogen Downhill-Bikes mit einem ABS Pro wollen wir beweisen, dass selbst die schnellsten Rennfahrer noch schneller sein können und somit das System einen echten Performance Vorteil bringt.

Mountainbiker fährt auf einem schmalen Weg durch hohes Gras.

Dass es funktioniert, wurde dem Produktteam bei Tests in Pietra Ligure schnell klar: „Als wir Alex mit einem breiten Grinsen vom Test zurückkommen sahen, wussten wir, dass das System auch im Profisport einen echten Vorteil schaffen kann.“

Porträt einer Person im grauen Bosch-T-Shirt vor einer Wand mit Holzlamellen.

Als wir Alex mit einem breiten Grinsen vom Test zurückkommen sahen, wussten wir, dass das System auch im Profisport einen echten Vorteil schaffen kann.

Florian Tanten, Produktmanager Bosch eBike Systems

45 Jahre ABS-Erfahrung zahlen sich aus

Der Erfolg des Systems kommt nicht von ungefähr. Die Entwickler bei Bosch eBike Systems konnten auf viele Jahre ABS-Erfahrung im Konzern zurückgreifen. Bereits in den 1970er-Jahren brachte Bosch das Antiblockiersystem für Automobile auf die Straße. Später folgten Motorräder. Seit 2018 gehört die Technologie auch zum Portfolio von Bosch eBike Systems.

Die Grundlage ist dabei immer dieselbe: kritische Fahrsituationen erkennen und den Fahrer bestmöglich unterstützen. Die Herausforderungen auf dem Fahrrad unterscheiden sich jedoch deutlich von denen eines Autos oder Motorrads.

„Beim Fahrrad ist der Fahrer oft um ein Vielfaches schwerer als das Fahrzeug selbst. Dadurch entstehen völlig andere Fahrdynamik“, erklärt Florian Tanten. „Deshalb mussten wir die Technologie speziell für Fahrräder neu denken.“

Heute überwacht das System permanent die Fahrzeugbewegungen und reagiert innerhalb von Millisekunden auf kritische Situationen. Gerade beim Bremsen auf losem Untergrund oder bei starken Bremsmanövern kann dies einen entscheidenden Unterschied machen.

Und was bietet sich besser als Härtetest an als eines der anspruchsvollsten Urban-Downhill-Rennen der Welt? Die Cerro Abajo-Strecke in Stuttgart enthält steile Hänge, Treppen, Kopfsteinpflaster, Holzrampen und große Sprünge. Wenn der Prototyp unter solch wechselnden Bedingungen funktioniert, ist das der ultimative Belastungstest und liefert wertvolle Daten für die Ingenieure.

Erstes Bosch eBike ABS auf einer Wandinstallation mit der Beschriftung „Safety“.
Seit 2018 gibt es Bosch ABS auch für eBikes

Ziel erreicht und viele neue Erkenntnisse

Für Alex Rudeau endete das Rennwochenende in Stuttgart erfolgreich. Er setzte sich in der Qualifikation gegen 37 Fahrer durch und belegt am Ende den 12. Platz unter den 15 Finalisten. Der Sieg ging an Alex Marín aus Spanien. Roger Vieira aus Brasilien sicherte sich den Gesamtsieg der World Series.

Ob sich das ABS im professionellen Rennsport durchsetzen wird? Alex Rudeau hat dazu eine klare Meinung: „Wenn wir die Entwicklung weiter vorantreiben und das System für alle Untergründe optimieren, bin ich überzeugt, dass es vielen Fahrern helfen kann.“

Und damit lautet die Gleichung in Zukunft: Wer smarter bremst, verliert nicht Zeit. Sondern gewinnt wertvolle Millisekunden.

Mountainbiker fährt bei einem Red-Bull-Event auf einer Stadtstraße an Zuschauenden vorbei.
Alex Rudeau im Ziel von Cerro Abajo Stuttgart

Von der Teststrecke ins Rennen

Mountainbiker in rot-weißer Kleidung steht vor einem Fahrrad in blau beleuchtetem Raum.
Alex Rudeau bei den letzten Checks bei Bosch eBike Systems in Kusterdingen.
Nahaufnahme von Federgabel, Rad, Bremsscheibe und Bosch-Komponente eines Mountainbikes.
Prototyp Bosch eBike ABS Pro für ein Bio-Bike.
Mountainbiker fährt mit einem Commencal-Bike auf einem schmalen Weg durch grasiges Gelände.
Alex Rudeau auf der Bosch eBike Systems Teststrecke am Hauptsitz in Kusterdingen.
Panoramablick über Stuttgart mit Gebäuden, bewaldeten Hügeln und Bäumen im Vordergrund.
Ausblick vom Start des Red Bull Cerro Abajo in Stuttgart.
Mountainbiker springt über eine Rampe auf einer von Zuschauenden gesäumten Stadtstraße.
Bosch eBike Systems als Hauptsponsor des Events mit eigenem Obstacle.
Zwei Mountainbiker springen über einer von Zuschauenden gesäumten Stadtstraße.
Begeisterte Stuttgarter Fans feiern die spektakulären Sprünge über das Bosch Obstacle.
Mountainbiker steht mit Fahrrad auf einer hölzernen Startplattform mit Blick auf Stuttgart.
Alex Rudeau belegt den 12. Rang von 37 Teilnehmern.
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Wie funktioniert das eBike ABS?

Beim Bremsen entsteht Bremskraft am Vorderrad. Wird die Verzögerung zu groß, kann das Hinterrad abheben oder das Vorderrad auf losem Untergrund blockieren. Das ABS erkennt solche Situationen, reduziert den Bremsdruck, stabilisiert das Rad und baut anschließend wieder Bremsdruck auf. Dieser Vorgang wiederholt sich permanent und sorgt dafür, dass auf jedem Untergrund die optimale Bremskraft genutzt wird.

Was ist das Red Bull Stuttgart Cerro Abajo?

Beim Red Bull Stuttgart Cerro Abajo verwandelte sich der Stuttgarter Kessel am 5. und 6. September 2026 erstmals in einen spektakulären Downhill-Parcours, auf dem 37 der besten Mountainbiker der Welt über Treppen, durch enge Gassen und über eigens gebaute Hindernisse rasten. 90 000 Fans feierten Deutschlands größtes Urban-Downhill-Event, das der Spanier Alex Marin für sich entschied. Erstmals wurde bei einem offiziellen World-Series-Stopp auch eine Frauenkategorie ausgetragen. Diese gewann Paz Gallo aus Chile.

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