Bosch Signet CO2-Neutralstellung ab 2020.
Umwelt

Bosch stellt sich ab 2020 klimaneutral

Wir bei Bosch übernehmen Verantwortung und stellen unsere über 400 Standorte 2020 CO₂-neutral. Doch damit nicht genug: Wir wollen Klimaschutz gestalten und nehmen auch den CO₂-Fußabdruck unserer Produkte, beschaffter Güter und logistischer Prozesse genauer unter die Lupe.

Vorreiter im Klimaschutz

Bosch-Klimaziele in den Scopes 1-3: Klimaneutral ab 2020 in Scopes 1 und 2; - 15% bis 2030 in Scope 3

Unser Klimaziel bezieht sich auf die Eigenerzeugung und den Bezug von Energie, die wir für Produktion und Verwaltung benötigen (Scope 1 und 2 gemäß Greenhouse Gas Protocol, GHG). Denn hier können wir unmittelbar Einfluss auf die Reduktion von Treibhausgasen nehmen und in kurzer Zeit viel bewirken. Für die vor- und nachgelagerten Stufen der Wertschöpfungskette (Scope 3) haben wir uns im Jahr 2019 ebenfalls ein Ziel gesetzt. Neben diesem konkreten Ziel möchten wir aktiv dazu beitragen, dass auch die Wertschöpfungsstufen, die wir nicht alleine beeinflussen, 2050 klimaneutral sind.

Klimaneutral entwickeln, fertigen und verwalten

Bosch CO2-neutral Signet

Ab dem Jahr 2020 wollen wir die Emissionen in unserem direkten Einflussbereich (Scope 1 und 2) weltweit klimaneutral stellen. Bis 2030 soll dann über die Qualität der dafür genutzten Maßnahmen eine weitere Verbesserung im Sinne des Klimaschutzes erreicht werden.

Dr. Volkmar Denner

Es reicht nicht, auf den Klimaschutz nur zu hoffen. Unternehmen sollten kurzfristig die CO₂-Neutralität wagen.

Dr. Volkmar Denner, Vorsitzender der Geschäftsführung

Die vier Hebel der Neutralstellung

Mit vier Hebeln zur Klimaneutralität: Energieeffizienz, New Clean Power, Grünstrom und Kompensation

Für die Umsetzung unseres Klimaziels haben wir vier Hebel definiert: erstens Energieeffizienz steigern, zweitens Versorgung mit regenerativen Energien ausbauen, drittens Bezug von Grünstrom erweitern, viertens unvermeidbare CO₂-Emissionen mit Kompensationsmaßnahmen ausgleichen. Wichtig ist uns, schon ab 2020 klimaneutral zu sein und bis 2030 den Einsatz und den Mix unserer vier Hebel kontinuierlich weiter zu optimieren, um einen signifikanten Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Energiemanagment in der Bosch-Fabrik in Homburg

Energieeffizienz

Steigerung der Energieeffizienz

Energieeffizienz

Steigerung der Energieeffizienz

Bis 2030 wollen wir über Energieeffizienzsteigerungen an unseren Standorten 1,7 Terrawattstunden (TWh) Energie einsparen. Um entsprechende Maßnahmen zu finanzieren, hat die Geschäftsführung bis 2030 ein jährliches Budget von 100 Mio. Euro bewilligt. 2018 haben wir weltweit bereits rund 500 Projekte auf den Weg gebracht, 2019 folgten mehr als 1 000 weitere Projekte. Zusammen sparen sie rund 0,21 TWh ein.

Symbol für Energieeffizienz
Symbol für New Clean Power

New Clean Power

Investition in Neuanlagen

New Clean Power

Investition in Neuanlagen

Die Eigenerzeugung aus erneuerbaren Energien wie Photovoltaik und Wind wollen wir von 0,05 TWh im Basisjahr 2018 auf 0,4 TWh steigern. Das entspricht der Leistung einer Photovoltaikanlage mit der Größe von rund 300 Fußballfeldern. Mit 69 GWh konnten wir bis Ende 2019 bereits 17 % des Zielwerts installieren. Parallel dazu regen wir Geschäftspartner mit langfristigen Bezugsverträgen an, neue Kapazitäten erneuerbarer Energien zu installieren. So leisten wir in Deutschland und in Mexiko schon heute einen substanziellen Beitrag zur Energiewende.

Symbol für New Clean Power
Symbol für Grünstrom

Grünstrom

Bezug von Grünstrom

Grünstrom

Bezug von Grünstrom

Um die CO₂-Neutralität schnell umzusetzen, wird Bosch für den Anfang auf den Bezug von grünem Strom aus bestehenden Anlagen setzen. 2019 haben wir deshalb begonnen, den Bezug von Strom aus regenerativen Quellen mit entsprechenden Herkunftsnachweisen stark auszubauen. So haben wir in Deutschland bereits 2019 ausschließlich Grünstrom – insgesamt 1 831 GWh – bezogen.

Symbol für Grünstrom
Symbol für Kompensationsmaßnahmen

Kompensation

Kompensationsmaßnahmen als Brückenlösung

Kompensation

Kompensationsmaßnahmen als Brückenlösung

Den Einsatz von Kompensationsmaßnahmen (Carbon Credits) wollen wir in den kommenden Jahren auf ein Minimum herunterfahren. Übergangsweise werden sie jedoch nötig sein, um unvermeidbare CO₂-Emissionen aus Verbrennungsprozessen (Heizung, Prozesswärme) auszugleichen oder den Strombezug in Ländern, wo Grünstrom nur eingeschränkt verfügbar ist, zu kompensieren. Bei der Auswahl der Kompensationsprojekte orientieren wir uns an international anerkannten unabhängigen Zertifizierungen wie dem Gold Standard. Es ist uns wichtig, dass die Projekte die soziale ebenso wie die ökologische Entwicklung fördern.

Symbol für Kompensationsmaßnahmen
Torsten Kallweit, Leiter EHS und Nachhaltigkeit bei Bosch

Energieeffizienz und regenerative Eigenerzeugung sind wesentliche Hebel zum Erreichen unserer CO₂-Neutralstellung.

Torsten Kallweit, Leiter EHS und Nachhaltigkeit

Klimaschutz über die gesamte Wertschöpfungskette

Logo der Science Based Targets Initiative

Um unser Engagement im Klimaschutz auszuweiten, nehmen wir auch unsere indirekten Emissionen in den Fokus – also beschaffte Güter und Services, Geschäftsreisen, aber auch den Transport und die Nutzungsphase unserer Produkte. Auch hier haben wir ein ambitioniertes Ziel: Bis 2030 werden wir unsere indirekten Emissionen um 15 Prozent reduzieren.

Somit haben wir uns über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg Klimaschutzziele gesetzt – und extern durch die Science Based Targets Initiative (SBTI) bestätigen lassen. Die SBTI bewertet Ziele zur Verringerung der Emissionen von Unternehmen unabhängig und anhand von wissenschaftlichen Best Practices.

Fragen und Antworten zum Klimaschutz bei Bosch

Was macht das Bosch-Neutralstellungsziel so besonders?

Bosch ist das erste große Industrieunternehmen, das die CO₂-Neutralstellung bis Ende 2020 vollständig realisiert. Die Art und der Umfang der CO₂-Neutralstellung ist dabei bisher einmalig. Bosch legt einen Schwerpunkt auf die Verbesserung der Energieeffizienz seiner Anlagen und Gebäude. Dadurch senken wir langfristig den Energieverbrauch und schonen Ressourcen. Zusätzlich verstärkt Bosch seine Investitionen in „New Clean Power“, also in die regenerative Eigenerzeugung und den Abschluss von exklusiven langfristigen Bezugsverträgen mit Investoren von neu zu errichtenden Erzeugungsanlagen für erneuerbare Energien. Damit leisten wir unseren Beitrag für eine nachhaltige Energiewende. Bis 2030 werden wir den Anteil an Energie aus erneuerbaren Energien-Anlagen signifikant erhöhen.

Wenn Bosch von der weltweiten Neutralstellung seiner CO₂-Emissionen spricht — was genau wird hier eingerechnet?

Die Neutralstellung umfasst die eigene Produktion, Verwaltung und Forschung. Enthalten sind CO₂-Emissionen, die aus der Verbrennung von fossilen Energieträgern wie Benzin, Diesel, Heizöl, Erdgas und Kohle sowie alle Prozessgase (z.B. Schweißen) des Unternehmens entstehen (Scope 1). Zusätzlich gehören die indirekten CO₂-Emissionen aus dem Konsum von Energie in Form von Strom, Fernwärme oder Dampf (Scope 2) dazu.

Wie weit ist Bosch mit dem Ziel, CO₂-neutral zu werden, denn heute schon gekommen?

Wir kommen mit unserem Ziel, Bosch weltweit schon bis Ende 2020 mit allen Standorten klimaneutral zu stellen, gut voran. Bislang ist kein anderes Industrieunternehmen eine vergleichbare Selbstverpflichtung eingegangen. Schon seit Ende 2019 sind unsere deutschen Standorte CO₂-neutral.

Wie will Bosch sein Scope 3-Ziel erreichen?

Wir haben drei Aktivitäten identifiziert bei denen mit Abstand die meisten Scope 3-Emissionen entstehen: Beschaffte Güter, Logistik und die Produktnutzungsphase. Für jede dieser drei Kategorien haben die jeweils zuständigen Bereiche eine Roadmap erstellt, wie sie zur Zielerreichung beitragen können. In der Produktnutzungsphase, die für ca. 90 Prozent der Scope 3-Emissionen verantwortlich ist, liegt unser Fokus auf den Geschäftsbereichen unseres Mobility Solutions Unternehmensbereichs sowie den Geschäftsbereichen Thermotechnology, Drive and Control Technology, BSH Hausgeräte GmbH, die den überwiegenden Anteil ausmachen. Wir folgen somit auch hier dem Ansatz, dass wir stets dort aktiv werden, wo wir den größten Beitrag zum Schutz von Mensch und Umwelt leisten können.

Warum nimmt sich Bosch lediglich 15 Prozent bei Scope 3 vor?

Wir wollen einen glaubwürdigen eigenen Beitrag zur Reduktion der Scope 3-Emissionen leisten und legen bei der Herleitung des Ziels den Fokus auf Maßnahmen, die wir selbst beeinflussen können. Zudem gehen wir angesichts der wissenschaftlichen Fakten davon aus, dass nur ein absolutes Ziel einen effektiven Beitrag zum Klimaschutz leistet. Denn ein relatives Ziel kann bei entsprechenden Wachstumsraten dazu führen, dass die absoluten weltweiten Emissionen zunehmen, obwohl ein Unternehmen sein relatives Ziel erreicht. Da wir als Wirtschaftsunternehmen auch in Zukunft erfolgreich sein wollen, kann eine absolute Reduktion um 15 % bis 2030 bei realistischen Wachstumsprognosen einem relativen Ziel von 40 % entsprechen. In zahlreichen Märkten sind wir außerdem von der Nachfrage nach klimaschonenden Produkten abhängig, die wir nur indirekt beeinflussen können. Hier liegt ein wesentlicher Unterschied zu der Neutralstellung unserer eigenen Standorte.

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  3. Mio. Euro jährliches Zusatzbudget für die Jahre 2018 bis 2030

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