Das Navigationsgerät von Bosch
Geschichte

Die Nächste bitte rechts! Navigation für Autos von Bosch auf den Markt gebracht

5 Minuten

Der Traum von der Routenführung im Straßenverkehr beschäftigte schon vor 40 Jahren viele Forscher.

Nicht der Autopilot fürs Auto - der wird noch kommen -, sondern der Lotse, der durch Städte und Länder leitet, gerade dort, wo sich der Fahrer ganz und gar nicht auskennt.

Vor bald 30 Jahren, am 23. August 1989, gab Bosch einen Einblick, wie die Zukunft der Navigation aussehen würde

Ab von der Autobahn und dann?

Die erste Idee zur elektronischen Unterstützung des Verkehrsflusses war noch etwas ganz anderes gewesen: Sie basiere auf Induktionsschleifen aus Metall, die in der Autobahn eingelassen waren. Überführen zu viele Autos in gewisser Zeit, sie so hieß das: ein Stau droht.

Jedes Auto mit einem Empfänger für diese Informationen erhielt dann die Empfehlung, die Autobahn zu verlassen. Bosch erprobte das auf mehreren Autobahnabschnitten in Deutschland Ende der 1970er Jahre. Doch was tun, wen man die Autobahn verlassen, aber keinen Atlas dabei hat?

EVA weiß den Weg

Elektronischer Verkehrslotse für Autofahrer „EVA“, 1983
Elektronischer Verkehrslotse für Autofahrer „EVA“, 1983

Der erste Prototyp EVA „Elektronischer Verkehrslotse für Autofahrer“, im September 1983 vorgestellt, war die Antwort von Bosch: EVA konnte mit Hilfe einer elektronischen Landkarte den Fahrer von Ort zu Ort leiten. Eine Stimme erklärte Schritt für Schritt den weiteren Weg, aber leider damals noch ohne heutige Speichermedien: Auf den Datenträger, eine Magnetbandkassette, passte nur der digitale Stadtplan einer mittelgroßen Stadt.

1989 folgte als erster vorsichtiger Schritt in die Serienfertigung das Navigationssystem TravelPilot IDS, das dem Fahrer auf Basis einer digital gespeicherten Karte, der Eingabe von Start- und Zielkoordinaten sowie Radsensoren über seine Position informierte. Sprachausgabe und hohe Rechenleistung fordernde Routenführung waren noch nicht in bezahlbarer Form umsetzbar. Ein Manko, das dem TravelPilot IDS den Erfolg verwehrte

Erfolg und Standard

Bosch Travelpilot IDS, 1989
Bosch Travelpilot IDS („Identifikation digitalisierter Straßen“), 1989

Der entscheidende Durchbruch für den kommerziellen Erfolg gelang Bosch 1995 mit dem TravelPilot RG 05 mit satellitengestützter Navigation, Routenführung und Sprachausgabe, man nennt es auch „turn-by-turn“-Navigation: Ist man abgebogen, folgt der nächste Sprachbefehl, Schritt für Schritt, bis das Ziel erreicht ist. Das, was mit EVA als machbar bewiesen wurde, war jetzt auch erschwinglich, wenn es auch immer noch eine teure Ausstattung für Luxuswagen war. Aber der RG05 war der Startpfiff der Erfolgsgeschichte der Navigation, die sich so grundlegend durchsetzte, dass wir sie heute bei jedem Discounter und jedem AppStore kaufen – und uns leisten können.

Dietrich Kuhlgatz

Seit 1998 arbeite ich bei Bosch. Als Fachreferent und Pressesprecher bin ich zuständig für alle Anfragen zur Bosch-Produktgeschichte weltweit und pflege Kontakte zu Technik- und Verkehrsmuseen.
Bevor ich zu Bosch kam, habe ich Geschichte und Philosophie in Konstanz und Hamburg studiert. Danach war ich zunächst Zeitschriftenredakteur und danach wissenschaftlicher Mitarbeiter am Deutschen Technikmuseum Berlin.

Aufnahme Dietrich Kuhlgatz

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