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Günther Schuh vor einem grünen Hintergrundbild auf dem ein e.GO Kleinwagen zu sehen ist.
Günther Schuh

Der E-Mobilisierer

Im Gespräch mit dem Gründer und CEO von e.GO Mobile AG

Clock 7 Minuten

04.09.2018

Sein E-Transporter für die Post wurde zum großen Erfolg. Jetzt macht sich Günther Schuh daran, mit dem Kleinwagen e.GO Life die Elektromobilität weiter voranzutreiben.

Elektro ist nur Ergänzung

Günther Schuh gehört zu den Pionieren der Elektromobilität. Fragt man ihn allerdings, wann sich rein batteriebetriebene Autos endgültig durchsetzen werden, gibt er eine überraschende Antwort: „Nicht in naher Zukunft, auch nicht in den kommenden zehn Jahren. Und danach vielleicht auch nicht.“ Der Professor für Produktionssystematik an der RWTH Aachen sieht den Elektroantrieb mittelfristig nur als Ergänzung zu den traditionellen Verbrennungsmotoren – denn für eine große Reichweite sind die Kosten für Akkus zu hoch.

„Mit dem e.GO bauen wir ein Stadtauto. Deswegen genügen die rund hundert Kilometer Reichweite und geringe Geschwindigkeiten.“

Günther Schuh

 

Günther Schuh spricht über den elektrischen Kleinwagen e.GO und Elektromobilität.

Für Kurzstrecken gilt das jedoch nicht. Und genau deshalb hat Schuh mit der von ihm gegründeten Firma e.GO Mobile ein Stadtauto entwickelt. Dessen Akku-Kapazität von 14,9 kWh reicht laut Schuh aus, um in der City etwas mehr als hundert Kilometer zurückzulegen.

Der e.GO Life ist gerade einmal 3,35 Meter lang, wiegt weniger als eine Tonne und beschleunigt rasant nur bis 50 Stundenkilometer, danach geht es ruhiger zu. Dass dieser Wagen den motorisierten Verkehr in den Städten revolutionieren soll, ist ihm auf den ersten Blick nicht anzusehen – auch wenn Schuh mit einem Lächeln meint: „Manche sagen, es sieht sehr schick aus.”

Kleines Auto – große Ziele

Was den e.GO Life, der seit 2018 auf dem Markt ist, besonders macht, ist neben dem präzise formulierten Anwendungsgebiet der Basispreis von 15 900 Euro. „Wir verwenden einen Aluminium-Rahmen, der sich mit wenig Werkzeug produzieren lässt“, erklärt Schuh. So kommt er auf relativ niedrige Fertigungskosten von 900 Euro für den Rahmen. Im Zusammenspiel mit den Außenbauteilen aus Thermoplastik entsteht dann trotz kleiner Produktionszahlen ein preiswertes Auto. Schuh verbaute zudem viele bereits existierende Komponenten, was die Entwicklungskosten überschaubar hielt.

20 000
e.GO Life Fahrzeuge

die ab 2019 jährlich vom Band laufen sollen.

„Es ist ein spaßiges Auto, sehr praktisch und erschwinglich“, sagt Schuh über seinen Kleinwagen. Dass er erfolgreich E-Mobile bauen kann, hat der Professor bereits bewiesen: Der von ihm entwickelte StreetScooter, das elektrische Postauto, erfreut sich einer immer größeren Nachfrage. Doch kann er damit den traditionellen Autoherstellern Angst einjagen? Der Entwickler lacht. „Niemand sollte sich vor uns fürchten. Aber wenn die großen Firmen später einmal sagen werden, dass sie Impulse durch unsere Arbeit bei e.GO Mobile erhalten haben – dann wäre das schon schön.“

Einer dieser Impulse könnte das Zusatzfeature für automatisiertes Fahren sein. Auf Wunsch wird der e.GO Life mit Selbstpark-Technik ausgerüstet. In Parkhäusern mit entsprechenden Sensoren kann sich der Wagen dann fahrerlos auf die Suche nach der passenden Lücke machen. Möglich sein wird das unter anderem in Aachen, wo Bosch und e.GO das Parkhaus auf dem Campus der RWTH Aachen mit der sogenannten Automated Valet Parking Technologie ausgestattet haben.

Schuhs guter Rat für die Langstrecke

Automatisiertes Fahren in Städten sieht Schuh als große Herausforderung, aber er ist sicher: „Das wird unser Mobilitätsverhalten drastisch verändern.“ Autonome Linienbusse haben seiner Ansicht nach beispielsweise das Potential, einen kostendeckenden Betrieb des öffentlichen Nahverkehrs zu ermöglichen. Für lange Strecken außerhalb der Stadt sind für den Experten vor allem die Brennstoffzelle und Plug-in-Hybride die zukunftsträchtigsten Antriebskonzepte.

Und was machen Besitzer eines e.GO Life, die mehr als hundert Kilometer am Stück möglichst emissionsfrei zurücklegen möchten? Für sie hat Schuh einen guten Rat: „Einfach den Zug nehmen.“

Ein Interview mit Günther Schuh, Gründer und CEO e.GO Mobile AG

 

Günther Schuh, 59, Gründer und CEO e.GO Mobile AG

Günther Schuh, 59

Gründer und CEO e.GO Mobile AG

Ich denke, das realistischste Konzept für ein richtiges Elektrofahrzeug ist eine Kombination aus Brennstoffzelle, kleiner Batterie und Elektroantrieb. Dies wird in zehn, fünfzehn Jahren bezahlbar erhältlich sein.

Günther Schuh ist seit 2002 Professor für Produktionssystematik an der RWTH Aachen. Er war Mitbegründer der damaligen Forschungsinitiative und heutigen Elektro-Fahrzeugschmiede StreetScooter und gründete 2015 seinen eigenen Hersteller e.GO Mobile.

Fazit

Zu teuer, zu wenig Reichweite: Nach Ansicht von Günther Schuh werden sich diese Probleme von rein elektrisch betriebenen Autos so schnell nicht lösen lassen. Deswegen will er mit dem günstigen Kleinwagen e.GO Life eine Nische besetzen – und hat ihn als Stadtauto für Kurzstrecken konzipiert.